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Die falsche Palmöl-Diskussion:

Biosprit oder Schokolade?

sup.- Ökologische Verantwortung ist richtig und gut. Sowohl in der Praxis als auch in der Diskussion läuft sie jedoch oft in eine falsche Richtung. Ein prominentes Beispiel: Palmöl in der Schokolade, das dem Produkt eine besondere Konsistenz gibt, steht in der Kritik. Zahlreiche Verbraucher glauben, aus ökologischer Verantwortung, konkret zum Schutz der Regenwälder, auf solche Produkte verzichten zu sollen. In den Supermarkt sind sie allerdings mit dem Auto gefahren, in dem Palmöl als Biokraftstoff verbrannt wird. Ein eindrucksvoller Widerspruch.

Derzeit werden rund 46 Prozent des von der EU eingeführten Palmöls zur Herstellung von Biodiesel genutzt. Im Tank des Autos glauben viele Menschen mit Biosprit etwas Gutes zu tun. Hier ist es „Bio“. So werden dann auch hydrierter Sprit aus Raps, Soja und Sonnenblumen sowie Ethanol aus Mais, Weizen oder Zuckerrüben in den Zylindern verbrannt. In den Nahrungsmitteln, für die solche Pflanzen eigentlich vorgesehen sind, gelten die Öle daraus dann allerdings nicht mehr als „Bio“, sondern als Problem.

Tatsache ist dagegen, dass die Nahrungsmittelwirtschaft bei der Umsetzung ökologischer Verantwortung beispielhaft ist. Im Jahr 2004 ist auf Initiative des WWF der „Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) gegründet worden. Hier wurden Standards und Prinzipien festgelegt, um eine sozialere und umweltverträglichere Palmöl-Produktion zu fördern. Rund ein Fünftel des weltweit hergestellten Palmöls ist mittlerweile über den RSPO zertifiziert. Deutschland ist mit einem Anteil von über 70 Prozent bei der Verwendung von zertifiziertem Palmöl im Vergleich zu anderen europäischen Ländern vorbildlich. Seit 2009 untersucht der WWF im zweijährigen Rhythmus die Nutzung des zertifizierten Rohstoffes. 44 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland setzen vollständig oder teilweise zertifiziertes Palmöl ein. 88 Unternehmen von ihnen verwenden sogar zu hundert Prozent zertifizierte Ware. Verbraucher können den deutschen Palmöl-Check unter www.wwf.de einsehen. Hier sind die rein deutschen Unternehmen erfasst. Bei den internationalen Herstellern, die nachhaltiges Palmöl verwenden, sind Unternehmen wie Danone, Ferrero oder Kellogg“s in der beispielhaften Spitzengruppe. Auch hier lassen sich die Daten unter wwf.panda.org einsehen.

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Palmöl-Check bewertet die Anbau-Standards

Zertifizierte Rohstoffe als Qualitätskriterium

sup.- Palmöl ist das begehrteste Pflanzenöl der Welt. Sein Anbau steht allerdings oft in der Kritik, weil sich die Plantagen überwiegend in den Regenwaldregionen Südost-Asiens befinden. Ein umfassender Ersatz durch andere Pflanzenöle wie z. B. Soja- oder Kokosöl würde allerdings weitaus größere Anbauflächen erfordern. Statt eines Verzichts auf Palmöl fordert der World Wide Fund For Nature (WWF) deshalb die bewusste Nutzung von zertifiziertem Palmöl. Organisationen wie der Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO), das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) und die Palm Oil Innovation Group (POING) haben dafür ökologische und soziale Standards definiert. Mit dem „Palmöl-Check“ bewertet der WWF alle zwei Jahre, inwieweit deutsche Unternehmen bei Einkauf und Verarbeitung die zertifizierten Rohstoffe nutzen. Verbraucher, die Wert darauf legen, dass Schokoladengenuss und Nachhaltigkeit sich nicht ausschließen, können die Ergebnisse unter www.wwf.de einsehen. Eine internationale Übersicht ist unter wwf.panda.org abrufbar.

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WWF macht den Palmöl-Check

Scorecard bewertet deutsche Firmen

WWF macht den Palmöl-Check

Foto: WWF (No. 6003)

sup.- Palmöl steckt in vielen Tanks, wenn man mit dem Auto zum Supermarkt fährt, und dort dann beim Einkauf in fast jedem zweiten Produkt im Regal. Es ist das begehrteste Pflanzenöl der Welt. Weltweit werden 62 Mio. Tonnen auf einer Fläche von 17 Mio. Hektar angebaut. Und weil dies vor allem auf Plantagen in den tropischen Regenwaldregionen Südost-Asiens geschieht, gibt man dem Palmöl oft Schuld an der Rodung von Flächen und der Gefährdung von Tieren.

Verzicht auf Palmöl ist allerdings keine Lösung. Verglichen mit anderen Pflanzenölen benötigt es wenig Fläche. Palmöl durch Soja- oder Kokosöl zu ersetzen, so die Umweltorganisation WWF, würde zu weitaus schlimmeren Problemen führen. Es würden größere Flächen benötigt, die Treibhausgasemissionen würden steigen und mehr Tierarten wären bedroht. Deshalb fordern die Umweltschützer keinen Verzicht auf Palmöl, sondern stattdessen den Einsatz von Palmöl, das nach ökologischen und sozialen Standards angebaut wird. International engagieren sich hier Organisationen wie der Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO), das Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) und die Palm Oil Innovation Group (POING).

Seit 2009 untersucht der WWF im zweijährigen Rhythmus die Käufer und Verarbeiter von Palmöl. Dabei geht es um eine Bewertung der Unternehmen im Hinblick auf die Nutzung zertifizierten Rohstoffes. Der Trend ist seit 2009 positiv. Aktuell setzen 44 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland vollständig oder teilweise zertifiziertes Palmöl ein. 88 Unternehmen von ihnen verwenden sogar zu 100 Prozent zertifizierte Ware. Interessierte Verbraucher können den deutschen Palmöl-Check unter www.wwf.de einsehen. Er konzentriert sich allerdings nur auf deutsche Unternehmen. Bei den internationalen Herstellern, die nachhaltiges Palmöl verwenden, sind Unternehmen wie Danone, Ferrero oder Kellogg“s in der beispielhaften Spitzengruppe. Auch hier ist die Score Card unter wwf.panda.org öffentlich einsehbar.

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Lebensmittel mit zertifiziertem Palmöl bevorzugen

Verzicht ist keine verantwortungsvolle Lösung

Lebensmittel mit zertifiziertem Palmöl bevorzugen

Foto: Fotolia / gpointstudio (No. 5963)

sup.- Wenn es denn so einfach wäre: Immer mehr Konsumenten in Deutschland glauben, sie würden umweltbewusst handeln, weil sie bevorzugt zu Lebensmitteln mit dem Hinweis „ohne Palmöl“ greifen. Das ist aber leider nur Augenwischerei. Denn anstelle von Palmöl kommen in diesen Produkten dann andere Pflanzenöle zum Einsatz wie z. B. Soja-, Raps- oder Sonnenblumenöl. Deren Image ist zwar längst nicht so angeschlagen wie das von Palmöl, rein sachlich betrachtet ist der Anbau dieser Alternativöle für die Umwelt jedoch nicht weniger problematisch, sondern sogar eher mehr. Dafür gibt es einen schlichten Grund, der in den populistischen Diskussionen rund um das ungeliebte Palmöl selten Erwähnung findet, namhaften Umweltschutzorganisationen jedoch sehr wohl bekannt ist: „Würde man Palmöl durch einen Mix aus Raps-, Sonnenblumen-, Kokos- und Sojaöl ersetzen, so würde Deutschland das 5-fache an Fläche benötigen“, so die ernüchternde Erkenntnis des WWF Deutschland in seiner Analyse „Berechnungen zu einer palmölfreieren Welt“.

Wegen der hohen Ertrag-pro-Fläche-Bilanz von Ölpalmen weisen deshalb auch die Deutsche Umwelthilfe sowie das Südwind Institut für Ökonomie und Ökumene in der so genannten „Legauer Erklärung“ darauf hin, dass Palmöl durchaus einen sinnvollen Beitrag zur heutigen und zukünftigen Ernährung und Rohstoffversorgung leistet. Entscheidend forciert werden müssten aber die öko-sozialen Kriterien bei Anbau, Verarbeitung und Verwendung. Dieses Ziel verfolgt seit Jahren die Multi-Stakeholder-Initiative „Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO), der mittlerweile weltweit ca. 3.300 Mitglieder angehören. Eine vergleichbare Organisation zur Förderung von ökologischen Anbaumethoden und fairen Handelsbedingungen gibt es für alternative fettliefernde Nutzpflanzen bislang nicht. Die Bilanz der RSPO-Aktivitäten: Im Jahr 2016 wurden zwölf Mio. Tonnen nachhaltig zertifiziertes Palmöl produziert, was ungefähr 21 Prozent der weltweiten Palmölproduktion entspricht. Während es in Europa, insbesondere in Deutschland seitens der Hersteller, allen voran denen aus der Lebensmittelindustrie, eine sehr hohe Nachfrage nach zertifiziertem Palmöl gibt, ist das Engagement von Ländern wie China, Indien und Pakistan, den größten Konsumenten von Palmöl, in dieser Hinsicht gleich null. Der Umwelt zuliebe kann Verbrauchern in Deutschland deshalb nur empfohlen werden, statt nach Produkten „ohne Palmöl“ Ausschau zu halten, Ware zu bevorzugen, bei der zertifiziertes Palmöl zum Einsatz kommt.

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Wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt bei Palmölplantagen

Ökologische Intensivierung der Produktivität

Wesentlicher Nachhaltigkeitsaspekt bei Palmölplantagen

Grafik: Supress (No. 5944)

sup.- Fettliefernde Nutzpflanzen bilden einen unverzichtbaren Grundpfeiler zur Ernährungsversorgung der kontinuierlich wachsenden Weltbevölkerung. Die größte Herausforderung beim Anbau dieser landwirtschaftlichen Rohstoffe besteht darin, einen möglichst hohen Ertrag auf einer möglichst geringen Fläche zu erzielen. Eine Begrenzung der notwendigen Anbauflächen für den steigenden Bedarf an Pflanzenölen durch eine ökologische Intensivierung der Produktivität muss laut Dr. Alain Rival vom Zentrum für internationale Zusammenarbeit in der Agrarforschung für Drittländer (CIRAD) deshalb ein dominanter Aspekt aller Nachhaltigkeitsstrategien sein.

Die beste Ertrag-pro-Fläche-Bilanz unter den relevanten fettliefernden Nutzpflanzen bieten Ölpalmen. Im weltweiten Durchschnitt wird auf Palmölplantagen ein Ölertrag von 3,8 Tonnen pro Hektar (t/ha) erzielt. Der vergleichbare Ertrag beträgt nach Zahlen des Center for International Foresty Research (CIFOR) hingegen z. B. bei Sojabohnen nur 0,37 t/ha, bei Sonnenblumen 0,8 t/ha und bei Raps 1,0 t/ha. Nachhaltig bewirtschaftete Palmölplantagen kommen sogar bereits auf eine Ertragsbilanz von knapp 6 t/ha. Und in Forschungseinrichtungen wurden Spitzenwerte von 10 t/ha erreicht.

Priorität bei Nachhaltigkeits-Konzepten sollte laut Dr. Rival das Ziel haben, dass alle Plantagenbesitzer, Kleinbauern ebenso wie große Agrarbetriebe, Zugang zu ausgewähltem und zertifiziertem Saatgut erhalten. Verbessertes Saatgut und beste landwirtschaftliche Praktiken steigern Qualität wie Quantität der Ernte und reduzieren gleichzeitig den notwendigen Einsatz von Düngemitteln. Entsprechende Schulungs- und Innovationstransfers gehören deshalb zu den vorrangigen Aufgaben des „Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO), einer Multistakeholder-Initiative mit inzwischen etwa 3.300 Mitgliedern. Rund 3,3 Mio. ha Plantagenland sind mittlerweile RSPO-zertifiziert, im Jahr 2008 waren es hingegen erst magere 106.000 ha.

Wesentlicher Motor bei allen Nachhaltigkeitsbemühungen sind nach Informationen von Dr. Rival die Industrienationen, allen voran Deutschland. Fatal ist es deshalb, wenn ausgerechnet Konsumenten hierzulande glauben, sie würden ethisch verantwortungsvoll und ökologisch korrekt handeln, wenn sie sich gezielt für Produkte mit dem Hinweis „ohne Palmöl“ entscheiden. Damit erweisen sie Nachhaltigkeitsbestrebungen einen Bärendienst. Stattdessen sollten sich Konsumenten mit Hilfe von Etiketten-Kennzeichnungen sowie Verbraucher-Websites informieren und Ware von Unternehmen bevorzugen, die sich für nachhaltig zertifiziertes Palmöl stark machen.

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Bumerang-Effekt beim Palmöl-Boykott

Das Ende aller Nachhaltigkeitsbemühungen

Bumerang-Effekt beim Palmöl-Boykott

Foto: Fotolia / ThKatz (No. 5895)

sup.- Es ist dringend erforderlich, die ideologisch und oft auch irrational geführten öffentlichen Diskussionen rund um den Palmölanbau zu versachlichen. Diese Forderung vertritt Dr. Alain Rival vom Zentrum für internationale Zusammenarbeit in der Agrarforschung für Drittländer (CIRAD) im Wissenschaftlichen Pressedienst (WPD) „Moderne Ernährung heute“. Weder sind Ölpalmen „Wunderpflanzen“, wie sie von den Bauern in den Tropen gepriesen werden, noch eine ernste ökologische Bedrohung, deren Erträge boykottiert werden sollten, wie im Gegensatz zu anerkannten Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie Greenpeace und dem WWF einige extreme selbsternannte Umweltschützer fordern.

Fakt ist: Die Ölpalme liefert mit 3,8 Tonnen pro Hektar (t/ha) im weltweiten Durchschnitt außergewöhnlich hohe Erträge und liegt in Bezug auf den Ertrag pro Hektar an der Spitze der industriell genutzten Pflanzenöle. Die besten Plantagen in Südostasien erwirtschaften sogar nahezu 6 t/ha und in Forschungseinrichtungen werden bereits mehr als 10 t/ha erreicht. Die ökologische Intensivierung der Produktivität ist laut Dr. Rival ein ganz wesentlicher Nachhaltigkeitstreiber, weil sie eine Begrenzung der notwendigen Anbauflächen für den wachsenden Bedarf an Pflanzenölen ermöglicht. Ziel muss es deshalb sein, dass alle Plantagenbesitzer, Kleinbauern ebenso wie große Agrarbetriebe, Zugang zu ausgewähltem und zertifiziertem Saatgut haben. Damit wird erreicht, dass die Menschen wie auch die Umwelt von aktuellen Forschungsergebnissen in der Pflanzenzucht profitieren können. Verbessertes Saatgut und beste landwirtschaftliche Praktiken optimieren die Erträge sowie die Arbeitsbedingungen (durch leichteres Ernten bei kürzeren Palmen) und reduzieren gleichzeitig den notwendigen Einsatz von Düngemitteln.

Eine der größten Herausforderungen für die ökologische Intensivierung des Ölpalmenanbaus ist nach Einschätzung von Dr. Rival der Innovationstransfer zu den Kleinbauern, die rund 40 Prozent der weltweiten Palmölproduktion erwirtschaften. Diese Wissensvermittlung zu fördern, gehört zu den wesentlichen Aufgaben des „Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO). Diese internationale Multi-Stakeholder-Initiative ist im Jahr 2004 mit ca. zehn Mitgliedern gegründet worden. Heute umfasst der Roundtable 3.300 Mitglieder. Ca. 3,3 Mio. ha Plantagenland sind mittlerweile RSPO-zertifiziert (verglichen mit 106.000 ha im Jahr 2008). Im Jahr 2016 wurden zwölf Mio. t nachhaltig zertifiziertes Palmöl produziert, was ungefähr 21 Prozent der weltweiten Palmölproduktion entspricht. Laut Dr. Rival beginnen Hersteller wie Konsumenten, ihren Einfluss zu erkennen, den sie durch die Bevorzugung von RSPO-zertifiziertem Palmöl ausüben können.

Ein Boykott von Palmöl zum vermeintlichen Schutz der Umwelt hätte hingegen einen Bumerang-Effekt und würde letztendlich das Ende aller Nachhaltigkeitsbemühungen im Bereich Palmöl bedeuten. „Nähme man die 17 Prozent des für die Nordhalbkugel bestimmten Palmöls vom Markt, würde dies jegliche Zertifizierungsauflagen aushebeln, da diese für die Märkte des Südens (China, Indien, Pakistan) schlichtweg nicht existieren“, so Dr. Rival. Hinzu kommt: Ein Boykott von Palmöl würde dazu beitragen, die Produktion von anderen fettliefernden Nutzpflanzen wie Sojabohnen, Raps oder Sonnenblumen zu forcieren, die keineswegs eine bessere ökologische Bilanz als Ölpalmen aufweisen. Im Gegenteil: Diese Alternativen bieten einen erheblich niedrigeren Ertrag pro Hektar und benötigen in der Anbauphase einen intensiven Einsatz von Pestiziden.

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Bilanz von fettliefernden Nutzpflanzen

Effizienz mitentscheidend für ökologische Qualität

Bilanz von fettliefernden Nutzpflanzen

Grafik: Supress (No. 5857)

sup.- In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Weltbevölkerung mehr als verdoppelt von rund drei Mrd. auf knapp sieben Mrd. Menschen. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen, die gebraucht werden, um diese Menschen zu ernähren, sind in diesem Zeitraum jedoch nur um zehn Prozent gewachsen. Hätten sich die Ernteerträge pro Fläche seit 1961 nicht verbessert, wären im Jahr 2012 rund 30 Mio. Quadratkilometer Ackerfläche nötig gewesen, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Tatsächlich waren es aber nur 14 Mio. Quadratkilometer. Effizienz ist in der Landwirtschaft ein existenzielles Kriterium, um die wachsende globale Population ernähren zu können. Effizienz ist gleichzeitig aber auch ein mitentscheidendes Kriterium für ökologische Qualität. Dieser Aspekt findet bei Umweltdiskussionen oftmals allerdings zu wenig Beachtung. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Beurteilung von Pflanzenölen.

Viele Verbraucher glauben, dass sie ökologisch verantwortungsvoll handeln, wenn sie Produkte bevorzugen, bei denen anstelle von Palmöl z. B. Raps-, Sonnenblumen- oder Sojaöl verwendet wird. So leisten sie ihrer Meinung nach einen Beitrag zum Schutz des Regenwaldes. Anerkannte Umweltorganisationen bestätigen jedoch, dass der Verzicht auf Palmöl keineswegs zwangsläufig der Umwelt zugutekommt, im Gegenteil: „Würde man Palmöl durch einen Mix aus Raps-, Sonnenblumen-, Kokos- und Sojaöl ersetzen, so würde Deutschland das 5-fache an Fläche benötigen“, heißt es in der Analyse „Berechnungen zu einer palmölfreieren Welt“ des WWF Deutschland. Der Grund hierfür liegt in der hohen Effizienz von Ölpalmen im Vergleich zu anderen fettliefernden Nutzpflanzen.

Nach Zahlen des Center for International Forestry Research (CIFOR) beträgt der Gewinn an Rohöl bei Palmen pro Hektar mindestens 3.500 kg, bei nachhaltig bewirtschafteten Plantagen sogar bis zu 8.000 kg. Die Ausbeute je Hektar beläuft sich hingegen z. B. bei Raps lediglich auf 1.000 kg, bei Sonnenblumen auf 800 kg und bei Sojabohnen nur auf 375 kg.

Die hervorragende Position von Palmöl bei der Ertrag-pro-Fläche-Bilanz ist ein wichtiges ökologisches Argument, soll jedoch nicht davon ablenken, dass der Anbau von Ölpalmen ausnahmslos umwelt- und sozialverträglich gestaltet werden sollte. Und hier besteht in der Tat noch erheblicher Handlungsbedarf. Der Anteil an Palmöl mit einer Nachhaltigkeits-Zertifizierung liegt nach Informationen des „Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) weltweit erst bei rund 18 Prozent. Deutlich besser schneidet Deutschland ab. Rund 50 Prozent des in der Lebensmittelbranche eingesetzten Palmöls sind nach Auskunft von OVID (Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland) entsprechend ausgezeichnet. Allerdings zeigt eine Greenpeace-Analyse von 14 namhaften Markenherstellern, dass es bei dem Engagement der Unternehmen pro transparent rückverfolgbarem Palmöl mit Zertifikat noch deutliche Unterschiede gibt ( www.greenpeace.de/themen/walder/musli-mit-bitterem-beigeschmack).

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Produkte „ohne Palmöl“ ökologisch nicht sinnvoll

Engagement für nachhaltigen Anbau zielführender

Produkte "ohne Palmöl" ökologisch nicht sinnvoll

Grafik: Supress (No. 5717)

sup.- Immer häufiger finden Verbraucher im Supermarkt Lebensmittel mit dem Etikett „ohne Palmöl“. Dem Konsumenten soll mit diesem Hinweis suggeriert werden, dass er bei der Wahl für entsprechend ausgezeichnete Produkte eine ökologisch wertvolle Entscheidung trifft. Manchmal findet sich dieses Label sogar auf Waren, für deren Produktion zu keiner Zeit Palmöl genutzt wurde. Eine bewusste Verbrauchertäuschung, die an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten ist, so das Urteil von Carl Bek-Nielsen, Chef des Unternehmens United Plantations und stellvertretender Vorsitzender des „Runden Tischs für Nachhaltiges Palmöl (RSPO).

Anerkannte Umweltorganisationen weisen ebenfalls darauf hin, dass der Verzicht auf Palmöl keineswegs zwangsläufig ökologisch sinnvoller ist, wie die Verbraucher durch solche Hinweise glauben sollen. Denn Fakt ist: Der herrschende Umwandlungsdruck auf natürliche Flächen wie Wälder, Feuchtgebiete oder Savannen wird durch den Austausch von Palmöl durch andere fettliefernde Nutzpflanzen nicht kleiner, sondern sogar bedeutend größer. Nach Analyse des WWF (World Wide Fund For Nature) werden für die in Deutschland jährlich genutzten 1,82 Mio. Tonnen Palmöl 397.781 Hektar Anbaufläche, hauptsächlich in den Produktionsländern Malaysia und Indonesien, belegt. „Würde man Palmöl durch einen Mix aus Raps-, Sonnenblumen-, Kokos- und Sojaöl ersetzen, so würde Deutschland das 5-fache an Fläche benötigen: 1,85 Mio. ha“, heißt es in der aktuellen WWF-Studie „Berechnungen zu einer palmölfreieren Welt“. Aus diesem Grund plädiert auch Greenpeace nicht für einen Verzicht auf Palmöl, sondern stattdessen für die Forcierung von nachhaltigen Anbaumethoden: „Wir sind nicht gegen Palmöl oder gegen die Palmölindustrie. Wir sind gegen Palmöl, das auf Plantagen angebaut wird, für die tropischer Regenwald oder Torfwälder vernichtet werden“, so lautet ihr differenziertes Statement.

Statt auf Lebensmittel „ohne Palmöl“ zu setzen, sollten Verbraucher deshalb lieber durch ihre Kaufentscheidung dazu beitragen, die Produkte von Unternehmen zu bevorzugen, die sich bei ihrer Einkaufspolitik transparent für nachhaltig rückverfolgbares Palmöl stark machen. Und in dieser Hinsicht sind deutsche Lebensmittelhersteller wie auch Firmen, die prominent mit ihren Produkten auf dem deutschen Markt vertreten sind, Vorreiter und wichtige Impulsgeber. Über 50 Prozent des in der Lebensmittelbranche genutzten Palmöls sind laut Angaben von OVID (Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland) bereits mit einer Nachhaltigkeits-Zertifizierung ausgewiesen. Der weltweite Anteil von entsprechend ausgezeichnetem Palmöl liegt nach Informationen des RSPO hingegen erst bei 18 Prozent.

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Öko-soziale Kriterien für Palmöl forcieren

Umweltorganisationen sehen Markenhersteller in der Pflicht

Öko-soziale Kriterien für Palmöl forcieren

Foto: Fotolia / ThKatz (No. 5654)

sup.- Einen Verzicht auf Produkte mit Palmöl zu fordern, halten namhafte Umweltorganisationen wie Greenpeace oder der WWF weder für realistisch noch für zielführend. Äußerst sinnvoll ist hingegen die Forderung, dass alle Beteiligten der Palmöl-Lieferkette entschieden dazu beitragen müssen, die öko-sozialen Kriterien für einen nachhaltigen Anbau zu forcieren. In der Pflicht sehen die Nichtregierungsorganisationen (NGO) bei dieser Aufgabe insbesondere auch die großen Markenhersteller. „Die Unternehmen müssen sicherstellen, dass sich die Herkunft des Öls über die gesamte Lieferkette bis zur Plantage nachverfolgen lässt“, mahnt Jenny Walther-Thoß vom WWF Deutschland.

Bereits im Jahr 2004 ist die Multi-Stakeholder Plattform „Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) gegründet worden, die Mindest-Standards und Prinzipien definiert hat, um eine sozialere und umweltverträglichere Palmöl-Produktion zu initiieren. Deren Anforderungen gehen aber Umweltorganisationen nicht weit genug. Deshalb ist im Jahr 2013 u. a. auf Anregung von Greenpeace, Rainforest Action Network sowie WWF die Palmöl Innovationsgruppe (Palm Oil Innovation Group, POIG) ins Leben gerufen worden. Ziel von POIG ist es, die Ansprüche bezüglich Transparenz und Berichtspflichten im Hinblick auf die ökologische, soziale und ökonomische Verantwortung deutlich zu verschärfen.

In einer aktuellen Studie hat Greenpeace das Engagement von 14 international ausgerichteten Markenherstellern hinsichtlich Transparenz und Nachhaltigkeit bei ihrer Palmöl-Einkaufspolitik bewertet. Alle Firmen sind Mitglieder im RSPO, lediglich Ferrero und Danone sind zusätzlich offizielle Unterstützer der POIG und haben entsprechende Selbstverpflichtungen abgegeben. Die Ergebnisse: Nur ein einziger der überprüften Markenhersteller, nämlich Ferrero, kann annähernd 100 Prozent des von ihm bezogenen Palmöls transparent bis zur Plantage zurückverfolgen. Dem italienischen Süßwarenhersteller wird von Greenpeace außerdem bescheinigt, dass er sich verantwortungsvoll für den Wandel der gesamten Industrie einsetzt. Mit Abstrichen ähnlich gut schnitt bei der Studie lediglich noch Nestle ab. Aber nur für diese beiden Unternehmen steht die Greenpeace-Ampel auf Grün. Orange signalisiert die Ampel hingegen für Danone, General Mills, Ikea, Kellogg“s, Mars, Mondelez, Orkla, P&G sowie Unilever. Bei diesen Unternehmen kritisiert Greenpeace insbesondere z. B. die zu geringe Transparenz bezüglich der Rückverfolgbarkeit ihres Palmöls. Mit einem tiefroten Ampel-Signal gehören zu den Schlusslichtern der Greenpeace-Bilanz die Unternehmen Colgate-Palmolive, Johnson & Johnson sowie PepsiCo, die kaum Nachweise dafür erbringen konnten, dass das von ihnen verwendete Palmöl nicht mit Abholzung in Verbindung steht. Fazit der Umweltschützer: Bei vielen Markenherstellern besteht noch hoher Nachholbedarf bei ihren Bemühungen, öko-soziale Kriterien beim Anbau von Palmölplantagen durch eine entsprechend ausgerichtete Einkaufspolitik effizient zu unterstützen. Durch ihr Einkaufsverhalten können Konsumenten dazu beitragen, solch ein Engagement zu forcieren.

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Strengere Kriterien für nachhaltiges Palmöl

RSPO NEXT ist wichtiger Meilenstein

Strengere Kriterien für nachhaltiges Palmöl

Foto: Fotolia / paulmz

sup.- Die weltweite Versorgung der Menschen mit Pflanzenölen ist ohne die Früchte von Ölpalmen nicht denkbar. Bezogen auf ihre Ertragskraft sind Palmen allen anderen fettliefernden Pflanzen haushoch überlegen. Aber die Schattenseiten von Palmöl sind erheblich: Die Ressourcen-Effizienz rechtfertigt weder Brandrodungen, Verlust von Regenwald noch Verletzung von Menschenrechten. Um eine sozialere und umweltverträglichere Palmöl-Produktion zu fördern, wurde deshalb im Jahr 2004 die Multi-Stakeholder Plattform „Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl“ (RSPO) gegründet. Ihr gehören heute rund 1.600 Mitglieder aus den Bereichen Palmöl-Erzeuger, Händler, Hersteller von Konsumgütern sowie Nichtregierungsorganisationen an. Die Mindest-Standards und Prinzipien, die der RSPO festgelegt hat, gehen aber vielen nicht weit genug. Um die Umsetzung strengerer Kriterien zu forcieren, wurde 2013 innerhalb des RSPO die Palmöl Innovationsgruppe (Palm Oil Innovation Group, POIG) ins Leben gerufen. Zu ihren Mitgliedern zählen Palmölproduzenten sowie Nichtregierungsorganisationen und offizielle Unterstützer wie Arla, Boulder Brands, Ferrero, Edeka, die REWE-Gruppe und Tesco.

Die Intentionen von POIG hat der RSPO im Februar 2016 mit der freiwilligen Initiative „RSPO NEXT“ in weiten Bereichen aufgegriffen. Die RSPO NEXT-Zertifizierung umfasst zusätzliche und freiwillige Kriterien in das Zertifizierungssystem des RSPO, deren Einhaltung von unabhängigen Prüfinstituten kontrolliert wird. Dazu gehört u. a. eine Anti-Entwaldungs-Richtlinie, derzufolge Palmölplantagen nur in Gebieten angelegt werden dürfen, in denen Vegetation und Boden wenig Kohlenstoff enthalten. Ein Anbau auf Torfland wird entsprechend ebenfalls untersagt. Verbindlich sind zudem die Achtung der Rechte von Kleinbauern und Arbeitern sowie die Entwicklung von Förderprogrammen, um sie dabei zu unterstützen, nachhaltig zu wirtschaften und unternehmerische Kompetenz zu gewinnen. Wichtige Anliegen von RSPO NEXT sind außerdem eine erhöhte Transparenz und verbesserte Nachverfolgbarkeit.

Palmöl-Käufer, die RSPO NEXT unterstützen wollen, können dies durch den Erwerb von RSPO NEXT-Credits tun. Solche Credits erhalten aber nur Unternehmen, die bereits über andere Lieferkettensysteme 100 Prozent zertifiziertes nachhaltiges Palmöl beziehen. „RSPO NEXT ist ein wichtiger Meilenstein und kann sich zu einer neuen branchenweiten Richtgröße auch für andere entwickeln, die hart daran arbeiten, unser Ziel von zu 100 Prozent als nachhaltig zertifiziertem Palmöl zu erreichen“, hofft Datuk Darrel Webber, CEO des RSPO.

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