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Arbeitsmarkt und Grundsicherung in Deutschland: IAB veröffentlicht Forschungsergebnisse

Arbeitsmarkt und Grundsicherung in Deutschland: IAB veröffentlicht Forschungsergebnisse

Die Arbeitslosigkeit von Menschen in der Grundsicherung ist in den letzten Jahren trotz der insgesamt sehr positiven Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt nur vergleichsweise wenig zurückgegangen. Auf die Grundsicherung, umgangssprachlich Hartz IV genannt, sind keineswegs nur Langzeitarbeitslose angewiesen, sondern häufig auch Alleinerziehende oder Geflüchtete, die mit Anerkennung ihres Asylantrags Leistungen der Grundsicherung empfangen. Welche Ansätze können Beziehern und Bezieherinnen von Grundsicherung helfen, Hürden und Hemmnisse auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu überwinden? 13 Jahre nach der Einführung der Grundsicherung zieht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Bericht „Grundsicherung und Arbeitsmarkt in Deutschland“ zum dritten Mal Bilanz.

Der Bericht fasst die Ergebnisse der Grundsicherungsforschung des IAB aus den Jahren 2013 bis 2016 zusammen. Die Autoren beschreiben Struktur und Dynamik in der Grundsicherung sowie Entwicklungen und Herausforderungen bei Aktivierung, Betreuung und Vermittlung der Grundsicherungsempfänger.

– Herausgeber der Reihe –
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Es widmet sich der empirischen, interdisziplinären und international vergleichenden Erforschung des deutschen Arbeitsmarkts.

– Autoren –
Holger Bähr, Martin Dietz, Peter Kupka, Philipp Ramos Lobato und Holk Stobbe sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.

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Holger Bähr, Martin Dietz, Peter Kupka, Philipp Ramos Lobato, Holk Stobbe
– Grundsicherung und Arbeitsmarkt in Deutschland –
Lebenslagen – Instrumente – Wirkungen
Reihe: IAB-Bibliothek, Band 370
Reihenherausgeber: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
394 Seiten, Bielefeld 2018

49,90 Euro
Bestell-Nr. 300985
ISBN 978-3-7639-4126-1
Als E-Book bei wbv.de

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Politik Recht Gesellschaft

Muttertag: Vielfältige Rollenerwartungen bringen Mütter unter Druck

Mütter zu stärken, bekämpft Familienarmut

Stuttgart/Freiburg, 11. Mai – Für viele Frauen stimmt das heile Bild von Müttern, das der Muttertag entwirft, nicht: ausgeglichen, glücklich, umringt von den Lieben. Immer mehr Mütter sind gezwungen, bis an die Grenze ihrer Kräfte zu gehen. Ein Großteil der Alleinerziehenden und auch viele andere Frauen leisten einen existenziellen und unverzichtbaren Beitrag zum Familieneinkommen. Zugleich fühlen sie sich hauptverantwortlich für die Fürsorge ihrer Kinder. Aus Sicht der Caritas Baden-Württemberg haben viele Frauen keine andere Wahl, als diesen Rollenerwartungen gerecht zu werden. „Kinder zu haben und eine Familie zu gründen darf nicht weiterhin ein Armutsrisiko sein“, so die Caritasdirektoren Pfarrer Oliver Merkelbach (Rottenburg-Stuttgart) und Mathea Schneider (Freiburg). „Trotz dieser oft schwierigen Bedingungen geben Mütter alles, um für sich und ihre Kinder eine Perspektive zu eröffnen.“ Daher fordert die Caritas mehr Hilfen für Familien, damit gerade für Mütter weniger Überlastungssituationen entstehen.

Angesichts dieses Engagements vieler Mütter ist es aus Sicht der Caritas erschreckend, dass immer mehr Frauen in Armut geraten. 48 Prozent der Alleinerziehenden sind im Südwesten arm. „Häufig leben Frauen gerade deshalb in Armut, weil sie einen Großteil der Sorgearbeit für die Kinder übernommen haben. Sie nehmen schlechte Rückkehrchancen in den Beruf in Kauf, arbeiten in Teilzeit, in befristeten Arbeitsverhältnissen oder Minijobs und haben daher später einmal deutlich geringere Renten“, so Schneider und Merkelbach.

Die Caritas unterstützt daher die Bestrebungen, die Berufstätigkeit von Müttern zu ermöglichen. Sie stelle einen effektiven Schutz vor Kinder- und Frauenarmut dar. Ergänzend zum Jobangebot brauche es den Ausbau der Ganztagesschule, der Kinder- und Familienzentren und passende Betreuungsangebote. Eine qualitativ gute Betreuung unterstütze Kinder in ihrem Sozialverhalten und Lernen. „Inzwischen wissen wir: Kinderbetreuung ist auch ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Familienarmut.“ Die Caritas begrüßt daher den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung im neuen Koalitionsvertrag. Damit dieser Anspruch auch in Baden-Württemberg erfüllt werden kann, müssen die bestehenden Angebote weiter qualitätsvoll ausgebaut werden.

Die Caritas Baden-Württemberg betont die Notwendigkeit, als Frau eine gute berufliche Qualifizierung zu erreichen. Die Förderung der Teilzeitausbildungen seien wichtige politische Signale. Denn Frauen ohne Abschluss hätten deutlich weniger Chancen und Verdienstaussichten. „Wir fordern weiter, dass sämtliche politische Entscheidungen das Kriterium „Familienverträglichkeit“ erfüllen. Ob ein Gesetz familien-freundlich ist, muss auch in der Steuer- und Rentenpolitik, in der Wohnungs- und Arbeitsmarktpolitik berücksichtigt werden“, so die Caritasdirektoren.

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in Baden-Württemberg rund 3.800 Einrichtungen mit mehr als 175.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 65.000 Mitarbeiter/innen tätig sind.

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Bildung Karriere Schulungen

Beruf und Familie – Passt!

Nicole Beste-Fopma zeigt, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingt

Beruf und Familie - Passt!

Die Zeiten, in denen Mütter und Väter sich zwischen Beruf und Familie entscheiden mussten, sind vorbei. Nicole Beste-Fopma zeigt, wie die Vereinbarkeit gelingt!

Noch immer sehen sich viele junge Mütter und Väter vor die Herausforderung gestellt, wie sie Familie und Beruf vereinbaren können. Häufig entsteht der Eindruck, sich zwischen Kind und Karriere entscheiden zu müssen. Nach wie vor sind es dabei meist die Frauen, die beruflich zurückstecken oder gleich ganz zu Hause bleiben. Dabei können beide Elternteile beides haben, weiß Autorin Nicole Beste-Fopma – mit dem richtigen Arbeitgeber!

Nicht nur das traditionelle Familienbild und die Rollenverteilung wandeln sich, auch der Arbeitsmarkt ist im Umbruch. In Zeiten von Fachkräftemangel und einem neuen Bewusstsein für selbstbestimmtes und sinnhaftes Arbeiten der Generation Y wird familienbewusstes Verhalten zum Wettbewerbsvorteil. Nur wer seinen Mitarbeitern attraktive Rahmenbedingungen schafft und auf ihre Bedürfnisse eingeht, kann sich im „War of Talents“ durchsetzen und engagierte Mitarbeiter an sich binden. Nicole Beste-Fopma gibt in ihrem Buch einen Überblick über verschiedene Vereinbarkeitsmodelle, zeigt, was bei der Planung zu beachten ist und wie jeder das für sich Passende findet – egal ob man bereits Kinder hat oder noch Kinder plant, einen neuen Arbeitgeber sucht oder wieder in den Beruf einsteigen möchte. Die Leser erfahren, wie sie anhand von Informationen aus dem Internet und Unternehmensbroschüren familienbewusste Unternehmen identifizieren, wie sie Stellenanzeigen interpretieren und was Sie für das Anschreiben, den Lebenslauf und das Vorstellungsgespräch beachten müssen.

Nicole Beste-Fopma liefert einen unverzichtbaren Ratgeber für alle Eltern, die auch in ihrem Berufsleben glücklich und erfolgreich sein wollen. Von Arbeitszeitmodellen und Betreuungsangeboten über steuerliche Fragen und Hilfseinrichtungen bis hin zu praktischen Hinweisen zu Stellenanzeigen, Bewerbungsanschreiben und Vorstellungsgesprächen hat sie die passenden Antworten auf alle Fragen rund um das Thema Vereinbarkeit. Tipps für Alleinerziehende und pflegende Angehörige runden das Buch ab. Ein Mutmacher, der zeigt, wie man auch mit Kindern seinen Traumjob bekommt!

Nicole Beste-Fopma arbeitet heute als Journalistin und ist Mutter von vier Kindern. Sie kennt aber auch die Herausforderungen als alleinerziehende Mutter in der freien Wirtschaft. Bevor sie sich 2011 mit LOB für berufstätige Mütter und Väter dem ersten deutschsprachigen Magazin selbstständig machte, war sie viele Jahre als Pressereferentin für einen großen Konzern tätig – und während dieser Zeit alleinerziehend. 2014, mittlerweile selbstständig, neu verheiratet und Mutter von vier Kindern, erkrankte Nicole Beste-Fopma an Brustkrebs und lernte so nochmal eine ganz neue Dimension der Vereinbarkeit kennen – die von Beruf und Krankheit. Wieder gesund, setzt sie sich mit ungebrochenem Elan für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein.

Nicole Beste-Fopma
Beruf und Familie – Passt!
So finden Eltern den richtigen Arbeitgeber
237 Seiten, kartoniert
EUR 22,95/EUA 23,60/sFr 29,10
ISBN 978-3-593-50831-3
Erscheinungstermin: 08.03.2018

Campus Frankfurt / New York ist einer der erfolgreichsten konzernunabhängigen Verlage für Wirtschaft und Gesellschaft. Campus-Bücher leisten Beiträge zu politischen, wirtschaftlichen, historischen und gesellschaftlichen Debatten, stellen neueste Ergebnisse der Forschung dar und liefern kritische Analysen.

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„Wir brauchen Rahmenbedingungen, die Ein-Eltern-Familien stützen“

Tag für Beseitigung der Armut: Im reichen Südwesten ist jedes dritte Kind von Alleinerziehenden von Armut bedroht

Stuttgart / Freiburg, 17. Oktober – Trotz bester wirtschaftlicher Entwicklung und Beschäftigungslage hat sich an der Armutslage von Kindern und Jugendlichen seit Jahren im reichen Südwesten so gut wie nichts geändert. Das höchste Armutsrisiko hat der Nachwuchs von Alleinerziehenden – 37 Prozent der Kinder, die nur bei einem Elternteil aufwachsen, sind in Baden-Württemberg von Armut bedroht. Das sind rund 77.000 Kinder und Jugendliche, die auf Grundsicherung angewiesen sind. Alleinerziehende haben häufig nicht die Möglichkeit, neben der Betreuung ihrer Kinder ein ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften. Vielfach haben sie auch schlecht bezahlte Jobs, die nicht zum Leben ausreichen. „Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass Kinder mit schlechteren Karten ins Leben starten, nur weil ihre Eltern getrennt sind“, erklären die Caritasdirektoren Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Rottenburg-Stuttgart) und Monsignore Bernhard Appel (Freiburg) zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut (17. Oktober). Daher fordert die Caritas in Baden-Württemberg die Landesregierung auf, Armutspolitik gezielt im Sinne einer Politik für Kinder und Familien als Querschnittsaufgabe zu sehen, die in allen politischen Ressorts und auf allen Ebenen der Politik zum Tragen kommt.

Damit Armutspolitik gelingen kann, müssten zudem sämtliche Akteure, die arme Kinder im Blick haben, ins Boot geholt werden. Das sind Schulen und Bildungseinrichtungen, Wohlfahrtsverbände, Kirchen, die Zivilgesellschaft und lokale Bündnisse. Armut ist niemals ein individuelles, sondern immer ein gesellschaftliches Problem. Daher brauche es die Bündelung aller gesellschaftlicher Kräfte, sind die Caritas-Direktoren überzeugt. Im Land sind rund 180.000 Familien und damit 16 Prozent der Familien Einelternfamilien. „Daher brauchen Familienmodelle wie die Ein-Eltern- oder Patchwork-Familie Rahmenbedingungen, die auch sie finanziell stützen“, so Appel und Holuscha-Uhlenbrock. Es müsse auch auf Landesebene gezielt an Verbesserungen weitergedacht werden. „Dazu gehört sicher auch der weitere Ausbau der Ganztagesschule“, so die Caritasdirektoren. Als hilfreich erachten sie außerdem den Ausbau von Teilzeitmodellen. Gerade für junge Frauen ohne Berufsabschluss sei eine Ausbildung in Teilzeit eine wichtige Möglichkeit für einen qualifizierten Abschluss mit Kind.

In den Beratungsstellen der Caritas in Baden-Württemberg beobachten die Caritas-Mitarbeiter täglich, wie sich alleinerziehende Mütter und Väter anstrengen, um ihren Kindern gute Chancen zu bieten. Im Südwesten hängen die Bildungschancen aber immer noch wesentlich vom Bildungsgrad und Einkommen der Eltern ab. „Werden die Chancen auf Bildung für diese Kinder nicht verbessert und vom Einkommen der Eltern losgekoppelt, wird ein Ausstieg aus der Armutsspirale schwer“, so die Caritasdirektoren. Sie betonen, dass die Kinder und Jugendlichen unverschuldet in diese Situation geraten und sich kaum aus eigener Kraft eine chancenreiche Zukunft erschließen können. „Wenn diese Kinder aber Chancen etwa auf gute Bildung erhalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, kann sich ihr Blatt wenden“, so die Caritasdirektoren.

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Weniger Sozialgeld drängt Eineltern-Familien noch weiter an den Rand

Streit um Kürzungen von Hartz-IV für Alleinerziehende noch nicht ausgestanden

Stuttgart/Freiburg, 15. Juni 2016 – Die Caritas in Baden-Württemberg begrüßt es, dass die jüngst vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geplante Leistungskürzung für Alleinerziehende überdacht wird: Diese sieht vor, das Hartz-IV-Geld im Haushalt von Alleinerziehenden um die Tage zu kürzen, die das Kind beim anderen Elternteil – in der Regel dem Vater – verbringt. Obwohl die geplanten Reformen nochmals geprüft werden sollen, stehen für die Caritas im Land die Alarmzeichen auf Rot. „Der weitere Verlauf bleibt offen. Es ist weiterhin möglich, dass die angedachten Kürzungen für Alleinerziehende im neuen Gesetz abgebildet sind“, so die Caritasdirektorinnen Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Rottenburg-Stuttgart) und Mathea Schneider (Freiburg). Gezielt fordern sie die neue Landesregierung auf, die Augen offen zu halten, da diese Kürzungen nicht im Einklang zu der von Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha angekündigten Linie stehen. Mit Blick auf den jüngst erschienenen ersten Armuts- und Reichtumsbericht hatte er zugesagt, die Armut von Kindern im Land gezielt bekämpfen zu wollen.

Knapp 46 Prozent der Alleinerziehenden im Südwesten sind armutsgefährdet, dies bestätigt der erste Armuts- und Reichtumsbericht für Baden-Württemberg. Aktuell beziehen rund 48.000 Alleinerziehende in Baden-Württemberg Hartz IV und wären von der Reform betroffen. „Kommt es doch zu der Leistungskürzung, müssen sich die betroffenen Mütter fragen, ob sie sich den Umgang mit dem Vater noch leisten können. Dies kann niemals im Interesse der Kinder und somit der Politik sein“, erklären die Caritasdirektorinnen.

Sind die Eltern arm, betrifft das immer auch die Kinder und ihre Entwicklungschancen. Vor dem Hintergrund der Situation der Alleinerziehenden im Land fordert die Caritas, von zusätzlichen finanziellen Belastungen abzusehen. Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen im Bund sollte aus Sicht der Caritas vielmehr über eine Mehrbedarfspauschale für getrennt lebende Eltern nachgedacht werden. Diese sollte beiden Elternteilen den Umgang mit den Kindern ohne weitere finanzielle Nachteile ermöglichen.

Auch unter dem Aspekt der Verwaltungsvereinfachung ist eine Kürzung des Sozialgelds nicht nachvollziehbar, sondern bewirkt in den Augen der Caritas das absolute Gegenteil: Werden die Bedarfe tageweise erfasst, bilden sie nie ab, was die Betroffenen zum Leben brauchen. Vielmehr entstehen in der Praxis Mehrkosten, etwa durch die doppelte Ausstattung eines Kinderzimmers, Kleidung und erhöhte laufende Kosten. Da davon auszugehen ist, dass die Kinder ihren Vater in manchen Monaten öfter, in anderen weniger oft sehen, muss der abzuziehende Betrag monatlich neu errechnet werden – für die Caritas im Land ein enormer, unnützer administrativer Aufwand.

Die angedachte Regelung belastet zudem das Verhältnis der Familienmitglieder untereinander. „Eine Trennung bedeutet ohnehin schon eine enorme Belastung für die Kinder. Wird der Aufenthalt beim Vater zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung für Mutter und Kind, sind weitere Konflikte vorprogrammiert, die vor den Familiengerichten auszutragen sind“, so Schneider und Holuscha-Uhlenbrock. „Die von der Familienpolitik angestrebte Förderung partnerschaftlicher Elternschaft wird so regelrecht auf den Kopf gestellt.“

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Familie Kinder Zuhause

„Mit geringem Einkommen zur tragfähigen Rente“ – Verbraucherinformation der ERGO Lebensversicherung

Alleinerziehend und wenig Lohn – wie sorge ich für das Alter vor?

"Mit geringem Einkommen zur tragfähigen Rente" - Verbraucherinformation der ERGO Lebensversicherung

Altersvorsorge für Geringverdiener

Viele Arbeitnehmer verdienen zu wenig zum Leben. Einige müssen sogar mit Hartz-IV aufstocken: 16 Prozent der Beschäftigten mit einem Niedriglohn verfügen über ein Einkommen, das unterhalb der Armutsschwelle liegt. Wer aber schon heute kaum über die Runden kommt, wird es im Alter noch schwerer haben. Ohne ausreichende private Alterssicherung wird sich das Problem der Altersarmut in Deutschland künftig verschärfen. Aber wie sorgt jemand für später vor, der heute kaum etwas hat? Anhand eines Beispiels erklärt ERGO Expertin Tatjana Höchstödter, wie das gelingen kann.

Die gesetzliche Rente allein genügt nicht

Am Beispiel einer jungen alleinerziehenden Mutter wird das Dilemma der Geringverdiener deutlich: Sie bezieht ein geringes Einkommen und das vielleicht schon seit mehreren Jahren. Zwar stehen ihre Kinder irgendwann auf eigenen Beinen. Damit wachsen für sie die Spielräume, wieder mehr zu arbeiten und entsprechend besser zu verdienen. „Dennoch wird ihre gesetzliche Rente nicht gerade auskömmlich sein – das ist selbst für Gutverdiener heute nicht mehr der Fall. Deshalb zahlt es sich aus, wenn sie als Geringverdienerin beizeiten vorgesorgt hat, etwa mit einer Riester-Rente, auch „Förderrente“ genannt“, so Tatjana Höchstödter, Vorsorgeexpertin bei ERGO. Diese Form der Vorsorge ist auch für Sparer mit geringem finanziellen Spielraum geeignet, weil sie vom Staat bezuschusst wird. Um die Zulagen vom Staat zu erhalten, reicht bereits ein jährlicher Eigenbeitrag von 60 Euro. „Die junge Frau aus dem Beispiel profitiert mit Kind sogar besonders“, betont Höchstödter. „Denn sie erhält neben der Grundzulage von 154 Euro jährlich zusätzlich für jedes Kind 185 Euro – falls es nach dem 1. Januar 2008 geboren ist, sogar 300 Euro pro Jahr.“

Ist Riestern für eine alleinerziehende Mutter möglich?

Die Riester-Rente bietet für Geringverdiener einen gangbaren Weg, etwas für die eigene Altersvorsorge zu tun. Allerdings erhält die junge Mutter aus unserem Beispiel die Berechtigung zur Förderrente nicht automatisch: „Wer zuhause bleibt und ausschließlich für das Kind da ist, hat an sich keinen Anspruch auf die staatliche Förderrente, erklärt ERGO Expertin Höchstödter. „Mit einem Mini-Job auf 450-Euro-Basis können junge Mütter aber beides haben: weiterhin genug Zeit für die Kleinen – und den Riester-Anspruch. Vorausgesetzt, die Geringverdienerin zahlt von ihrem Einkommen Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rente ein.“ So können auch Alleinerziehende mit kleinen Kindern – ganz ohne Trauschein und Vollzeitstelle – mit geringem Einsatz viel für ein sicheres Einkommen im Alter tun.

Selbst ist die Frau

Bei der Altersvorsorge gilt schon längst: Selbst ist die Frau. Denn auch eine Heirat würde die junge Mutter aus unserem Beispiel nicht unbedingt vor einer Versorgungslücke im Alter bewahren. „Angenommen, die junge Mutter ohne eigenes Einkommen findet einen neuen Partner und heiratet. Dadurch verbessert sie ihre spätere Rentensituation nicht unbedingt: Ihr Einsatz für die Familie wird bis auf die Erziehungszeiten in der gesetzlichen Rente noch immer nicht angerechnet“, sagt Tatjana Höchstödter. Als Hausfrau ist sie auch nicht rentenversicherungspflichtig und könnte so wiederum keinen Riester-Vertrag abschließen. „Ist der Ehepartner aber berufstätig und hat eine geförderte Riester-Rente, kann auch die Frau ihre eigene Riester-Förderung in Anspruch nehmen“, sagt die Expertin von ERGO. Die einzige Voraussetzung: Die Frau schließt einen eigenen förderfähigen Altersvorsorgevertrag ab und zahlt mindestens fünf Euro monatlich – also 60 Euro im Jahr – in den Vertrag ein. So kann sie selbst riestern und erhält dafür die volle staatliche Riester-Förderung.
Anzahl der Anschläge (inkl. Leerzeichen): 3.670

Kurzfassung:

Tragfähige Rente auch für Geringverdiener

3 Tipps für die Altersvorsorge

Geringverdiener sind regelmäßig von Altersarmut bedroht. Häufig verdienen Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor schon heute nicht genug zum Leben, 16 Prozent liegen sogar unterhalb der Armutsgrenze. Schutz vor Armut im Alter bietet Betroffenen nur die private Altersvorsorge. ERGO Expertin Tanja Höchstödter gibt drei wertvolle Tipps für eine passende Altersvorsorge.

1. Riester-Rente

Stichwort: „Alleinerziehende Mütter“ – am Paradebeispiel für Geringverdiener wird das Problem deutlich: Aufgrund der Kindererziehung beziehen sie über Jahre hinweg nur ein geringes Einkommen, wodurch auch die gesetzliche Rente sehr niedrig ausfällt. Gerade Geringverdiener müssen diese Versorgungslücke selbst ausgleichen. Mit begrenzten finanziellen Mitteln eignet sich dafür insbesondere die Riester-Rente, weil sie vom Staat bezuschusst wird. Schon ab einem jährlichen Eigenbetrag von 60 Euro erhalten Sparer die staatliche Zulage von 154 Euro jährlich. Alleinerziehende Mütter bekommen zusätzlich für jedes Kind 185 Euro; wenn es nach dem 1. Januar 2008 geboren wurde, sogar 300 Euro pro Jahr.

2. Voraussetzungen für die Förderung

Um die staatliche Förder-Rente zu erhalten, müssen alleinerziehende Mütter grundsätzlich eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausüben. Schon ein Mini-Job auf 450-Euro-Basis bietet Alleinerziehenden die Möglichkeit, den Riester-Anspruch zu erwerben. Voraussetzung: Sie zahlen von ihrem Einkommen auch die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

3. Selbst ist die Frau

In der Altersvorsorge gilt: Selbst ist die Frau. Auch eine Heirat kann die Versorgungslücke nicht schließen: Eine verheiratete Hausfrau und Mutter ist nicht gesetzlich rentenversichert. Ausschließlich die Erziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung werden angerechnet. Nur wenn der Ehepartner berufstätig ist und eine Riester-Rente hat, kann auch die Frau einen eigenen Förder-Anspruch erwerben. Dafür muss sie einen eigenen Altersvorsorgevertrag abschließen und den geforderten Eigenbetrag von 60 Euro jährlich einzahlen.

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Ein Spagat auf der Armutsgrenze

Alleinerziehende Frauen in Deutschland

Ein Spagat auf der Armutsgrenze

txn.

txn. „Es gibt Tage, da ist irgendwie der Wurm drin: Das Sportzeug ist noch im Trockner, Lukas will lieber lesen als Zähne putzen und ich habe einen dringenden Termin im Büro und muss pünktlich los. Dann kracht es bei uns – wie in jeder anderen Familie auch“, stellt Marion Bauer (37) fest. Sie ist alleinerziehend und lebt mit ihrem siebenjährigen Sohn in einer sogenannten Einelternfamilie – eine Lebensform, in der heute in Deutschland jede fünfte Familie lebt; sogar fast jede Vierte in Großstädten.

„Ich habe kein Problem damit, Familienernährerin, Erziehende und Hausfrau in einer Person zu sein. Lukas und ich haben ein sehr gutes und inniges Verhältnis. Uns gefällt, wie wir leben. Problematisch wird es jedoch, die Bedürfnisse unserer kleinen Familie mit einem gut bezahlten Job unter einen Hut zu bringen“, klagt Marion Bauer zu Recht.

Denn gerade Alleinerziehende trifft nicht nur die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie hart, sondern auch die Lohnlücke in den Entgelten zwischen Frauen und Männer. Mit erschreckenden Folgen: In Haushalten von Alleinerziehenden lag mit 38,8 Prozent im Jahr 2011 eine Armutsgefährdung vor. Und das, obwohl es für die meisten alleinerziehenden Mütter selbstverständlich ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. 60 Prozent der Alleinerziehenden haben Arbeit; 44 Prozent in einer Vollzeitstelle. Die Frauen sind motiviert, verlässlich und erledigen ihren Job mit viel Eigeninitiative. Durch das Organisieren des Familienalltags neben dem Beruf verfügen sie über ein hohes Maß an Organisationstalent und sozialen Kompetenzen. (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung bzw. Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.)

„Alleinerziehende Mütter bringen viele Schlüsselqualifikationen in das Berufsleben ein, von denen der Arbeitgeber profitiert. Es ist daher unverständlich, dass diese Frauen nicht adäquat gefördert werden“, sagt Petra Timm, Unternehmenssprecherin des Personaldienstleisters Randstad Deutschland.
Dabei sind die Möglichkeiten, die zeitlichen Bedürfnisse von Alleinerziehenden zu erfüllen, hinlänglich bekannt. Die Arbeitswelt muss durchlässiger werden, etwa durch variable Arbeitszeiten oder andere Arbeitsmodelle wie z.B. Telearbeit, bei der nicht die reine Anwesenheit im Büro zählt, sondern die Ergebnisse. Vor allem Alleinerziehende sind auf Flexibilität angewiesen. Viele benötigen eine Anstellung in reduzierter Vollzeittätigkeit mit 30 bis 32 Wochenstunden. Denn dann haben sie Möglichkeit, sich gut in den Job zu integrieren, ausreichend Geld zu verdienen und auch noch Zeit mit ihren Kindern zu verbringen.

„Wir berücksichtigen bei unserer Personalvermittlung genau diese Erfordernisse und setzen auf flexible Beschäftigungsmodelle. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Fachkräftemangels kann der Arbeitsmarkt auf die Kompetenzen qualifizierter und gut ausgebildeter Alleinerziehender nicht mehr verzichten“, so Petra Timm von Randstad weiter.

Und was ist, wenn das Kind nun doch mal krank wird, wenn in den Ferien die Kita geschlossen ist oder der Babysitter ausfällt? Dann stellen vorbildliche Unternehmen ihren Beschäftigten schon heute Eltern-Kind-Arbeitszimmer zur Verfügung, bieten Notfallbetreuungsangebote oder unterstützen mit Kinderferienprogrammen.

Bildunterschrift:
txn. Sogenannte Einelternfamilien sind deutlich häufiger von Armut bedroht. Kein Wunder – denn der Spagat zwischen Kind, Haushalt und Beruf ist nicht einfach. Angesichts des Fachkräftemangels erwarten Arbeitsmarktexperten, dass sich die Situation für Alleinerziehende in den nächsten Jahren deutlich verbessert. Denn immer mehr Unternehmen erkennen das Potenzial und locken
mit individuell skalierbaren, flexiblen Arbeitszeitmodellen.

Bildrechte: Randstad/fotolia Bildquelle:Randstad/fotolia

Randstad – Die Nummer 1 in Deutschland.
Mit durchschnittlich rund 68.000 Mitarbeitern und 500 Niederlassungen in rund 300 Städten ist Randstad der führende Personaldienstleister in Deutschland. Beschäftigt und gesucht werden Mitarbeiter mit ganz unterschiedlichen Qualifikationen, vom Industriemechaniker über Buchhalter und kaufmännische Mitarbeiter bis hin zu Ingenieuren oder IT-Spezialisten. Während der wechselnden Einsätze in Kundenunternehmen sammeln die Arbeitnehmer von Randstad wertvolle Praxiserfahrungen und lernen verschiedene Unternehmen, Aufgabengebiete und Kollegen kennen. Für viele ist die Beschäftigung bei Randstad auch ein Sprungbrett in den Traumjob: Im Schnitt werden rund 30 Prozent der überbetrieblichen Mitarbeiter vom Kundenunternehmen übernommen.

Randstad Deutschland
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Immobilien Bauen Garten

Zahl des Monats: 110.178 Sozialwohnungen

München (11.06.2014) – Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) verfügen aktuell über einen Bestand von 110.178 Sozialwohnungen. Vor zehn Jahren waren es noch 158.000 geförderte Wohnungen. Grund für diese Entwicklung sind auslaufende Sozialbindungen. „Jedes Jahr fallen wesentlich mehr Sozialwohnungen aus der Bindung, als neu gebaut werden“, sagt Verbandsdirektor Xaver Kroner.

„Die Bedeutung des sozialen Wohnungsbaus ist unverändert groß“, so Kroner weiter. Denn Bevölkerungsgruppen wie kinderreiche Familien, Alleinerziehende oder Senioren seien von angespannten Wohnungsmärkten in Ballungszentren besonders betroffen. Hinzu kämen die Herausforderungen durch die demografische Entwicklung und den Zuzug nach Bayern.
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Diese und weitere Pressemitteilungen sowie druckfähiges Bildmaterial finden Sie unter http://www.vdwbayern.de/presse .
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Der Abdruck ist frei. Bildquelle: 

Im VdW Bayern sind 458 sozialorientierte bayerische Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen – darunter 333 Wohnungsgenossenschaften und 88 kommunale Wohnungsunternehmen. Die Mitgliedsunternehmen verwalten rund 520.000 Wohnungen, in denen ein Fünftel aller bayerischen Mieter wohnen.

VdW Bayern (Verband bayerischer Wohnungsunternehmen)
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Kunst Kultur Gastronomie

Bonner Frauenmuseum eröffnet SINGLE MOMS

Alleinerziehende in Kunst, Geschichte und Gegenwart

Bonner Frauenmuseum eröffnet SINGLE MOMS

Ausstellungsplakat

Die Zeiten der Familienidylle mit Vater, Mutter, Kind sind längst vorbei. Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen bei nur einem Elternteil auf – meist bei der Mutter. Fast jede fünfte Frau mit Kindern ist alleinerziehend. Die jüngste Studie der Bertelsmann Stiftung hat es auf den Punkt gebracht: Alleinerziehende in Deutschland stehen unter Druck. Die Politik berücksichtigt ihre Lebenssituation zu wenig. Sowohl im Unterhaltsrecht als auch im Steuer- und Sozialrecht haben Reformen der vergangenen zehn Jahre den finanziellen Druck auf Alleinerziehende verschärft.
Das Bonner Frauenmuseum hat sich des brisanten Themas nun in einer großen Ausstellung (13.4. bis 9.11.2014) angenommen. Die Schau zeigt drei große Teile: Die Geschichte und Gegenwart der Alleinerziehenden, die internationale Situation und die Umsetzung des Themas in der Kunst. In Ton- und Wortbeiträgen werden außerdem unbekannte und berühmte alleinerziehende Mütter präsentiert: Starke und selbstbewusste Frauen. Zusätzlich werden drei Parallelausstellungen zum Thema gezeigt: Maina Miriam Munsky, Annegret Soltau sowie Portraits Überlebender der irakischen Anfal-Operationen – einer von Frauen initiierten Gedenkstätte.

Alleinerziehende in der Geschichte:
Auftakt der Schau über drei Etagen bildet die Historie. Alleinerziehende erfuhren im Laufe der Geschichte ein sehr wechselvolles Schicksal. Auch in früheren Jahrhunderten zogen viele Mütter infolge von Krieg und Naturkatastrophen ihre Kinder allein groß. Das war akzeptiert, solange die Moral gewahrt blieb. Als uneheliche Mütter hatten sie jedoch unter Vorurteilen, harter Bestrafung und staatlicher Vormundschaft zu leiden.
Die Ausstellung zeigt eine Entwicklung auf, die meist zu Ungunsten lediger Mütter verlief. Die Schlaglichter: Im 17. Jahrhundert konnten Schwangere aufgrund der Unzuchtsgesetze ausgepeitscht werden. Im 18. Jahrhundert boten die an Universitäten angegliederten Gebäranstalten den Frauen eine Anlaufstelle. Hier konnten sie schon Wochen vor der Geburt „untertauchen“, wenn sie sich bereitwillig als Anschauungsobjekte für den Unterricht der Medizinstudenten zur Verfügung stellten. Im 19. Jahrhundert wurde ihnen eine staatliche Vormundschaft auferlegt, die in letzter Konsequenz erst 1970 aufgehoben wurde. Auch das Bürgerliche Gesetzbuch von 1900 erwies sich für unverheiratete Mütter als nachteilig. Alimente vom Kindsvater bekam nur diejenige, die einen untadeligen Ruf nachweisen konnte.
Ein weiteres Augenmerk lenken die Ausstellungsmacherinnen auf die Kinder von deutschen Wehrmachtsangehörigen in besetzten Ländern. Allein in Frankreich sind ca. 200.000 Kinder bekannt. Nach der Befreiung stand den Frauen in vielen Fällen eine brutale Bestrafung bevor; ein großer Teil von ihnen wurde öffentlich gedemütigt, in dem ihnen die Haare geschoren und manchen sogar ein Hakenkreuz in die Stirn geritzt wurde. Dieses Strafritual wiederholte sich in den meisten besetzten Ländern. Die Mütter litten – ebenso wie ihre Kinder – jahrelang unter Diskriminierung.
Heute ist zwar formal die rechtliche Gleichstellung erreicht, doch noch immer gibt es keine Chancengleichheit. Halber Lohn und doppelte Verantwortung kennzeichnen den Alltag vieler Alleinerziehender. 39 Prozent der Alleinerziehenden beziehen staatliche Grundsicherung. Jedes zweite Kind im Hartz IV-Bezug wächst in einer Ein-Eltern-Familie auf.
In einer Hörstation wird dieser Lebensalltag von acht Alleinerziehenden eindrücklich geschildert: Man hört von einer Mutter, die dem Vater sanft beibringt, dass sie besser als Alleinerziehende klarkommt und von einer anderen, die völlig überlastet einen Zusammenbruch erleidet, von Diskriminierung und Existenzängsten. Eine Porträtserie zeigt einen Teil der mehr als 8.000 Bonner Alleinerziehenden – die Reihe wird im Laufe der Ausstellung weiter wachsen. Dazu bieten die Ausstellungsmacherinnen verschiedene offene Fototermine an. In einem Online-Forum werden parallel Kommentare und Forderungen von Alleinerziehenden gesammelt.

Ausstellung öffnet den Blick auf andere Länder:
Allein in Europa waren die Gegensätze groß: Während alleinerziehende Mütter in der Gesellschaft der DDR integriert waren, durfte in Irland in den 1960er Jahren nicht öffentlich darüber diskutiert werden, dass es ledige Mütter gab. Das Spektrum über die Kontinente reicht von Rebecca Lolosolis erstem Frauendorf in Afrika, das für die Ausstellung von der kenianischen Fotografin Nana Grosse-Woodley in eindrücklichen Bildern porträtiert wurde, über Flüchtlingsmütter aus Jordanien bis zum „Single Mother“s Day“ in Korea. Aus den USA wird „Single Mothers by Choice“ vorgestellt, ein Verband, der alleinstehende Frauen berät, wie sie Mütter werden können.
Über Lateinamerika wird von speziellen Arbeitsplätzen für „Madres solteras“ berichtet und die aktuelle Situation in Brasilien geschildert. Hier stieg die Zahl der Teenagerschwangerschaften wegen rigider Abtreibungsverbote stark an. Die Kultur des Machismo prägt zudem die Meinung, dass Vaterschaft eine optionale Verpflichtung sei. Es ist kein Klischee, dass viele Männer ihre Familie verlassen. Der Staat greift daher zu drastischen Mitteln: Zahlungsunwillige Väter müssen mit einer Haftstrafe rechnen; selbst wenn sie arbeitslos sind, müssen sie ihren Verpflichtungen nachkommen.

Mehr als 40 Künstlerinnen zeigen ihre Arbeiten:
Im Kunstteil werden Arbeiten gezeigt, die z.T. extra für diese Ausstellung angefertigt wurden. Mehr als 40 Künstlerinnen haben das Thema aufgegriffen. Das Ergebnis ist eine vielseitige Schau, die zeigt, wie unterschiedlich Frauen sich der Fragestellung nähern: Einige tun dies autobiografisch, viele mit Rückgriff auf literarische Zeugnisse, die Bibel und die Mythologie, oder auf berühmte Vorbilder unserer Kulturgeschichte.
Die autobiografischen Ansätze zeigen teils Rückgriffe auf die deutsche Nachkriegsgeschichte, also auf jene Zeit, in der Kriegerwitwen in bitteren Notzeiten allein mit ihrem Nachwuchs zurechtkommen mussten, hier stechen Künstlerinnen wie Renate Hochscheid, Silvia Gudehus und Conny Müscher heraus, die an Begriffe wie „Schlüsselkinder“ und „Rabenmütter“ erinnern.
Arbeiten, die sich mit der Gegenwart beschäftigen, thematisieren dagegen stärker, die Vielfältigkeit der Ansprüche an Frauen, wie Inna Rust mit 49 Piktogrammen, die klar machen, dass Alleinerziehende heute Haushälterin, Geliebte, Handwerkerin, Kreative und Erzieherin in Personalunion sein müssen. Thematisiert werden auch die veränderten Herausforderungen an die Erziehung durch die Digitalisierung des Alltags, etwa MAMU in „verkabelt und vernetzt“. Kritisch sehen die Künstlerinnen, etwa Astrid Bergmann, das Ansehen von Alleinerziehenden in der Öffentlichkeit. Tremezza von Brentano wirft dagegen ein Schlaglicht auf die Turbulenzen, die für Mütter durch Beziehungen mit Männern entstehen, bei denen die Kinder auf der Strecke bleiben. Firouzeh Görgen-Ossouli thematisiert die Single Mom im Spannungsfeld der iranisch-deutschen Kultur.
Unter den Künstlerinnen, die sich dem Thema kulturgeschichtlich nähern, sind besonders herauszuheben Julitta Frankes Zeichnungen und Skulpturen, die sich dem Thema über die Mythologie annähert sowie Christine Theile, die auf die erste Alleinerziehende in der Bibel rekurriert: Hagar, die mit ihrem Kind von ihrem Ehemann Abraham in die Wüste geschickt wurde. Es finden sich aber auch aktuellere Bezüge: „Adieu“, nennt Christine Theile ein weiteres Werk, das auf Francoise Gilot, die einzige Frau, die Picasso mit den gemeinsamen Kindern verließ, Bezug nimmt.
Erste chinesische Künstlerinnengruppe im Frauenmuseum:
Ein Highlight der Schau sind die Beiträge der ersten feministischen Künstlerinnengruppe in China „Bald Girls“. Unter dem Titel „Timelag“ sind die Arbeiten von Xiao Lu (Videos und Wandteppiche), Jiny Lan (Performance und Installation) und Li Xinmo (Wandmalerei, Performance, Fotografie und Zeichnung) vereint. Die Künstlerinnen sehen sich in der zeitgenössischen feministischen Kunst als Kämpferinnen und treten für die Aufklärung und das Gender-Bewusstwerden der modernen Frau im China des 21. Jahrhunderts ein. Sie wenden sich gegen die 2.000 Jahre alten, konfuzianischen Prinzipien, nach denen der Mann über der Frau steht. Denn trotz wirtschaftlichem Aufschwung und sozialistischer Gleichstellungspolitik ist diese Tradition bei vielen Menschen nach wie vor fest in den Köpfen verwurzelt.

KÜNSTLERINNEN
Martha Barbara Augustin, Astrid Bergmann, Erika Brigitta Beyhl, Franziska Braun, Tremezza Von Brentano, Milita Dore, Heidi Elvert, Petra Genster, Margit Goeltzer, Firouzeh Görgen-Ossouli, Elena Graure-Manta, Silvia Gudehus, Hella Grosse, Nana Grosse-Woodley, Erika Von der Heide, Renate Hochscheid, Thyra Holst, Mariola Maria Hornung, Eva Horstick-Schmitt, Mo Kleinen, Ruth Knecht, Heidi Kuhn, Marlene Leal da Silva-Quabeck, MAMU, Uta Meurer, Maria Möller, Conny Müscher, Brunhilde Odenkirchen, Lene Pampolha, Silvia Philipp, Ulrike Reutlinger, Ulrike Rosenbach, Inna Rust, Ulla Schenkel, Barbara Thaden, Christine Theile, Karin Waldmann, Ulla Maria Zenner
Künstlerinnengruppe „Bald Girls“ – Jiny Lan, Li Xinmo, Xiao Lu

Die Ausstellung wurde durch eine Projektfinanzierung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) ermöglicht. Deutsche POST/DHL spondert den ersten 100 Alleinerziehenden mit ihren Kindern den kostenfreien Ausstellungsbesuch.

Vernissage
Sonntag 13.04.2014 / 14 Uhr

PARALLELAUSSTELLUNGEN
11.05. – 29.06.2014 Maina Miriam Munsky: „Die Angst wegmalen“
13.07. – 07.09.2014 Annegret Soltau: „Einheit und Trennung- Familienbilder“
21.09. – 09.11.2014 Portraits Überlebender von Anfal und die von Frauen initiierte Gedenkstätte Bildquelle:kein externes Copyright

Das Bonner Frauenmuseum wurde 1981 von der heutigen Direktorin Marianne Pitzen und einer Gruppe interdisziplinär arbeitender Frauen gegründet. Zu diesem Zeitpunkt existierte weltweit noch keine Institution gleichen Namens oder vergleichbarer Zielsetzung. Das Frauenmuseum ist kein statischer Ort mit festem Bestand, sondern ein lebendiges Haus, das sich aus der Fülle der weiblichen Kreativität und Vielfalt immer wieder erneuert.
Mehr als 2.500 nationale und internationale Künstlerinnen haben Im Krausfeld ausgestellt, 600 Ausstellungen wurden durchgeführt, darunter 30 „Riesenprojekte“ auf jeweils 2.000 qm, 200 Kataloge ediert und mit mehr als 1000 Veranstaltungen wissenschaftlich oder spartenübergreifend untermauert. In den Archiven wird zu Geschichte, Zeitgeschichte und Kunst gesammelt, allein die Bibliothek der Künstlerinnen umfasst 12.000 Kataloge. Die Sammlung wächst stetig; sie ist ausschließlich auf Schenkungen angewiesen: Nachlässe, Stiftungen, Sponsoren.
Marianne Pitzen und ihr Team sind auch neue Wege gegangen – das Kinderatelier, die Kunst- und Designmessen – sind Projekte, die in den letzten 10 Jahren entstanden sind. Der Aufbau des historischen Bereichs ist in den letzten Jahren stärker in den Focus gerückt. Das Frauenmuseum verbindet auf einzigartige Art und Weise Geschichte mit Gegenwartskunst.

Kommende Ausstellungen:

11.05. – 29.06.2014 Maina Miriam Munsky: „Die Angst wegmalen“

13.07. – 07.09.2014 Annegret Soltau: „Einheit und Trennung- Familienbilder“

21.09. – 09.11.2014 Portraits Überlebender von Anfal und die von Frauen initiierte Gedenkstätte

21.11. – 23.11. 2014 24. Kunstmesse 2014, 80 Künstlerinnen, Sonderausstellung, Programm

30.11. – 30.01.2015 Theobald Simon Preis der GEDOK, Bundesweite Ausschreibung, Ausstellung der Preisträgerin. c/o Prof. Ulrike Rosenbach/Präsidentin der GEDOK

14.12. – 08.03.2015 „Die Blaue Reiterin und ihr Freundeskreis“. Ein Projekt des Gabriele Münter Preis e.V.

Frauenmuseum
Dr. Klaudia Nebelin
Im Krausfeld
53111 Bonn
0228 92 655 160
klaudia.nebelin@frauenmuseum.de
http://www.frauenmuseum.de

Familie Kinder Zuhause

Partnerbröse Gleichklang.de geht mit neuem Portal für Alleinerziehende an den Start

Alleinerziehende.de berichtet ab jetzt regelmäßig über die wirtschaftliche, soziale, gesundheitliche und psychologische Situation von Einelternfamilien.

Die psychologische Online-Partnerbörse www.Gleichklang.de ist soeben mit einem neuen Informationsportal für und über alleinerziehende Mütter, Väter und ihre Kinder an den Start gegangen. Auf www.alleinerziehende.de wird regelmäßig über aktuelle Befunde und Entwicklungen zur ökonomischen, gesundheitlichen und psychologischen Gesundheit alleinerziehender Eltern und ihrer Kinder berichtet. Der Schwerpunkt von Alleinerziehende.de liegt dabei auf der allgemeinverständlichen Veröffentlichung aktueller wissenschaftlicher Forschungsergebnisse und politischer Ereignisse.

Die Idee für Alleinerziehende.de entwickelte sich nach Angaben von Gleichklang Geschäftsführer Seksan Ammawat aus den Erfahrungen von Gleichklang mit den speziellen Bedürfnissen und Interessen alleinerziehender Mütter und Väter bei ihrer Freundschafts- und Partnersuche. Alleinerziehende gehören tatsächlich seit 2006 mit zum Kernklientel von Gleichklang. Eine neue Datenauswertung von Gleichklang zeigte kürzlich, dass alleinerziehende Mitglieder ebenso hohe oder sogar noch höhere Chancen auf einen Vermittlungserfolg haben als nicht alleinerziehende Mitglieder.

„Weil alleinerziehende Mütter und Väter einen wichtigen Anteil unserer Mitglieder darstellen, möchten wir ihre Interessen mit Alleinerziehende.de stärker in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit rücken“, erläutert Seksan Ammawat die Motivation hinter dem neuen Informations-Portal.

Gleichklang ist eine 2006 gegründete alternative Partner- und Freundschaftsbörse für naturnahe, umweltbewegte, tierfreundliche und sozial denkende Menschen. Das Unternehmen wendet sich gezielt an Menschen mit ausgeprägten ökologischen und sozialen Denkweisen. Zur Vermittlung werden psychologische Methoden der Passung der Lebensstile, Präferenzen und Persönlichkeitsmerkmale herangezogen. Derzeit suchen fast 14000 Mitglieder bei Gleichklang nach Partnerschaft oder Freundschaft. Geschäftsführer ist Seksan Ammawat.

Kontakt:
Gleichklang limited
Dr. Guido Gebauer
Rambergstr. 41
30161 Hannover
0511 98 26 853
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http://www.gleichklang.de