Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert erneut die Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin

Bonn (pressrelations) –

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert erneut die Martin-Luther-Gedächtniskirche in Berlin

Berlins Mahnkirche erinnert

In Erinnerung an die Schrecken der Pogrom-Nacht vor 75 Jahren findet am Samstag, den 9. November 2013 um 19.00 Uhr eine Gedenkstunde in der Martin-Luther-Gedächtniskirche statt. Die Kirche, die in den Jahren zwischen 1933 bis 1935 erbaut wurde, wurde seinerzeit durch die einst dort verwendeten Symbole des Nationalsozialismus missbraucht.

Von den Ende der 1920er Jahre entstandenen Planungsentwürfen des Architekten Dr. Curt Steinberg stammt die Außenfassade im Stil der neuen Sachlichkeit. Der Bau ist außen wie innen mit gelbbraunen Klinkern verkleidet. Die unterschiedliche Färbung und Formate der Klinker belebt die streng vertikal gegliederte Fassade außerordentlich. Ein massiver rechteckiger Turm, dessen Glockengeschoss, ein durchbrochenes ovales Oberteil, auf einem ebenfalls durchbrochenen kreisrunden Aufsatz ruht, akzentuiert das monumentale Erscheinungsbild der einschiffigen Kirche. Der knapp 50 Meter hohe, sich zuspitzende Turm endet in einer Laterne. Im Inneren besitzt das Gebäude mit der halbrunden Apsis für rund 1.200 Menschen Sitzplätze. Die Längsseiten des Kirchenschiffs tragen acht, den Altarraum an der Südseite neun Pfeiler. Der Fußboden des tonnenüberwölbten Saalbaus senkt sich leicht zum Altar hin. Der reichhaltige plastische Ausstattungsschmuck stammt aus der Entstehungszeit, die NS-Motive, die sich vorwiegend an den Apsisbögen und am Triumphbogen befanden, wurden nach dem Krieg entfernt.

Als problematisch werden weiterhin der geschnitzte, einen Stahlhelm darstellende Außenmantel der Kanzel und der mit dem Eisernen Kreuz dekorierte Leuchter empfunden. Die Walcker-Orgel mit 50 Registern und 3.300 Pfeifen wurde 1935 auf dem Reichsparteitag in Nürnberg eingeweiht und anschließend in der Kirche aufgestellt. Heute wird der missbrauchte Kirchenbau nur noch zu besonderen Gottesdiensten und kirchenmusikalischen Veranstaltungen genutzt.

Um den geschichtsträchtigen Bau mit seiner Mahnkraft zu erhalten, unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) bereits seit drei Jahren die notwendigen Sanierungsmaßnahmen. Der nach der Gedenkfeier von Dr. Beatrix Behrends-Steins vom Kuratorium Berlin an Pfarrer Hans-Martin Brehm überbrachte Fördervertrag in Höhe von 35.000 Euro dient der diesjährigen Fassadensanierung.

Die Kirche gehört zu den über 150 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, bisher allein in Berlin unterstützen konnte.

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