Allein im WM-Gastgeberland Brasilien müssen über 640.000 Kinder arbeiten
Kinderarbeit raubt bis heute Millionen Kindern auf der Welt die Chance, ihre Fähigkeiten zu entfalten und zerstört ihre Gesundheit. Weil sie zum Überleben ihrer Familien beitragen, können diese Kinder oft nicht zur Schule gehen und müssen Gewalt und Ausbeutung ertragen. Kinderarbeit ist nicht allein eine Folge von Armut, sondern trägt auch zu ihrer Verfestigung bei. Sie verletzt elementare Rechte der Kinder – und beeinträchtigt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung.
Brasilien – Herausforderungen für Kinderschutz
Auch im Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft ist Kinderarbeit trotz Erfolgen bei der Armutsbekämpfung und beim Zugang zu Bildung nicht überwunden – obwohl fast alle Kinder eingeschult werden. Nach neuesten Erhebungen von UNICEF müssen dort fast 640.000 brasilianische Mädchen und Jungen zwischen fünf und 14 Jahren mindestens 28 Stunden in der Woche arbeiten. In städtischen Regionen im Nordosten und Südosten ist das Problem am größten. Auch ausbeuterische Kinderarbeit ist trotz Verbot und eines staatlichen Systems von Kontrollen nicht verschwunden – zum Beispiel in der Landwirtschaft in armen Regionen des Landes. Schätzungsweise 24.000 Kinder leben und arbeiten auf der Straße. Viele von ihnen sind aus gewalttätigen Elternhäusern geflohen. Über 600.000 brasilianische Kinder existieren offiziell überhaupt nicht, weil sie keine Geburtsurkunde haben. Diese ist aber Voraussetzung für soziale Unterstützung und Zugang zu Bildung.
Ein besonderes Problem, das erst seit Kurzem wahrgenommen wird, ist die Arbeit von Kindern und Jugendlichen in Modelagenturen und im Profifußball. In diesen Zusammenhängen spielen Arbeitsschutz und Kinderrechte bislang kaum eine Rolle. UNICEF hat in einer aktuellen Studie aufgezeigt, dass an vielen Fußballschulen in Brasilien lange Trainingszeiten und Turniere dazu führen, dass Jugendliche regelmäßig den Schulunterricht verpassen. Vielfach sind sie von ihrer Familie getrennt. Sexuelle Belästigungen bis hin zu Missbrauch sind auch im Fußballsport bekannt – das bestätigen sowohl ehemalige Spieler als auch die interviewten Erwachsenen wie Trainer und Clubmanager.
Um die Risiken für benachteiligte Kinder und Jugendliche bei Großereignissen wie der WM zu verringern, hat UNICEF allein 2013 über 800 Mitarbeiter in den Behörden geschult, darunter auch von der Autobahnpolizei und der Militärpolizei. An den zwölf Austragungsorten der WM wurden 500 Lehrer darauf vorbereitet, Sport als Chance zur Beteiligung behinderter und benachteiligter Kinder zu nutzen. Hunderte Mitarbeiter in Justizbehörden wurden geschult, um minderjährigen Opfern von sexueller Ausbeutung besser zu helfen.
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