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Arbeitsmarkt und Grundsicherung in Deutschland: IAB veröffentlicht Forschungsergebnisse

Arbeitsmarkt und Grundsicherung in Deutschland: IAB veröffentlicht Forschungsergebnisse

Die Arbeitslosigkeit von Menschen in der Grundsicherung ist in den letzten Jahren trotz der insgesamt sehr positiven Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt nur vergleichsweise wenig zurückgegangen. Auf die Grundsicherung, umgangssprachlich Hartz IV genannt, sind keineswegs nur Langzeitarbeitslose angewiesen, sondern häufig auch Alleinerziehende oder Geflüchtete, die mit Anerkennung ihres Asylantrags Leistungen der Grundsicherung empfangen. Welche Ansätze können Beziehern und Bezieherinnen von Grundsicherung helfen, Hürden und Hemmnisse auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu überwinden? 13 Jahre nach der Einführung der Grundsicherung zieht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Bericht „Grundsicherung und Arbeitsmarkt in Deutschland“ zum dritten Mal Bilanz.

Der Bericht fasst die Ergebnisse der Grundsicherungsforschung des IAB aus den Jahren 2013 bis 2016 zusammen. Die Autoren beschreiben Struktur und Dynamik in der Grundsicherung sowie Entwicklungen und Herausforderungen bei Aktivierung, Betreuung und Vermittlung der Grundsicherungsempfänger.

– Herausgeber der Reihe –
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist die Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit. Es widmet sich der empirischen, interdisziplinären und international vergleichenden Erforschung des deutschen Arbeitsmarkts.

– Autoren –
Holger Bähr, Martin Dietz, Peter Kupka, Philipp Ramos Lobato und Holk Stobbe sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.

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Holger Bähr, Martin Dietz, Peter Kupka, Philipp Ramos Lobato, Holk Stobbe
– Grundsicherung und Arbeitsmarkt in Deutschland –
Lebenslagen – Instrumente – Wirkungen
Reihe: IAB-Bibliothek, Band 370
Reihenherausgeber: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
394 Seiten, Bielefeld 2018

49,90 Euro
Bestell-Nr. 300985
ISBN 978-3-7639-4126-1
Als E-Book bei wbv.de

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wbv Publikation verlegt Wissenschafts- und Fachliteratur zu den Themenfeldern Sozialwissenschaften und Sozialforschung, Bildung und Beruf sowie Verwaltung und Recht. wbv Kommunikation begleitet öffentliche Auftraggeber:innen, Körperschaften, Verbände und Vereinigungen bei der Kommunikationsarbeit, von der strategischen Beratung bis zur Umsetzung. wbv Distribution bietet Lösungen für die Bereitstellung und Versendung von Medienprodukten und kombiniert Standards mit individuellen Zusatzleistungen.

Über 60 Mitarbeiter:innen setzen die Medien- und Logistikprojekte um.

Das Unternehmen mit Sitz in Bielefeld-Dornberg wurde 1864 gegründet und feierte 2014 sein 150jähriges Bestehen. Am 1. März 2018 änderte das Unternehmen seinen Namen von W. Bertelsmann Verlag (wbv) in wbv Media.

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Land fördert bewährtes Caritas-Projekt zur Integration von Langzeitarbeitslosen weitere drei Jahre

Caritas-Projekt begleitet Langzeitarbeitslose auch nach erfolgreicher Vermittlung in den Job

Stuttgart / Freiburg, 22. Februar – Trotz guter Lage am Arbeitsmarkt fällt es langzeitarbeitslosen Menschen schwer, beruflich Fuß zu fassen. Die Caritas unterstützt daher mit dem Projekt NIL 3.0 (nachhaltige Integration langzeitarbeitsloser Menschen) Langzeitarbeitslose an sieben Standorten in ganz Baden-Württemberg, damit sie Arbeit finden und dieser dauerhaft nachgehen können. Das baden-württembergische Ministerium für Soziales und Integration fördert NIL 3.0 nun weitere drei Jahre durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie durch Landesmittel mit einer Million Euro. Damit wird das seit 2013 geförderte Projekt bis Ende 2020 verlängert.

NIL 3.0 qualifiziert langzeitarbeitslose Menschen nicht nur für eine Arbeitsstelle und vermittelt sie in Arbeit. Gerade die erste Phase nach der Aufnahme der Beschäftigung ist sehr kritisch und die Anzahl der Jobabbrüche ist dementsprechend hoch. Daher begleiten Sozialarbeiter die beruflichen Wiedereinsteiger am neuen Arbeitsplatz. Auch die Arbeitgeber erhalten durch NIL 3.0 Angebote, um Probleme im Betrieb möglichst frühzeitig zu erkennen und einen Abbruch der Beschäftigung vermeiden zu können.

Das Angebot wendet sich vor allem an ältere Arbeitslose, an langzeitarbeitslose Frauen, die aufgrund von Erziehungs- oder Pflegeaufgaben lange in keinem Beschäftigungsverhältnis standen, sowie an Migranten. Ziel des Projekts ist es auch, generelle Erkenntnisse über die Integration von langzeitarbeitslosen Menschen zu gewinnen. Daher werden die Erfahrungen und Best Practice-Ansätze aus dem Projekt analysiert und ausgetauscht. Das Kompetenzzentrum Europa der Caritas Baden-Württemberg koordiniert die Arbeit, vernetzt die Teilprojekte und stellt die fachliche Begleitung sicher.

In Baden-Württemberg wird das Projekt NIL3.0 an sieben Standorten angeboten, diese sind:

-Caritasverband für Stuttgart
-Caritas Schwarzwald-Gäu
-Caritas Schwarzwald-Alb-Donau
-Caritas Ulm-Alb-Donau
-Caritasverband Bruchsal
-48 Süd gGmbH
-Neue Arbeit Lahr GmbH

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in Baden-Württemberg rund 3.800 Einrichtungen mit mehr als 175.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 65.000 Mitarbeiter/innen tätig sind.

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Wirksamkeit besonderer Befristungsmöglichkeiten für ältere Langzeitarbeitslose

Ein Beitrag von Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht Berlin und Essen, zum Urteil des Landesarbeitsgerichts Sachsen-Anhalt vom 13. August 2013 – 7 Sa 427/12 -:

Ausgangslage:

Nach § 14 Abs. 3 TzBfG ist die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes bis zu einer Dauer von fünf Jahren zulässig, wenn der Arbeitnehmer bei Beginn des befristeten Arbeitsverhältnisses das 52. Lebensjahr vollendet hat und unmittelbar vor Beginn des befristeten Arbeitsverhältnisses mindestens vier Monate beschäftigungslos im Sinne des § 138 Abs. 1 Nr. 1 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch gewesen ist, Transferkurzarbeitergeld bezogen oder an einer öffentlich geförderten Beschäftigungsmaßnahme nach dem Zweiten oder Dritten Buch Sozialgesetzbuch teilgenommen hat. Bis zu der Gesamtdauer von fünf Jahren ist auch die mehrfache Verlängerung des Arbeitsvertrages zulässig.

Damit ist der Spielraum für Befristungsmöglichkeiten von Arbeitsverträgen mit Arbeitnehmern, die diese Voraussetzungen erfüllen, deutlich erweitert zum Beispiel gegenüber jüngeren Arbeitnehmer. Dies könnte diskriminierend sein, mit der Folge, dass die gesamte gesetzliche Regelung wegen der Kollision mit Unionsrecht unwirksam ist.

Fall:

Der Arbeitsvertrag eines Arbeitnehmers war auf Maßgabe der oben genannten Regelungen immer wieder befristet verlängert worden. Das Besondere war allerdings, dass der Kläger zunächst aufgrund zahlreicher, sachgrundlos und dann auch mit Sachgrund befristeter Arbeitsverträge beschäftigt worden war und der Arbeitgeber sich dann geweigert hatte weiter zu befristen. Auf Rat des Arbeitgebers ging der Arbeitnehmer dann in die Arbeitslosigkeit, um so die Voraussetzungen für eine erneute befristete Einstellung, diesmal nach § 14 Abs. 3 TzBfG, zu schaffen. Gegen die letzte Befristung auf dieser Basis hatte sich der Arbeitnehmer dann gerichtlich gewehrt. Er hat die Ansicht vertreten, § 14 Abs. 3 TzBfG sei mit den unionsrechtlichen Vorgaben der Rahmenvereinbarung im Anhang der Richtlinie 1999/70/EG des Rates vom 28. Juni 1999 nicht vereinbar. Zudem sei die Berufung der Beklagten auf die Wirksamkeit der Befristung rechtsmissbräuchlich, da die Voraussetzungen hier quasi künstlich geschaffen wurden.

Urteil:

Das Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt hat die Klage wie zuvor auch schon das Amtsgericht abgewiesen. Die Revision wurde zugelassen und von der Erbin des mittlerweile verstorbenen Arbeitnehmers eingelegt. Das Bundesarbeitsgericht (Aktenzeichen 7 AZR 899/13) entscheidet am 9. Dezember 2015 über die Revision.

Prognose zur Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts:

§ 14 Abs. 3 TzBfG dürfte mit den unionsrechtlichen Regelungen vereinbar sein. Im Vordergrund der Regelung steht die Schaffung zusätzlicher Beschäftigungsmöglichkeiten für ältere Arbeitnehmer, die eine gewisse Zeit bereits arbeitslos sind und daher verminderte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Regelung soll diese Nachteile gerade ausgleichen, die Diskriminierung ist nur mittelbare Folge. Ohne die Regelung würden die Arbeitnehmer häufig vermutlich gar nicht eingestellt werden. Wesentlich spannender dürfte die Frage sein, ob das Berufen auf die Befristung im vorliegenden Fall nicht rechtsmissbräuchlich ist. Dies würde ich bejahen, da hier die Voraussetzungen der gesetzlichen Regelung quasi künstlich erst geschaffen wurden. Solche Möglichkeiten wollte Gesetzgeber mit der Regelung gerade nicht schaffen. Es sollte keine Verlängerungsmöglichkeit für bestehende Arbeitsverhältnisse geschaffen, sondern vielmehr die Begründung neuer Arbeitsverhältnisse erleichtert werden. Im Ergebnis könnte der Arbeitnehmer daher Recht bekommen.

8.12.2015

Videos und weiterführende Informationen mit Praxistipps zu allen aktuellen Rechtsfragen finden Sie unter: www.fernsehanwalt.com

Alles zum Arbeitsrecht: www.arbeitsrechtler-in.de

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Was bringt der Beschäftigungszuschuss?

Ohne den 2007 eingeführten Beschäftigungszuschuss hätten viele Arbeitslosengeld-II-Empfänger mittelfristig keine realistische Chance auf eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt. In seiner Studie „Der Beschäftigungszuschuss“ untersucht Philipp Fuchs die Erwerbsverläufe der Geförderten und die subjektive Bedeutung von (geförderter) Erwerbsarbeit in dieser Gruppe.

Was bringt der Beschäftigungszuschuss?

Der Beschäftigungszuschuss

Langzeitarbeitslosigkeit ist eins der gravierendsten Probleme bundesdeutscher Arbeitsmarktpolitik. Der 2007 eingeführte Beschäftigungszuschusses ermöglichte als Instrument der aktiven Arbeitsmarktpolitik die Zahlung eines Lohnkostenzuschusses von bis zu 75 Prozent des Bruttolohns bei der Einstellung eines Arbeitslosengeld-II-Empfängers, der ohne diese Förderung auch mittelfristig keine realistische Chance auf eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt hätte. In seiner Studie „Der Beschäftigungszuschuss“ untersucht Philipp Fuchs die Erwerbsverläufe der Geförderten und die subjektive Bedeutung von (geförderter) Erwerbsarbeit in dieser Gruppe. Sein Fazit: Der Beschäftigungszuschuss ist eine wichtige sozialstaatliche Unterstützungsleistung, die entscheidend zur individuellen Wohlfahrt beiträgt.

Im ersten Teil seiner Studie analysiert Fuchs mehr als 8.400 Erwerbsverläufe von Empfängern des Beschäftigungszuschusses. Dabei zeigt sich: Die meisten Geförderten waren in den letzten fünf Jahren dauerhaft vom ersten Arbeitsmarkt ausgegrenzt, zum Teil sogar über zehn oder zwanzig Jahre. Verlaufsdatenanalysen verdeutlichen, dass nicht nur formale Vermittlungshemmnisse wie eine fehlende Ausbildung die Arbeitsmarktchancen der Geförderten beeinträchtigen und im Vergleich besonders häufig auftreten, sondern sie überdies besonders stark von Schwankungen der Arbeitslosenquote betroffen sind.
Der zweite empirische Teil entwickelt anhand sinnrekonstruktiver Auswertungen von 24 biografischen Interviews eine Typologie der biografischen Bedeutung geförderter Beschäftigung innerhalb der Gruppe der Geförderten.
Im abschließenden Kapitel werden die Implikationen beider Untersuchungsteile diskutiert. Fuchs argumentiert, dass ein „sozialer Arbeitsmarkt“ unverzichtbar ist, wenn die Zielgruppe des Beschäftigungszuschusses weiterhin formal als erwerbsfähig gelten soll. Mit diesem arbeitsmarktpolitischen Instrument kann der Widerspruch aufgelöst werden, dass nach dieser Gruppe von erwerbsorientierten Langzeitarbeitslosen praktisch keine Nachfrage am ersten Arbeitsmarkt besteht und sie daher ohne Aussicht auf eine ungeförderte Beschäftigung von den Jobcentern aktiviert werden.

– Der Autor –
Philipp Fuchs ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) in Köln. Er war von 2006 bis 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) regional NRW sowie der Forschungskoordination des IAB.

– Bibliographische Daten –
Philipp Fuchs
Der Beschäftigungszuschuss
Quantitative und qualitative Analysen der Erwerbsverläufe von Geförderten in NRW
Reihe: IAB-Bibliothek, Band 345 (Dissertationen)
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
der Bundesagentur für Arbeit (Hg.)
W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld 2013, 330 Seiten

Bestell-Nr. 300825

ISBN 978-3-7639-4077-6
Print: 32,90 Euro
Auch als E-Book erhältlich

Der W. Bertelsmann Verlag (wbv) ist ein Fachverlag für Bildung, Beruf und Sozialforschung sowie ein moderner Mediendienstleister. Das Familienunternehmen, das 1864 in Bielefeld gegründet wurde, ist heute einer der führenden Bildungsverlage in Deutschland. Der Verlag entwickelt, produziert und vertreibt Bücher, Fachzeitschriften, digitale Medien sowie Fachinformationssysteme und bietet mit seinem Fachzeitschriften- sowie dem Open-Access-Portal Zugänge zu aktueller Bildungsliteratur.

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Warum der Nachbar eine Meise hat

Warum der Nachbar eine Meise hat

Warum der Nachbar eine Meise hat

Herstellung der Nisthilfen in der Werkstatt des Volksvereins (Bild Volksverein MG)

Es muss nicht immer an einem Spleen liegen, dass der Nachbar eine Meise hat. Wer in Garten und Balkon die richtigen Nistkästen anbringt, kann sich das ganze Jahr an dem Gesang und munteren Treiben der Vögel erfreuen. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (NABU) hat der Volksverein Mönchengladbach die Produktreihe Aviami entwickelt. In der Holzwerkstatt des Vereins fertigen Langzeitarbeitslose spezielle Nistkästen für Meisen und andere gefährdete Vogelarten, die Tierfreunde ganz einfach anbringen können. So sind die Tiere bei der Brutpflege optimal vor ihren natürlichen Feinden geschützt – und gleichzeitig wird Langzeitarbeitslosen geholfen.

Von den rund 50 bekannten Arten sind in Deutschland vor allem die Kohlmeise und die Blaumeise bekannt. Mit gelbem Brustgefieder und blauen Flügeln ist die Kohlmeise ein Hingucker. Aber auch ihre Artenschwester, die Blaumeise, ist mit ihrem blauen Kopf und dem aparten Streifen über dem Auge eine Zierde im Garten. Wer die putzigen, rundlichen Vögel, die ausgewachsen etwa 20 Gramm wiegen, beobachtet, merkt schnell, dass die Tiere nicht nur eine Vorliebe für Knödel in verschneiten Wintern haben. Im Sommer ernähren sie sich ausschließlich von Insekten und sind ein biologisches Mittel zur Schädlingsbekämpfung. Im Winter stehen Insekten und Samen auf ihrem Speisenplan. Ist das Nahrungsangebot zu knapp, treffen sie sich gerne in Futterhäusern.

Im Frühjahr fällt der schöne Gesang der Meisen auf. Nach dem letzten Schnee ist die richtige Jahreszeit, um die Nistkästen aufzuhängen. Da Meisen Höhlenbrüter sind, sie aber in der freien Natur nicht genügend Nistplätze finden, wird mit dem richtigen Nist-kasten die Erhaltung dieser Vogelart unterstützt.

Der optimale Nistkasten ist schmal und hoch und nur über ein Loch, durch das die Meise durchschlüpfen kann, zu erreichen. Der richtige Platz für den Nistkasten ist in einer Höhe von zwei bis vier Metern zu suchen, damit die Vogelfamilie vor Katzen und Mardern geschützt ist.

So eine Meisen-Familie kann recht groß werden. Die Blaumeise zum Beispiel legt bis zu 19 Eier in ihr Nest. Für die Meisen-Eltern bedeutet das Futterbeschaffung im Akkord. Unermüdlich bringen sie 14 bis 16 Stunden pro Tag Raupen zu ihrem Nachwuchs – im Durchschnitt eine pro Minute. Denn die Brut ist hungrig: Bis zu 10.000 Raupen ver-schlingt sie während ihrer Zeit im Nest.

Mit ihrem kräftigen, kurzen und dicken Schnabel brechen Blaumeisen dafür Schuppen von Nadelhölzern auf und picken die darin verborgenen Insekten heraus. Kohlmeisen haben einen anderen Trick: Sie halten gerne Bucheckern mit ihren Füßen fest, um sie mit dem Schnabel aufzuhämmern – nach dem Vorbild des Spechts.

Kontakt für Anfragen:
Volksverein Mönchengladbach
Hermann-Josef Kronen
Telefon: 02161/ 81893-0
h-j.kronen@volksverein.de

Aviami – doppelt nachhaltige Zuhause für die Natur
Nistkästen: Um den Lebensraum gefährdeter Vogelarten zu sichern, bedarf es nur eines artgerechten Zuhauses. Diesen ökologischen Bedarf zur Unterstützung der Artenvielfalt hat der Volksverein Mönchengladbach aufgegriffen. In der Holzwerkstatt stellen Langzeitarbeitslose zur Vorbereitung auf den ersten Arbeitsmarkt Nisthilfen für bedrohte Vogelarten und Möbel her. Gleichzeitig absolvieren ehemals arbeitslose Jugendliche in der Holzwerkstatt ihre Ausbildung zum Holzmechaniker.

Mit dem Kauf und dem Einsatz der Aviami-Produkte wird nicht nur die tierische und pflanzliche Artenvielfalt gefördert, sondern werden auch langzeitarbeitslose Jugendli-che, Frauen und Männer unterstützt, die in den Betriebsstätten des Volksvereins ausge-bildet werden. Ein Beitrag zur Nachhaltigkeit in Natur und Gesellschaft.

Die gesamte Produktlinie der Nisthilfen sowie weitere Informationen zu Volksverein finden Garten- und Naturfreunde im Webshop www.aviami.de

Unternehmensprofil Volksverein Mönchengladbach gGmbH

Der „Volksverein Mönchengladbach“ gGmbH ist ein Sozialunternehmen, das durch An-gebote zu „Bilden – Arbeiten – Begegnen – Beraten“ Langzeitarbeitslosen die (Wieder-) Eingliederung und Teilhabe in Gesellschaft und Arbeitswelt ermöglicht.

Hierzu unterhält der Volksverein Angebote zur Mitarbeit in den Bereichen Secondhand / Wiederverwertung von Gebrauchsgütern (Möbel – Elektrogeräten – Hausrat – Bücher und CDs – Schuhen – Kleidung). Weitere Lern- und Arbeitsfelder sind der Bereich der Produktion von Rapsöl als Lebensmittel und von Möbeln und Einrich-tungsgegenständen für private Haushalte und soziale Einrichtungen sowie durch die Produktion von Nisthilfen etc. für den Webshop www.aviami.de .

Die Gesellschaft – die im Jahr 2013 seit 30 Jahren besteht – ver-steht sich als Anwalt, für und mit Arbeitslosen für eine gerechtere Gesellschaft und ge-gen Arbeitslosigkeit und Armut zu streiten.

Kontakt
„Volksverein Mönchengladbach“ gGmbH
Hermann-Josef Kronen
Kirchplatz 11
41061 Mönchengladbach
02161-818930
h-j.kronen@volksverein.de
www.volksverein.de

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Caritas im Land startet Programm für Langzeitarbeitslose

Caritas coacht an zwölf Standorten im Land langzeitarbeitslose Menschen und begleitet sie in Arbeit

Stuttgart/Freiburg, 7. Januar – Extrem schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben nach wir vor Langzeitarbeitslose. Sie profitieren nicht vom Aufschwung. Ab dem 1. Januar 2013 bietet die Caritas in Baden-Württemberg daher an zwölf Standorten im Land ein maßgeschneidertes Programm an, um langzeitarbeitslose Menschen dauerhaft in Arbeit zu bringen. Unter dem Stichwort NIL (nachhaltige Integration langzeitarbeitsloser Menschen) werden die Teilnehmer nicht nur für eine Arbeitsstelle qualifiziert und dorthin vermittelt; am neuen Arbeitsplatz begleiten Sozialarbeiter die Teilnehmer weiterhin, dies vor allem während der kritischen Phase nach der Arbeitsaufnahme. Auch Arbeitgeber erhalten Beratung, damit sie Probleme im Betrieb möglichst früh erkennen und einem Abbruch der Beschäftigung entgegenwirken können.

Mit 1,1 Millionen Euro wird das NIL-Projekt aus dem Topf des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Das Ministerium für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg hat dieses Projekt unter vielen als förderungswürdig ausgewählt. Für die Caritasdirektoren Prälat Wolfgang Tripp (Stuttgart) und Monsignore Bernhard Appel (Freiburg) stellt NIL eine große Chance dar: „Da die Bundesregierung die Angebote für langzeitarbeitslose Menschen drastisch gekürzt hat, mangelt es an geeigneten Qualifizierungsmaßnahmen. Die hier vorliegende Förderung übertrifft in ihrer Konzeption auch die bisher bekannten Angebote, da sie das persönliche, familiäre wie das berufliche Umfeld in den Blick nimmt.“ Es sei langfristig angelegt und begleite die Menschen auch nach erfolgreicher Arbeitsaufnahme, so die Caritasdirektoren.

Die Laufzeit des NIL-Projekts ist auf zwei Jahre angelegt. Es richtet sich beispielsweise an langzeitarbeitslose Frauen, die wegen der Erziehung der Kinder oder der Pflege von Angehörigen nicht gearbeitet haben. Genauso sind ältere Langzeitarbeitslose angesprochen, die aufgrund ihres Alters erschwerte Bedingungen bei der Arbeitssuche vorfinden. Da Langzeitarbeitslosigkeit überproportional oft Personen mit Migrationshintergrund betrifft, sollen sie besonders berücksichtigt werden.

Von Ostwürttemberg bis Konstanz, von Mannheim bis Freiburg – je nach Standort werden die Langzeitarbeitslosen im städtischen oder ländlichen Umfeld und in Regionen mit unterschiedlicher Infrastruktur beraten. In einem weiteren Schritt sollen die Erfahrungen aus- und weiterverwertet werden. Die Caritas stellt die landesweite Vernetzung der Teilprojekte sicher.

Die zwölf NIL-Standorte sind: Caritas Ulm (für die Stadt Ulm und den Alb-Donau-Kreis), Caritas Ost-Württemberg und Stiftung Haus Lindenhof (beide Standorte für den Ostalbkreis und Landkreis Heidenheim), Neue Arbeit Lahr (für den Ortenaukreis),
Elrec kombeg gGmbH (für den Landkreis Emmendingen), Caritas Fils-Neckar-Alb (für den Landkreis Esslingen), Caritas Schwarzwald-Gäu (für die Landkreise Böblingen und Tübingen), Caritasverband Bruchsal (für den Landkreis Karlsruhe), Caritasverband Freiburg, Caritasverband Stuttgart, Caritasverband Konstanz, Caritasverband Mannheim

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in Baden-Württemberg über 3.900 Einrichtungen mit mehr als 180.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 59.000 Mitarbeiter/innen tätig sind.

Kontakt:
Caritas in Baden-Württemberg
Eva-Maria Bolay
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Caritas kritisiert geplante Arbeitsmarktreform der Bundesregierung

Langzeitarbeitslose Menschen brauchen praxisnahe Beschäftigungsmöglichkeiten statt bloße Alimentierung

Stuttgart / Freiburg, 31. Mai 2011 – Die Caritas in Baden-Württemberg wendet sich gegen drastische Sparpläne der Bundesregierung bei den Eingliederungshilfen für langzeitarbeitslose Menschen. „Wenn die derzeitigen Überlegungen der Bundesregierung so Gesetz werden, wird ein großer Teil der Langzeitarbeitslosen von den ohnehin eingeschränkten Möglichkeiten der Teilhabe abgehängt. Die Politik gibt sie als Bürger, die in diese Gesellschaft etwas einzubringen haben und nicht nur alimentiert werden wollen, auf“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Caritasverbände für die Erzdiözese Freiburg und der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Mit einem Aktionstag unter dem Motto „Bin langzeitarbeitslos – will arbeiten“ am Mittwoch, 1. Juni, macht die Caritas zusammen mit der Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft „Integration durch Arbeit“ bundesweit auf die Kürzungspläne aufmerksam.

Unter dem bürokratischen Begriff einer „Instrumentenreform“ hat die Bundesregierung in der vergangenen Woche einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die öffentlich geförderte Beschäftigung in marktnahen Tätigkeiten praktisch unmöglich macht. Da der Gesetzentwurf vorsieht, die Trägerpauschalen zu deckeln, können arbeitsmarktferne Personen nicht mehr qualifiziert betreut und fachpraktisch angeleitet werden. Dies alles wird vor dem Hintergrund der bereits im vergangenen Sommer beschlossenen Kürzungen bei den Eingliederungshilfen zu einem massiven Rückgang der Förderangebote führen.

„Mit der Reform werden die bisherigen Instrumente zur Beschäftigung so praxisfern ausgestaltet, dass diese Reform in Verbindung mit den geplanten milliardenschweren Einsparmaßnahmen faktisch einer Abschaffung von langfristigen Eingliederungsmaßnahmen für die so genannten arbeitsmarktfernen Menschen gleichkommt“, so die Bewertung des Freiburger Diözesan-Caritasdirektors Bernhard Appel. Diese politische Intervention stehe im Widerspruch sowohl zu dem im SGB II formulierten Ziel als auch zu den Ergebnissen von wissenschaftlichen Untersuchungen und den Erfahrungen der Caritas.

Trotz des deutlich spürbaren wirtschaftlichen Aufschwungs ist die Zahl von langzeitarbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg kaum zurückgegangen. „Für viele von ihnen – vor allem gering qualifizierte oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen sowie alleinerziehende Frauen, Jugendliche ohne Schulabschlüsse oder Migranten – gibt es auch in Zeiten einer guten Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt keine Nachfrage“, unterstreicht Johannes Böcker, Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Deshalb sei neben anderen Hilfen im Bereich der beruflichen Bildung und Qualifizierung auch ein Angebot von öffentlich geförderter Beschäftigung für solche Personen notwendig, die auf absehbare Zeit nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden können.

Die Caritas unterhält in Baden-Württemberg 80 Beschäftigungsprojekte bzw. Projektstandorte. Dazu gehören zum Beispiel Fairkauf- und Secondhand-Kaufhäuser, Cafes und Gastronomiebetriebe, Fahrradwerkstätten und Grünpflege. Rund 8.000 langzeitarbeitslosen Jugendlichen, Frauen und Männern konnte im vergangenen Jahr 2010 dadurch eine zeitlich befristete Beschäftigung ermöglicht werden. Seit dem Jahr 2000 stellt die Caritas auch Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche zur Verfügung. Seitdem haben weit über 100 Jugendliche eine erfolgreiche Ausbildung beispielsweise als Verkäuferin oder in einem Handwerksberuf absolviert.
Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche vertritt die Caritas in Baden-Württemberg über 3.900 Einrichtungen mit mehr als 180.000 Plätzen in unterschiedlichen Hilfefeldern, in denen 59.000 Mitarbeiter/innen tätig sind.

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