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WDR kündigt Mitarbeiter fristlos wegen sexueller Belästigung

Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

WDR kündigt Mitarbeiter fristlos wegen sexueller Belästigung

Fachanwalt Bredereck

Der WDR hat einem Mitarbeiter wegen sexueller Belästigung nach sorgfältiger Prüfung fristlos gekündigt. Das teilt der WDR auf seiner Website am 28.05.2018 mit. Intendant Tom Buhrow bestätigt die Vorgehensweise des Fernsehsenders in einem Audio-Statement auf der WDR-Website. Die Überlegungen des WDR im Vorfeld dieser Kündigung hatten ein breites Medienecho erfahren. Intendant Buhrow betont in seinem Statement, dass es „Anschuldigungen und Hinweise“ gegeben habe, die „hohen Glaubwürdigkeitsgehalt“ hätten. Die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung seien so „verwertbarer, relevanter, schwerwiegender“. Der WDR habe deshalb keine andere Möglichkeit gesehen, als eine fristlose Kündigung auszusprechen. Arbeitsrechtler Bredereck nimmt diese Nachricht zum Anlass, auf wichtige Aspekte rund um die Kündigung wegen sexueller Belästigung hinzuweisen.

1.) Bereits eine einmalige sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kann die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses für den Arbeitgeber unzumutbar machen und deshalb eine fristlose Kündigung rechtfertigen. In dem Fall des WDR-Mitarbeiters habe es sich um mehrere Fälle von sexueller Belästigung gehandelt, was den arbeitsrechtlichen Vorwurf noch schwerwiegender macht. Handelt es sich um mehrere Vorwürfe, darf der Arbeitgeber regelmäßig erst recht fristlos kündigen.

2.) Mit „mildernden Umständen“ kann der Arbeitnehmer rechnen, wenn er ein günstiges „Nachtatverhalten“ zeigt. Wer sich nach einer einmaligen sexuellen Belästigung sofort, aufrichtig und glaubwürdig entschuldigt und dem Opfer und den anderen Mitarbeitern mit diesem Verhalten Ängste abnimmt, kann er Vertrauen wieder aufbauen und eine fristlose Kündigung unter engen Voraussetzungen abwenden. Eine unverzügliche und freiwillige Schmerzensgeldzahlung an das Opfer gibt einer Entschuldigung gegebenenfalls mehr Gewicht.

3.) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Mitarbeiter vor sexuellen Belästigungen zu schützen. Toleriert der Arbeitgeber sexuelle Belästigung in seiner Belegschaft, macht er sich unter Umständen schadensersatzpflichtig.

Für Arbeitnehmer macht es deshalb häufig Sinn, nach einer sexuellen Belästigung aktiv das Gespräch mit dem Arbeitgeber und dem Opfer zu suchen. Das Bundesarbeitsgericht hat in einer Entscheidung vom 20.11.2014 auf die Bedeutung des Nachtatverhaltens hingewiesen. Und: Ein Mitarbeiter, der lange beanstandungsfrei beim Arbeitgeber tätig gewesen sei, habe eine Art „Vertrauensberg“ aufgebaut, der bei einer fristlosen Kündigung ebenfalls berücksichtigt werden muss.

Zwar hatte der WDR-Mitarbeiter wohl einen hohen Vertrauensberg aufgebaut. Die Vorwürfe waren aber wohl so schwer, dass auch ein günstiges Nachtatverhalten möglicherweise eine fristlose Kündigung des WDR nicht abgewendet hätte.

Wirft man Ihnen eine sexuelle Belästigung vor? Sind Sie Opfer von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz geworden? In diesen Fällen sollten Sie sich umgehend von einem erfahrenen Arbeitsrechtler beraten lassen. Wer eine Kündigung erhalten hat, kann seinen Arbeitsplatz mit einer Kündigungsschutzklage retten oder eine hohe Abfindung aushandeln. Opfer von sexueller Belästigung können Schadensersatzansprüche vor dem Arbeitsgericht durchsetzen.

Wo finden Sie weitere Informationen zum Thema Kündigung: Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigungsschutzklage: www.kuendigungsschutzklage-anwalt.de Hier finden Sie als Arbeitnehmer alle Informationen zum Thema Kündigung, Aufhebungsvertrag und sonstige Beendigung des Arbeitsverhältnisses: www.kuendigungen-anwalt.de

Was wir für Sie tun können: Wir vertreten Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutschlandweit im Zusammenhang mit dem Abschluss von arbeitsrechtlichen Aufhebungsverträgen, Abwicklungsverträgen und dem Ausspruch von Kündigungen.

Besprechen Sie Ihren Fall zunächst mit dem Fachanwalt für Arbeitsrecht: Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck an und besprechen Sie zunächst telefonisch, kostenlos und unverbindlich die Erfolgsaussichten eines Vorgehens im Zusammenhang mit der Kündigung oder dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages. Wie hoch sind Ihre Chancen? Wie hoch sind Ihre Risiken? Und welche Fristen gibt es zu beachten?

04.05.2018

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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – So wehren sich die Opfer

Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz - So wehren sich die Opfer

Fachanwalt Bredereck

Tatort Karnevalsfeier: Es geht die Hand des Chefs an das Gesäß der Mitarbeiterin – arbeitsrechtlich klar eine sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz! Welche Folgen hat das für den Täter? Führt das immer zu seiner fristlosen, verhaltensbedingten Kündigung? Und was kann die sexuell Belästigte vom Arbeitgeber verlangen? Schadensersatz? Unter welchen Voraussetzungen? Antworten hat Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Wer eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter am Arbeitsplatz sexuell belästigt, kann dafür regelmäßig fristlos gekündigt werden. Ein einmaliger Verstoß reicht grundsätzlich aus für diese arbeitsrechtliche Maßnahme, eine vorherige Abmahnung ist meistens nicht erforderlich, auch muss der Arbeitgeber regelmäßig keine Kündigungsfrist berücksichtigen. Der handgreifliche Mitarbeiter fliegt in den meisten Fällen von jetzt auf gleich aus dem Betrieb heraus. Nur in Ausnahmefällen kommt der Täter mit einem blauen Auge davon, etwa mit einer Abmahnung, wenn beispielsweise die Grenzüberschreitung vergleichsweise gering war und der übergriffige Mitarbeiter einen starken Kündigungsschutz genießt, etwa wegen sehr langer Betriebszugehörigkeit.

Was aber, wenn der übergriffige Mitarbeiter bleibt, oder wenn es der Chef war, der sexuell belästigt hat? Ein Gesetz, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, sagt, wie sich Opfer wehren können: Man kann vom Arbeitgeber Schadensersatz verlangen, eine Art Schmerzensgeld für die Verletzung der Würde und für die Demütigung, die man durch die sexuelle Belästigung erlitten hat. Wenn der Chef selbst sexuell belästigt hat, kann man seinen Anspruch auf Schadensersatz regelmäßig ohne Umschweife geltend machen. Beging die sexuelle Belästigung ein Mitarbeiter, muss der Arbeitgeber die Pflichtverletzung „zu vertreten haben“. Da kommt es dann auf die Umstände des Falles an. Der Anspruch auf Schadensersatz kann mehrere Bruttomonatsgehälter betragen!

Haben Sie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt, wollen Sie Ihren Schadensersatzanspruch durchsetzen? Oder: Hält man Ihnen vor, eine sexuelle Belästigung begangen zu haben, droht man Ihnen mit einer Kündigung? In beiden Fällen gilt: Lassen Sie sich möglichst schnell von einem versierten Arbeitsrechtler beraten, am besten von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht, der weiß, wie man Schadensersatzansprüche durchsetzt, wegen sexueller Belästigung oder wegen Mobbings! Einen Fachanwalt, der weiß, wie man sich gegen eine ungerechtfertigte Kündigung wehrt! Einen Anwalt, der hohe Abfindungen verhandeln kann vor dem Arbeitsgericht, und der jahrelange Erfahrung hat mit Kündigungsschutzklagen gegen Arbeitgeber jeder Größe, vom Kleinbetrieb bis zum transnationalen Unternehmen. Handelns Sie schnell: Für Schadensersatzansprüche wegen sexueller Belästigung gilt regelmäßig eine Frist von 2 Monaten! Und eine Kündigungsschutzklage kann man nur innerhalb von 3 Wochen nach Zugang des Kündigungsschreibens einreichen!

Überzeugen Sie sich gern von meiner Expertise! Rufen Sie mich an in meinen Fachanwaltskanzleien für Arbeitsrecht in Essen und Berlin. Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern, die von einer Kündigung bedroht sind oder die eine Kündigung erhalten haben, biete ich eine kostenlose telefonische Ersteinschätzung an. Unter 030.40004999 erfahren Sie von mir kostenlos und unverbindlich die Aussichten Ihrer Kündigungsschutzklage und die Chancen auf eine hohe Abfindung. Auf Ihren Anruf freue ich mich!

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Außerordentliche Kündigung wegen sexueller Belästigung

Ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin und Essen, und Maximilian Renger, wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Außerordentliche Kündigung wegen sexueller Belästigung

Arbeitsrecht

Das Bundesarbeitsgericht hat sich in einem aktuellen Urteil mit der fristlosen Kündigung eines Arbeitnehmers wegen sexueller Belästigung beschäftigt (BAG, Urteil vom 29. 6. 2017 – 2 AZR 302/16). Eine solche außerordentliche Kündigung ist nach § 626 Abs. 1 BGB nur dann gerechtfertigt, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses selbst bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann.

Griff in die Intimsphäre als Kündigungsgrund

In dem entsprechenden Fall hatte der Arbeitnehmer eines Stahlwerkes einem Leiharbeiter von hinten schmerzhaft in den Genitalbereich gegriffen und dazu einige Bemerkungen fallen gelassen. Der Arbeitgeber hatte in der Folge wegen sexueller Belästigung gekündigt.

Fall der sexuellen Belästigung gem. § 3 Abs. 4 AGG

Das Bundesarbeitsgericht hat dieses Verhalten als sexuelle Belästigung im Sinne des § 3 Abs. 4 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) bewertet. Der Arbeitnehmer hatte sich insbesondere darauf berufen, dass seine Aktion nicht sexuell motiviert gewesen sein. Das sei allerdings, so das Bundesarbeitsgericht, im Ergebnis gar nicht relevant. Auch der Umstand, dass es sich um einen einmaligen Vorfall handelte, helfe dem Arbeitnehmer nicht weiter. Das BAG: Die absichtliche Berührung primärer oder sekundärer Geschlechtsmerkmale eines anderen ist sexuell bestimmt iSd. § 3 Abs. 4 AGG. Es handelt sich um einen Eingriff in die körperliche Intimsphäre. Auf eine sexuelle Motivation der Berührung kommt es nicht an (BAG, Urteil vom 29. 6. 2017 – 2 AZR 302/16).

Verstoß gegen Rücksichtnahmegebot

Ein Verstoß lag auf Seiten des Arbeitnehmers zudem auch im Hinblick darauf vor, dass er seine Pflicht zur Rücksichtnahme auf die Interessen des Arbeitgebers verletzt habe. So habe der Arbeitgeber, wenn er wie hier andere Leiharbeitnehmer beschäftigt, ein Interesse daran, dass diese nicht durch tätliche Übergriffe in ihrer persönlichen Ehre beeinträchtigt werden. Ein Verstoß dagegen sei demnach, ebenso wie die sexuelle Belästigung, grundsätzlich ein tauglicher Grund für eine fristlose Kündigung.

Wirksamkeit der fristlosen Kündigung noch zu prüfen

Ob angesichts der langen Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers von über 23 Jahren auch im konkreten Fall eine fristlose Kündigung des Arbeitgebers gerechtfertigt war, ist nun nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichts vom Landesarbeitsgericht noch einmal genau zu prüfen.

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7.9.2017

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Spezialseite Kündigung für Arbeitgeber: Hier finden Sie umfassende Informationen über Ihre Möglichkeiten, einen Arbeitnehmer zu kündigen. Wann besteht Kündigungsschutz? Sie finden Musterkündigungen mit Ausfüllhinweisen. Daneben gibt es umfassende Informationen zur Betriebsratsanhörung und ein Musterformular mit Ausfüllhinweisen. Wir stellen den Ablauf des Kündigungsschutzprozesses dar und geben Beispiele für einen gelungenen Vortrag im Verfahren zu den jeweiligen Kündigungsgründen. Des Weiteren können Sie auf ein Muster für einen Aufhebungsvergleich mit typischen Formulierungen und Hinweisen zum Ausfüllen zugreifen. Das besondere Angebot: der Onlinecheck für die von Ihnen vorbereitete Kündigung. Das alles hier: www.arbeitgeberanwalt-kuendigung.de

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Nachschieben von Kündigungsgründen: Fall einer fristlosen Kündigung wegen sexueller Belästigung

Zum Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein vom 10.11.2015, Aktenzeichen 2 Sa 235/15, ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Berlin und Essen.

Nachschieben von Kündigungsgründen: Fall einer fristlosen Kündigung wegen sexueller Belästigung

Der Fall

Im vorliegenden Fall hatte der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Kündigung ausgesprochen, weil dieser Speck im Wert von 0,80 EUR gebraten und teilweise gegessen hatte. Dies sei eine erforderliche Probe gewesen, argumentierte der Arbeitnehmer. Nachdem er die Kündigung ausgesprochen hatte, erfuhr der Arbeitgeber von einem früheren Zwischenfall, in den der Arbeitnehmer verwickelt war. Dieser hatte nach den Feststellungen des Gerichts eine andere Mitarbeiterin sexuell belästigt, indem er in den Raum gekommen sei, die Tür geschlossen habe, die Mitarbeiterin umarmt und an die Wand gedrängt und dann mit seinen Armen ihren Rücken hinabgestrichen sei bis zu ihrem Po.

Die Ausgangslage

§ 626 Abs. 1 BGB sieht für den Arbeitgeber die Möglichkeit der fristlosen Kündigung vor, wenn so schwerwiegende Gründe vorliegen, dass es dem Kündigungsberechtigten unter Berücksichtigung der beiderseitigen Interessen der Vertragsparteien nicht zumutbar ist, das Arbeitsverhältnis auch nur bis zum Ende der Kündigungsfrist fortzusetzen. Diese außerordentliche, fristlose Kündigung kann der Arbeitgeber nur innerhalb von zwei Wochen aussprechen, nachdem er von Gründen für die Kündigung erfahren hat. Eine außerordentliche Kündigung kommt nur dann in Betracht, wenn es keinen angemessenen Weg gibt, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen, weil dem Arbeitgeber sämtliche milderen Reaktionsmöglichkeiten unzumutbar sind (BAG vom 21.11.2013 – 2 AZR 797/11 – juris). Voraussetzung ist, dass es dem Arbeitgeber auch nicht zumutbar ist, den Arbeitnehmer bis zum Ablauf der Kündigungsfrist weiterzubeschäftigen.

Fallkonstellation hier problematisch

Das Problem im Fall vor dem Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein: Der Arbeitgeber konnte eine Kündigung wohl nicht allein auf den Vorfall mit dem Speck stützen. Dafür war das Verspeisen durch den Arbeitnehmer nicht gravierend genug. Im Hinblick auf den Vorwurf der sexuellen Belästigung hatte es aber keine Anhörung des Betriebsrats gegeben. Dem Arbeitgeber war der Vorfall zum Zeitpunkt der Kündigung ja auch gar nicht bekannt. Die maßgebliche Frage nun: Darf ein solcher zusätzlicher Kündigungsgrund dann im Kündigungsschutzverfahren nachgeschoben werden?

Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein: fristlose Kündigung wirksam

Das Landesarbeitsgericht hält die fristlose Kündigung für wirksam. Spricht der Arbeitgeber innerhalb der Zweiwochenfrist des § 626 Abs. 2 BGB eine fristlose Kündigung aus, kann er im Rechtsstreit Gründe, die bei Ausspruch der Kündigung bereits vorlagen, nachschieben. Das kann auch dann in Betracht kommen, wenn der Vorfall – hier eine sexuelle Belästigung – schon fast ein Jahr zurücklag und die Mitarbeiterin ihrer Vorgesetzten mit der Bitte um Vertraulichkeit davon berichtet hat.

Bewertung der Entscheidung

Ich halte die Rechtsprechung für durchaus problematisch. Der Arbeitgeber kann so eine unwirksame Kündigung aussprechen und darauf spekulieren, dass sich die Belegschaft in der Folge vom gekündigten Arbeitnehmer distanziert und weitere Gründe für eine Kündigung auftauchen. Im vorliegenden Fall hätte man zumindest eine erneute Anhörung des Betriebsrats und eine neue Kündigung, dann gestützt auf sämtliche Vorwürfe, verlangen müssen.

So können wir Ihnen helfen

Wir vertreten Arbeitnehmer deutschlandweit bei Kündigungsschutzklagen gegen ihren Arbeitgeber und erstreiten Abfindungen und auch in anschließenden Strafverfahren. Gerade wenn der Verdacht einer Straftat im Raum steht, ist es besonders wichtig, dass der Anwalt sowohl die arbeitsrechtliche, als auch die strafrechtliche Komponente des Geschehens hinreichend beachtet und sorgfältig gegeneinander abwägt. Strafrechtlich ist es oft am besten, nichts zu sagen. Arbeitsrechtlich wiederum ist dies unmöglich, wenn man in nicht die Kündigungsschutzklage verlieren will.

Besprechen Sie Ihren Fall zunächst unverbindlich mit dem Fachanwalt für Arbeitsrecht. Rufen Sie Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck an und besprechen Sie zunächst telefonisch und unverbindlich die Erfolgsaussichten einer Kündigungsschutzklage und ein geeignetes Vorgehen im Hinblick auf das drohende Strafverfahren.

Die Fachanwälte für Arbeitsrecht Volker Dineiger und Alexander Bredereck sind die Autoren des Handbuchs „Arbeitsrecht“ der Stiftung Warentest.

06.07.2016

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Sexuelle Übergriffe: Gleichklang.de legt Mitglieder-Umfrage vor

Eine Mitglieder-Befragung der Online-Partnervermittlung www.Gleichklang.de unter fast 1400 Mitgliedern zeigt, dass sexuelle Übergriffe in der Gesellschaft weit verbreitet sind. Eine offenere gesellschaftliche Kommunikation über Sexualität könnte nach Einschätzung der Plattform sexuellen Übergriffen vorbeugen.

Gleichklang hat eine Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt, um herauszufinden, wie viele der partnersuchenden Mitglieder jemals in ihrem Leben oder beim Gleichklang-Dating Opfer eines sexuellen Übergriffes geworden sind. Ebenfalls wurden die Mitglieder gefragt,ob sie selber sexuelle Übergriffe verübt haben. An der Umfrage beteiligten sich 1379 Gleichklang-Mitglieder im Alter von 18 bis 78,
unter ihnen 759 Frauen und 620 Männer.

Ergebnisse:

– 67,2% oder zwei von drei befragten Frauen gaben an, bereits Opfer mindestens eines sexuellen Übergriffs in ihrem Leben geworden zu sein.

– Sexuelle Übergriffe gegen Männer kamen seltener vor, waren aber nach den Ergebnissen der Umfrage ebenfalls durchaus weit verbreitet. So gab mehr als jeder vierte befragte Mann an (28,1%), bereits Opfer mindestens eines sexuellen Übergriffs in seinem Leben geworden zu sein.

– Es gab ebenfalls, wenn auch selten, Übergriffe während des Online-Dating bei Gleichklang. So gaben 40 oder 5,3% der befragten weiblichen Gleichklang-Mitglieder an, durch ein anderes Mitglied einen Übergriff erlitten zu haben. Sehr viel seltener berichteten männliche Gleichklang-Mitglieder von sexuellen Übergriffen durch
andere Mitglieder. Aber auch 6 männliche Mitglieder (1%) gaben mindestens einen Übergriff durch ein andere Mitglied an.

– 27,4% oder mehr als jeder vierte Mann gestand in der Umfrage ein, innerhalb seines Lebens bereits mindestens einmal selbst sexuell übergriffig geworden zu sein. Auch bei den Frauen gab jede zehnte Befragte (10,9%) an, bereits selber sexuell übergriffig geworden zu sein.

Mehrere Männer und Frauen, die über selbst verübte sexuelle Übergriffe berichteten, gaben in ihren Kommentaren an, die Wünsche der anderen Person fehlinterpretiert zu haben. Deutlich wird nach Ansicht des Diplom-Psychologen bei Gleichklang Dr. Guido F. Gebauer das Fehlen einer verbalen Kommunikation über Sexualität. Derartige
Kommunikationsstörungen könnten im Einzelfall zu Missverständissen führen, die sexuelle Übergriffe begünstigen könnten. Umso wichtiger sei es, dass Menschen früh lernten, offen über Sexualität und Verschiedenartigkeit zu sprechen, um so zu einem
respektvollem Umgang miteinander zu gelangen.

Gebauer schließt aus der Umfrage ebenfalls, dass die derzeitige gesellschaftliche Diskussion in eine gefährlich falsche Richtung laufe. Die Fokussierung von Medien und Politik auf Ausländer und Asylbewerber sei geeignet, die Allgegenwärtigkeit sexueller
Übergriffer in der Gesellschaft auszublenden. Ausländer würden so als klassische Sündenböcke dienen, um von einem Problem abzulenken, anstatt es zu lösen. Chancen für einen gesellschaftlichen Einstellungs- und Verhaltenswandel würden so verspielt. Damit drohten sexuelle Übergriffe eher gefördert als bekämpft zu werden.

Bezüglich des Online-Dating zeigt sich nach Meinung von Gebauer, dass eine gebührenpflichtige Plattform wie Gleichklang, die zudem ihren Mitgliedern klare Verhaltensregeln kommuniziere, das Problem sexueller Übergriffe deutlich begrenzen könne. Dennoch lasse sich auch beim Online-Dating die Gefahr sexueller Übergriffigkeit nicht ausschließen.

Online-Dating-Anbieter haben nach Ansicht von Gebauer eine besondere Verpflichtung, ihre Mitglieder für die Thematik sexueller Übergriffigkeit zu sensibilisieren und sich auch selbst in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen. Wichtig sei dabei, dass
die Diskussion um sexuelle Übergriffe nicht mit negativen und restriktiven Haltungen zur Sexualität vermischt werde.

Zahlreiche weitere Detailergebnisse der Umfrage, auch zu der Art der verübten sexuellen Übergriffe, werden in einem ausführlichen Artikel im Gleichklang-Blog dargelegt: http://blog.gleichklang.de

Gleichklang ltd betreibt das Informationsportal www.vegan.eu und die alternative Partnerbörse und Kennenlernplattform www.Gleichklang.de, bei der sich sozial und ökologisch engagierte Menschen für Partnerschaften, Freundschaften und Reisepartnerschaften begegnen. Das Unternehmen besteht seit 2006. Vegan.eu ist das führende Informationsportal zur veganen Lebensweise im deutschsprachigen Internet. Die Kennenlernplattform hat derzeit ca. 16000 Mitglieder.

Kontakt
Gleichklang limited
Guido F. Gebauer
Rambergstr. 41
30161 Hannover
0160 524 2562
gebauer@gleichklang.de
http://www.gleichklang.de

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Kündigung eines Arbeitnehmers wegen sexueller Belästigung unwirksam

Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen, zum Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 20. November 2014 – 2 AZR 651/13 – .

Ausgangslage:

Straftaten im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis bringen den Täter immer in die Gefahr einer fristlosen, hilfsweise ordentlichen Kündigung seines Arbeitsverhältnisses. Das gilt bei Straftaten zum Nachteil des Arbeitgebers, aber auch bei Taten zum Nachteil von Arbeitskollegen. Regelmäßig ist vor einer solchen Kündigung nicht einmal eine Abmahnung erforderlich. Es gibt aber auch Ausnahmen wie der aktuell entschiedene Fall des Bundesarbeitsgerichts zeigt.

Die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts:

Das Bundesarbeitsgericht hat die Kündigung eines Arbeitnehmers wegen verbaler und körperlicher sexueller Belästigung einer Arbeitnehmerin für unwirksam gehalten: Eine Abmahnung wäre im vorliegenden Fall ausreichend gewesen. Der Arbeitnehmer hatte der Mitarbeiterin eines externen Reinigungsunternehmens zunächst gesagt, dass diese einen „schönen Busen“ habe und diese dann an der Brust berührt. Die Arbeitnehmerin hatte sofort erklärt, dass sie dies nicht wünsche. Der Arbeitnehmer ließ von ihr ab. Im folgenden Personalgespräch räumte der Arbeitnehmer die Tat sofort ein, erklärte, dass ihm dies alles leid tue und es sich nicht wiederholen werde. Nach Erhalt der fristlosen, hilfsweise ordentlichen Kündigung entschuldigte sich der Arbeitnehmer außerdem schriftlich bei der belästigten Arbeitnehmerin und führte durch Zahlung eines Schmerzensgeldes einen Täter-Opfer-Ausgleich herbei. Dies reichte dem Bundesarbeitsgericht um unter Verweis auf die lange Dauer der Beschäftigung des Arbeitnehmers sowohl die fristlose, als auch die ordentliche Kündigung für im Einzelfall unwirksam zu halten. Der einmalige „Ausrutscher“ habe den für eine Kündigung erforderlichen Vertrauensverlust nicht bewirken können. Eine Abmahnung hätte gereicht.

Bewertung:

Bereits im Emmely-Urteil (Kündigung der Kaiserskassiererin wegen Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Pfandbons) hat das Bundesarbeitsgericht festgestellt, dass im Falle eines sehr lang andauernden und beanstandungsfrei verlaufenen Arbeitsverhältnisses der Arbeitnehmer quasi eine Art Vertrauensberg aufbaut, der unter Umständen auch nicht durch eine einmalige Straftat dergestalt abgebaut wird, dass dem Arbeitgeber die Weiterbeschäftigung des betroffenen Arbeitnehmers unzumutbar wird. Diese Unzumutbarkeit ist aber Voraussetzung für eine Kündigung. Ergo reicht in solchen Fällen dann eine Abmahnung aus. Ich sehe den vorliegenden Fall in dieser Linie der Rechtsprechung. Auch hier hatte der Arbeitnehmer viele Jahre beanstandungsfrei gearbeitet. Er hat aber auch durch seine Nachtatverhalten (sofortiges Zugeben der Tat, Entschuldigung, Täter-Opfer-Ausgleich usw.) zu erkennen gegeben, dass er den Unrechtsgehalt seines Tuns einsieht. Dadurch lässt er ebenfalls erkennen, dass eine Wiederholungsgefahr nicht besteht.

Fachanwaltstipp für Arbeitnehmer:

In derartigen Fällen muss künftig noch genauer als bisher das weitere Vorgehen diskutiert werden. Da der Arbeitgeber die Beweislast für die Kündigungsgründe trägt, ist es regelmäßig für den beschuldigten Arbeitnehmer verlockend, die Vorwürfe zu bestreiten. Auch im oben geschilderten Fall hätte möglicherweise Aussage gegen Aussage gestanden. Man sieht aber auch, dass das Bundesarbeitsgericht hier das ehrliche Verhalten des Arbeitnehmers im Nachgang belohnt hat. Zudem muss man immer auch an die Möglichkeit einer Verdachtskündigung denken.

Fachanwaltstipp für Arbeitgeber:

Unabhängig davon, dass der Arbeitgeber im vorliegenden Fall den Kündigungsschutzprozess verloren hat. Derartiges Verhalten eines Arbeitnehmers ist nicht tolerabel und für die Unternehmenskultur sehr schädlich. Der Arbeitgeber setzt sich möglicherweise eigenen Ansprüchen des geschädigten Arbeitnehmers aus, wenn er untätig bleibt. Manchmal ist es auch hier sinnvoller einen verlorenen Prozess zu riskieren, als sich dem Verdacht auszusetzen, gegen ein solches Verhalten nicht mit allen Mitteln vorzugehen. Wer in Zweifelsfällen aber sichergehen will, muss sich auf eine Abmahnung des Arbeitnehmers beschränken. Diese wird sollte dann aber unbedingt wirksam sein.

10.2.2015

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„So nicht!“ – Wie Opfer sich gegen sexuelle Belästigung wehren können

Bei zudringlichen Kollegen oder Vorgesetzten hilft am Besten: Raus aus der Opferrolle!

"So nicht!" - Wie Opfer sich gegen sexuelle Belästigung wehren können

psycheplus – Sexuelle Belästigung

Die Zahlen sind erschreckend hoch: Umfragen zufolge hat fast jede zweite Frau und jeder zehnte Mann in der Europäischen Union schon einmal sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erlebt. Viele Opfer leiden jahrelang an psychischen Folgen oder werden sogar ernsthaft krank. Doch aus Scham oder Angst schweigen die meisten. Dabei ist es wichtig, klare Grenzen zu setzen, erklärt der psycheplus Experte Benjamin Martens. Und gibt wirkungsvolle Tipps, wie sich Betroffene wehren können.

Anzüglichkeiten niemals hinnehmen!
Betroffene fühlen sich häufig gleichermaßen unangenehm berührt wie unsicher: Sollen sie auf obszöne Witze beim Mittagessen, auf anzügliche Blicke und schlüpfrige Anspielungen im Büroalltag überhaupt reagieren? Wo beginnt eigentlich sexuelle Belästigung – und was muss etwa eine Frau unter Männern im Büro einfach hinnehmen? „Sexuelle Belästigung kann auch subtil sein. Es muss nicht erst zu „Handgreiflichkeiten“ kommen“, weiß der Psychologe Benjamin Martens von psycheplus – und rät Betroffenen zur Gegenwehr. Denn der Chef, der einer Mitarbeiterin bedrängend nahe kommt, der Sachbearbeiter, der seiner Kollegin Nacktfotos in die Postmappe legt – sie alle verhalten sich übergriffig und machen sich womöglich sogar strafbar. „Es gibt viele Arten von sexueller Belästigung“, betont der psycheplus Experte Benjamin Martens. „In jedem Fall empfiehlt sich eine konsequente Linie. Zudringlichkeiten muss niemand einfach hinnehmen.“ Rechtlich ist der Schutz der Opfer zwar klar geregelt. Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) definiert sexuelle Belästigung als ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, das der Betroffene als beleidigend oder abwertend empfindet. Trotzdem sind sexuelle Übergriffe gerade im beruflichen Umfeld alarmierend weit verbreitet: Einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO zufolge waren 40 bis 50 Prozent aller Frauen schon einmal sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ausgesetzt. Laut einer deutschen Studie mit 4.000 weiblichen Befragten waren es sogar 72 Prozent.

Für Betroffene kein „Kavaliersdelikt“
Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen ist damit weiblich. Aber es gibt durchaus auch männliche Opfer: Eine Schweizer Studie belegt, dass jeder zehnte männliche Arbeitnehmer schon einmal mit zudringlichen oder anzüglichen Kolleginnen oder weiblichen Vorgesetzten zu tun hatte. Eine Untersuchung der EU kommt zum gleichen Ergebnis. Sich dagegen zur Wehr zu setzen fällt allerdings beiden Geschlechtern ähnlich schwer: „Schließlich geht es bei sexueller Belästigung nicht um ein unpassend dargebrachtes sexuelles Interesse, sondern klar um einen sexualisierten Ausdruck von Macht. Die Betroffenen fühlen das genau und reagieren daher meist eingeschüchtert. Viele fühlen sich erniedrigt und fürchten, dass ihnen ohnehin keiner glauben wird“, weiß Martens. Besonders Frauen lähmt zudem die Angst vor sexueller Gewalt. So fällt es den meisten schwer, die Hemmschwelle zu überwinden und sich Hilfe zu suchen. Doch wer die Vorfälle ignoriert, riskiert in einen Teufelskreis zu geraten: Die psychische Belastung kann schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Die Symptome gleichen denen von Mobbing-Opfern, erklärt der Psychologe: „Betroffene zweifeln an sich und verlieren Selbstbewusstsein. Häufig sinkt die Arbeitsmotivation, sie geraten in die Isolation, ihre allgemeine Lebensqualität nimmt ab.“ Wer solche Symptome an sich beobachtet, kann beispielsweise mithilfe eines psychologischen Selbsttests feststellen, ob die andauernde Belastung bereits psychische Folgen nach sich gezogen hat: In schweren Fällen führt der seelische Stress sogar zu Angststörungen, Depressionen und Arbeitsunfähigkeit. Wer unter einem zudringlichen Kollegen leidet, sollte seine Gefühle deshalb ernst nehmen. Denn Täter, die glauben, mit ihrem Verhalten durchzukommen, werden sich in der Regel ermuntert fühlen, die Belästigung fortzusetzen.

Tipps: Wie Opfer sich wehren können
Ein sinnvoller erster Schritt ist, sich an eine Vertrauensperson zu wenden, etwa an den Partner oder gute Freunde. Die Rückmeldung eines nahe stehenden Menschen kann helfen, die Situation besser einzuschätzen. „Auf keinen Fall dürfen Betroffene die Schuld bei sich suchen, etwa weil sie die vermeintlich falsche Kleidung tragen“, betont Benjamin Martens. Vor allem kommt es darauf an, Zudringlichkeiten laut und deutlich zurückzuweisen. Betroffene müssen klar machen: „So nicht! Ich fühle mich bedrängt und das akzeptiere ich nicht!“ Als nächstes sollten sie sich – zunächst vertraulich – im Betrieb umhören: Vielleicht gibt es andere Kolleginnen, die der Betreffende ebenfalls drangsaliert. Wenn sonst nichts hilft, bleibt der Gang zum Vorgesetzten, dem Betriebsrat oder der Frauenbeauftragten. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, jede Beschwerde zu prüfen und einzuschreiten. Je nach Schwere der Vorfälle kann auch ein strafrechtliches Verfahren der richtige Weg sein. Informationen gibt es bei der Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes. „Auch wenn sich die Opfer hilflos vorkommen: Tatsächlich sitzen sie am längeren Hebel“, sagt der Psychologe. „Wer sich wehrt, hat gute Aussichten auf Erfolg – und der Täter viel zu verlieren: Für ihn kann eine fundierte Beschwerde das Ende seiner Karriere bedeuten.“
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Kachelmann & Co.: Macht-Männer in der Sex-Falle

Diplom-Psychologe Rolf Schmiel über unbeherrschte Promi-Machos

Sie haben eigentlich alles, was sie wollen: Geld, Einfluss und meist auch ein attraktives Äußeres. Dennoch tappen gerade jene, auf denen die Augen der Öffentlichkeit ruhen, immer öfter in die Sex-Falle. Nur die Wenigsten geben aber unumwunden ihre „schwachen Momente“ zu, wie etwa Arnold Schwarzenegger, dem angesichts des außerehelich gezeugten Nachwuchses auch kaum etwas anderes übrig blieb. Andere wiederum haben sich – vorerst – nur mutmaßlich ins Abseits manövriert. Bleibt die Frage: Wie ticken diese Männer? Diplom-Psychologe Rolf Schmiel hat darauf zwei mögliche Antworten:

Der Narzisst

„Aus analytischer Sicht lassen sich bei vielen erfolgreichen und mächtigen Männern eindeutige Eigenschaften einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung feststellen“, sagt Schmiel. „Anscheinend ist diese Art der Störung, bei der Betroffene sich einerseits selbst sehr wichtig nehmen und sich andererseits rücksichts- und skrupellos verhalten, für Karrieren im Showbusiness, im Geschäftsleben und in der Politik förderlich.“ Dieses Gebaren führe aber auch dazu, dass die Betroffenen glauben, sich nicht an allgemein gültige Regeln halten zu müssen. „In ihrer Welt muss sich alles um sie selbst und ihre Bedürfnisse drehen. Daher zeigen sie nach Fehltritten meist wenig Reue und sind oft sogar erstaunt, dass man ihnen ihr negatives Verhalten vorhält.“ Schmiel stellt allerdings klar: „Eine narzisstische Störung macht sie aber sicherlich nicht schuldunfähig!“

Der Gelegenheits-Lover

Weniger pathologisch ist laut Schmiel der Erklärungsansatz einer „Options-Theorie“. „Erfolgreiche Männer zeigen ein oft unmögliches Verhalten, weil sie die Gelegenheiten dazu haben – aber dies nicht direkt sanktioniert wird.“ Viele Führungskräfte und Prominente erhielten einfach kein negatives Feedback für ihr Fehlverhalten, so der Psychologe. „Und weil sie niemand kritisiert, glauben sie, dass es schon ganz OK ist, was sie machen. Lernpsychologisch gesehen, entstehen dadurch bestimmte Verhaltensmuster, die sich immer weiter steigern, bis sie schließlich in einer Katastrophe gipfeln.“ Aus diesem Grund sei es überaus wichtig, Grenzüberschreitungen jeglicher Art offen anzusprechen. „Damit macht man sich nicht immer beliebt, aber es kann Schlimmeres im Keim ersticken.“

Ob sich Prominente tatsächlich überdurchschnittlich häufig daneben benehmen, ist laut Schmiel wissenschaftlich nicht erwiesen. Durch die intensive Berichterstattung der Medien entstehe zwar dieser Eindruck, er sei aber in keiner Weise belegt. „Es gibt wahrscheinlich genauso viele unverschämte Idioten, die nicht prominent oder erfolgreich sind“, meint der Psychologe. „Bei den Promis wird negatives Verhalten allerdings schneller bemerkt.“

Der Diplom-Psychologe Rolf Schmiel ist Buchautor und Gastreferent bei internationalen Tagungen. Seit über zehn Jahren begeistert er mit wissenschaftlich fundierten und praxisnahen Erlebnisvorträgen die Kunden und Mitarbeiter renommierter Unternehmen wie z. B. Audi, BMW, Deutsche Bank, Lufthansa, Nokia, Siemens, Telekom und Vodafone. Sein Psychologie-Studium finanzierte er durch Engagements als preisgekrönter Zauberkünstler und Gala-Moderator. Er stand zusammen mit Stars wie Ina Müller, Thomas Gottschalk und Rudi Carrell auf der Bühne. Seine eigenen Erfahrungen aus dem Showgeschäft und seine psychologische Kompetenz machen ihn zu einem profunden Kommentator der „Macken der Stars“.

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