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Homöopathie bewährt sich im medizinischen Alltag

Fachleute aus der medizinischen Praxis in Österreich sprechen sich für Homöopathie aus

Homöopathie bewährt sich im medizinischen Alltag

Qualifizierte Beratung in Apotheken auch bei Homöopathie. (Bildquelle: © JackF / Fotolia)

Homöopathie raus aus den Apotheken – auf diese Forderung einer Wiener Patientenanwältin reagieren Ärzte und Apotheker in der „NÖN Neunkirchen“ mit Ablehnung – und das in großer Einigkeit. Alle von der Zeitung befragten Fachleute aus der medizinischen Praxis argumentierten für die Beibehaltung von Homöopathika in Apotheken. Ihre Argumente dabei sind durchaus unterschiedlich. Sie heben die Chance auf eine professionelle Beratung zur Anwendung von Homöopathie in Apotheken genauso hervor, wie die positiven Rückmeldungen von Patienten nach der Anwendung von homöopathischen Arzneimitteln.

Durch Verkauf von Homöopathika in Apotheken wird qualifizierte Beratung sichergestellt

Menschen, die der Homöopathie vertrauen, sollten in Apotheken geprüfte, registrierte und zugelassene Homöopathika erwerben können – ob auf Grundlage einer ärztlichen Verordnung oder zur Selbstmedikation. In der Apotheke sei eine qualifizierte Beratung gewährleistet, hebt eine Apothekerin hervor. Von „grandiosen Erfolgen“ in der Behandlung seiner Patienten berichtet der Allgemeinmediziner Franz Grill, der seit 40 Jahren homöopathisch behandelt. Die Forderung eines Verkaufsverbots von Homöopathika in der Apotheke könne nur aus Unwissenheit heraus gestellt sein, so der Arzt. Eine Apothekerin meint, selbst wenn das Wirksamkeitsprinzip von Homöopathie bisher in Studien nicht geklärt werden konnte, sei das kein Beweis dafür, dass sie nicht wirke. Positive Rückmeldungen ihrer Kunden nach der Anwendung von Homöopathika sprechen ihrer Einschätzung nach für die Berechtigung dieser Therapieform.

Aufklärung der Patienten zur Homöopathie ist wichtig

Den Patienten ihre Entscheidungsfreiheit mit Blick auf die Homöopathie lassen, dafür plädiert ein weiterer befragter Arzt. Wichtig sei die Aufklärung der Patienten, um sie mit einem angemessenen Umgang mit der Homöopathie vertraut zu machen. Zudem sollten diejenigen, die die Methode der Homöopathie erlernen wollen, auch die Möglichkeit dazu haben.

Ein Informationsportal rund um die Homöopathie. homimed richtet sich an Personen, die sich über verschiedene Behandlungsformen informieren möchten. Homöopathie findet immer häufiger den Zugang zu Bereichen der schulmedizinischen Behandlung.

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Kassen erstatten Kosten für Homöopathie

Zwei Drittel der Krankenkassen in Deutschland kommen für Behandlung mit Homöopathie auf

Kassen erstatten Kosten für Homöopathie

Teilweise werden die Kosten von einigen Krankenkassen für die Homöopathie übernommen. (Bildquelle: © RFBSIP / Fotolia)

In Deutschland hat ein großer Teil der Bevölkerung einen guten Zugang zur ärztlichen Homöopathie. Denn viele – etwa zwei Drittel der Krankenkassen – übernehmen die Kosten für eine Behandlung bei einem in Homöopathie qualifizierten Arzt.

– In Umfragen zeigt sich regelmäßig ein hoher Stellenwert der Homöopathie in der Bevölkerung.
– Viele Befragte wünschen sich eine integrative Medizin, die naturheilkundliche Verfahren wie die Homöopathie mit der konventionellen Medizin verbindet.

Vor diesem Hintergrund werden Forderungen laut, in Deutschland einen ähnlichen Prozess wie in der Schweiz anzustoßen. Hier ist die Homöopathie nach einem Volksentscheid Teil der obligatorischen Schweizer Grundversicherung.

Medizinwende hin zur integrativen Medizin unter Einbeziehung der Homöopathie

Vorne weg fordert der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZhÄ) eine „Medizinwende in Deutschland“. Dessen Vorsitzende, Fachärztin für Allgemeinmedizin Cornelia Bajic, setzt sich für eine Medizin nach dem Vorbild der Schweiz ein und argumentiert mit dem gewandelten Bewusstsein innerhalb der deutschen Bevölkerung, das sich in den vergangenen zehn Jahren hin zu einer integrativen Medizin verändert habe. Zugleich betont sie, dass die Homöopathie den drei Säulen der evidenzbasierten Medizin gerecht werde. Die Zahlen zeigten, dass sich Patienten in der Bundesrepublik homöopathische Behandlung wünschen. Eine ärztliche Qualifikation und die Anwendung von Homöopathie, das sei keinesfalls ein Widerspruch, sondern könne sich gut ergänzen.

Ärztetag setzte ein Zeichen und behält Homöopathie als Teil der MWBO bei

Dass Homöopathie und konventionelle Medizin gemeinsam funktionieren können, machte auch der 121. Deutsche Ärztetag im Mai 2018 in Erfurt deutlich. Die Vertreter der Ärzteschaft setzten ein klares Zeichen gegen Bestrebungen, die Homöopathie als Teil der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) für Ärzte zu streichen. Zudem erhöhte der Ärztetag die Anforderungen in der Kursweiterbildung auf 80 Stunden – für viele ein Zeichen für die Stärkung der Homöopathie durch die Ärzteschaft. Die Ärztevertreter kamen damit auch dem Wunsch und der Nachfrage der Patienten nach komplementären Behandlungsformen nach.

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Sonstiges

Homöopathie im Tierstall auf dem Vormarsch

Praxisbeispiel aus der Milchkuhhaltung: Landwirte setzen Homöopathika gezielt und frühzeitig ein

Homöopathie im Tierstall auf dem Vormarsch

Homöopathie findet auch in der Landwirtschaft Anwendung. (Bildquelle: © Liberato / Fotolia)

Erfahrungsberichte zeigen: Im Alltag der Landwirte hat die Behandlung von Tieren mit Homöopathie längst einen festen Stellenwert. So geben einige Landwirte aus dem Vogtland an, bereits seit Jahren Homöopathie mit Erfolg bei ihren Milchkühen einzusetzen. Wie sie der Zeitung „Freie Presse“ berichteten, sei die Homöopathie für sie eine Ergänzung der Schulmedizin und eine Chance, den Einsatz von Antibiotika zurückzufahren. Ganz selbstverständlich hat die Homöopathie ihren Stellenwert bei den Landwirten gefunden. Im „Arbeitskreis Milch“ treffen sich nach Darstellung der Zeitung regelmäßig Vertreter von etwa 40 der insgesamt 100 Milchviehbetriebe im Vogtland. Die naturmedizinische Tiermedizin sei häufiger Teil der Zusammenkünfte gewesen.

Homöopathie ist sinnvolle Ergänzung der konventionellen Veterinärmedizin

Im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sieht man die Homöopathie im Stall als Ergänzung und nicht etwa als Ersatz der konventionellen Tiermedizin. Aus ihrer Erfahrung mit der Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel berichten Vertreter der Marienhöher Milchproduktion in Waldkirchen. Für den Geschäftsführer des Betriebs, Heiko Hölzel, waren die positiven Erfahrungen mit Homöopathie bei der Behandlung seiner Tochter eine Art Initialzündung. Seither sei er überzeugt, dass Homöopathika wirken. Bei seinen 700 Milchkühen in seinem Stall kommen seit Jahren homöopathische Arzneimittel zum Einsatz, sobald ein Tier erste Anzeichen einer Euterentzündung zeigt. Dabei liefere der Melkroboter entsprechende Daten, mit denen sich der Gesundheitszustand des Tieres beurteilen lässt. Homöopathische Mittel gegen Euterentzündung können so frühzeitig verabreicht werden, noch bevor das Tier Symptome zeigt. Die Mittel helfen nach Darstellung des Bauern sehr gut.

Chancen und Grenzen von Homöopathie in der Tiermedizin

Auch in diesen Anwendungsbereichen kommen in der Marienhöhe Homöopathika zum Einsatz:

– bei Kühen, die durch eine Geburt geschwächt sind,
– bei Verletzungen,
– bei Kälbern, die schlecht saugen
– bei Kühen mit Geburts- oder Nachgeburtsproblemen.

Gleichzeitig betont der Landwirt, dass die homöopathische Behandlung seiner Tiere Grenzen hat. Kategorisch auf Antibiotika verzichten, das funktioniert auch in diesem Betrieb nicht zu hundert Prozent. Denn zeigt eine Kuh Anzeichen eines bakteriellen Infekts, wie zum Beispiel Fieber, ist der Tierarzt gefragt. Und der verschreibt bei Bedarf auch ein Antibiotikum.

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Homöopathie in der Schweiz an fast allen Unis

An nahezu allen Schweizer Universitäten gibt es Vorlesungen zur Homöopathie

Homöopathie in der Schweiz an fast allen Unis

Ärzte sollen in der Schweiz Nutzen und Grenzen von unterschiedlichen Verfahren einschätzen können. (Bildquelle: © Gorodenkoff / Fotolia)

Baden-Württemberg hat gerade einen Lehrstuhl für Naturheilkunde an der medizinischen Fakultät der Universität Tübingen eingerichtet. In der Schweiz werden nahezu an allen Universitäten Vorlesungen zur Homöopathie gehalten. Die Hochschulen in dem Kantonsland betonen ihren gesetzlichen Auftrag, den Medizinstudenten Kenntnisse in Komplementärmedizin zu vermitteln. Hintergrund ist eine Vorschrift des Bundesgesundheitsamtes (BAG), nach der sich angehende Mediziner in der Schweiz Kenntnisse in komplementären Verfahren aneignen sollen. Dadurch sollen Ärzte in die Lage versetzt werden, Nutzen und Grenzen von unterschiedlichen Naturheilverfahren einschätzen zu können.

Unis forschen zur Homöopathie, weil sie in der Bevölkerung so beliebt ist

Die Universität Zürich begründet die Lehre zu Homöopathie und Naturheilverfahren mit deren Beliebtheit in weiten Teilen der Gesellschaft. Es sei seine Tatsache, dass viele Menschen diese Methoden in ihrem Alltag anwenden. Das geschehe unabhängig von der wissenschaftlichen Nachweisführung zu ihrer Wirksamkeit. Gleichzeitig bleibe die evidenzbasierte Medizin die Grundlage des Medizinstudiums, teilt eine Sprecherin mit. An der Universität Basel wird der Bereich zu komplementären medizinischen Methoden gerade ausgebaut.

Neue Stiftungsprofessur an der Universität Basel zu Homöopathie und Komplementärmedizin

Mit der Einrichtung einer Stiftungsprofessur an der Universität Basel komme man dem Wunsch der Studenten nach einer Ausbildung nach, die ihnen eine offene und Beratung der Patienten auf Grundlage mehrerer Therapieoptionen vermittelt. In der Schweiz ist die Homöopathie seit Mitte 2017 Bestandteil der Leistungen in der Grundversicherung. Hintergrund ist die Bewertung des Bundesrates, wonach Homöopathie folgende Kriterien erfüllt:

– Wirksamkeit
– Zweckmäßigkeit
– Wissenschaftlichkeit.

Durch diese Regelung hat sich die Schweiz zum Vorbild für Verfechter der Homöopathie entwickelt. Im Deutschland wird an der Universität Tübingen ab 2019 ein Lehrstuhl für Integrative Medizin eingerichtet. Neben naturheilkundlichen Therapien wie Akupunktur soll auch die Homöopathie in der Lehre beleuchtet werden. Schon heute deuten wissenschaftliche Forschungsergebnisse darauf hin, dass Homöopathika häufig zu Therapieerfolgen beitragen könnten, etwa um schwere Nebenwirkungen von Chemotherapien zu mindern.

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Ärzte sollten Kenntnisse in der Homöopathie haben

Ärztin Gisela Etter plädiert für die Homöopathie an den Universitäten und in der Praxis

Ärzte sollten Kenntnisse in der Homöopathie haben

(Bildquelle: © CrazyCloud / Fotolia)

In einem Streitgespräch mit einem Immunologen, veröffentlicht im Schweizer Newsportal „20 Minuten“, setzt sich die Präsidentin der Union komplementärmedizinischer Ärzte Gisela Etter für eine universitäre Vermittlung von Kenntnissen in der Komplementärmedizin ein. Sie verweist dazu auf den Lernzielkatalog „Profiles“ vom März 2017, der vorgibt, die Komplementärmedizin sei in der Lehre zu berücksichtigen und Kenntnisse über ihre Methoden in die Ausbildungsziele zu integrieren. Sie sieht darin eine Form der Kompetenzförderung für die Studenten mit Blick auf die Fähigkeit, die Präferenzen der Patienten in den Therapieplänen zu berücksichtigen. Ihrer Einschätzung nach macht es Sinn, dass Ärzte Kenntnisse über Homöopathie erwerben.

Homöopathie – wahr ist nicht nur das, was sich beweisen lässt

Das Argument, die Wirkung der Homöopathie sei nach den modernen Forschungsmethoden nicht wissenschaftlich erwiesen, will die Ärztin nicht gelten lassen. Diese Sichtweise beziehe sich auf einen sehr engen Wissenschaftsbegriff. Wenn nur existieren dürfe, was mit den heutigen Methoden messbar sei, werde das dem Leben und der Natur nicht gerecht. Die moderne Wissenschaft sei sich der Erkenntnis doch bewusst, es gebe keine absolute Wahrheit. Notwendig sei mehr Forschung, die ergebnisoffen angelegt sein muss.

Evidenz der Homöopathie basiert auf ärztlicher Expertise, Forschung und Patientenwunsch

Auch der Kritik an der Regelung in der Schweiz, nach der Homöopathie Teil des Leistungskatalogs der Grundversicherung ist, hält die Ärztin stand. Die Entscheidung sei nach den Regeln der „Evidence based Medicine“ erfolgt. Darin enthalten sei eine systematisierte ärztliche Expertise, die aktuelle Forschung und der Wunsch der Patienten. Daten des Bundesamts für Gesundheit in der Schweiz zeigten, dass die Kosten der Homöopathie nicht höher seien. Gleichzeitig zeige sich, dass Ärzte mit Homöopathie mehr chronisch und schwer Kranke behandelten, als Ärzte ohne diese Zusatzqualifikation. Ein großer Teil der Bevölkerung wendet nach Einschätzung Etters Homöopathie an. Aus ihrer ärztlichen Praxis berichtet sie, homöopathische Arzneimittel täglich erfolgreich anzuwenden.

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Politik Recht Gesellschaft

Viele äußern sich zur Homöopathie

Große Resonanz auf Facebook-Umfrage einer CDU-Abgeordneten zur Homöopathie

Viele äußern sich zur Homöopathie

Große Beteiligung an einer Umfrage zur Homöopathie. (Bildquelle: © strichfiguren.de / Fotolia)

35.000 Menschen beteiligten sich an einer Umfrage der CDU-Abgeordneten Prof. Claudia Schmidkte zum Thema Homöopathie. Eine große Resonanz, mit der die Medizinerin nicht gerechnet hat. 61 Prozent der Befragten stimmten in der Umfrage für die Apothekenpflicht und die Erstattungsfähigkeit von homöopathischen Arzneimitteln. Die Gesundheitspolitikern und Herzchirurgin zeigte sich überrascht davon, wie scharf die Debatte über die Kommentarfunktion geführt wurde. Sie vergleicht sie sogar mit einem „Bürgerkrieg“. Schmidtke wollte ein Meinungsbild darüber erhalten, wie Nutzer über die Apothekenpflicht für homöopathische Arzneimittel denken und wie sie sich zur Erstattungsfähigkeit stellen.

35.000 Menschen beteiligen sich an der Umfrage zur Homöopathie

Schmidtke ist Gesundheitspolitikern und beschäftigt sich auch mit dem Thema „Organspende“. Ihre Nutzer auf ihrer Facebook-Seite bezieht sie aktiv mit ein. Hier konnten Menschen auch schon ein Gespräch mit einem betroffenen Patienten im Herzzentrum Berlin live mitverfolgen. An ihrer Umfrage zur Homöopathie beteiligten sich innerhalb von nur einer Woche 35.000 Menschen und debattierten über die Kommentarfunktion. Etwa 2000 Kommentare kamen zusammen, teils mit Beschimpfungen. Teilweise seien jedoch auch humorvolle Äußerungen dabei gewesen. So habe eine Nutzerin betont, sie habe zwar das Vertrauen in die Politik verloren, aber die Homöopathie habe ihr schon sehr oft geholfen.

Abgeordnete will Meinungsbildung zur Homöopathie unterstützen

Den Homöopathie Kongress in Köthen (Anhalt) nahm die Abgeordnete zum Anlass, das Thema auf ihrer Facebook-Seite aufzugreifen. Sie meint, Homöopathie polarisiere. Einerseits wollten viele nicht darauf verzichten und sehen darin eine Alternative zur konventionellen Medizin. Andererseits gebe es die Gegner, die die Homöopathie für ein Geschäft ohne wissenschaftliche Evidenz abstempeln. Auch die Herzchirurgin äußert ihre Zweifel. Dennoch wolle sie sich einer Meinungsbildung nicht verschließen. Der Meinungsbildungsprozess sei noch nicht abgeschlossen, stellt sie heraus.

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Sonstiges

Zu viele Medikamente: Was leistet Homöopathie?

Viele Patienten nehmen fünf und mehr Medikamente. Wie kann die Homöopathie unterstützen?

Zu viele Medikamente: Was leistet Homöopathie?

Homöopathie kann eventuell eine Hilfe sein. (Bildquelle: © Coloures-Pic / Fotolia)

Wenn Patienten viele Medikamente auf einmal nehmen müssen, können Wechselwirkungen auftreten. Kann die Homöopathie eine Alternative sein?
Einer aktuellen Analyse der Barmer Krankenversicherung zufolge nehmen 21 Prozent der deutschen Bevölkerung fünf und mehr pharmazeutische Wirkstoffe ein. Die Anzahl der Medikamente steigt dabei mit dem Lebensalter. 23 Prozent der Bevölkerung nehmen keine Medikamente ein. Wechselwirkungen der verschiedenen Präparate sind kaum erforscht. Zudem konzentrieren sich Medikamentenstudien aufgrund ihres komplizierten Settings nicht auf ältere Patienten. Dabei kann der Körper älterer Menschen veränderte Organfunktionen aufweisen.

Warum ist Multimedikation ein Problem?

– Viele unterschiedliche Medikamente können in ihrer Kombination unerwünschte Wechselwirkungen erzeugen.
– Für Ärzte wird es zunehmend schwierig, den Überblick zu behalten.
– Die Multimedikation ist kaum wissenschaftlich erforscht.
– Studien für die Wirkung von Medikamenten bei älteren Patienten sind selten.

Gute Erfahrungen bei geriatrischen Patienten mit Homöopathie

Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie hat 2016 einen vielbeachteten Forschungsreader herausgebracht. Darin wird homöopathischen Arzneimitteln in der Versorgungsforschung ein gutes Zeugnis ausgestellt. Die Versorgungsforschung untersucht die Anwendung von Medikamenten in der Praxis. In den Studien wurde in den meisten Fällen eine Besserung der Beschwerden und der Lebensqualität dokumentiert. Eine Langzeitstudie der Charité Universitätsmedizin Berlin dokumentierte eine nachhaltige Besserung durch die homöopathische Therapie bei geriatrischen Patienten.(1) Homöopathische Arzneimittel können neben- und wechselwirkungsarm eingesetzt werden. Gerade bei chronischen Erkrankungen können sie konventionelle Therapien unterstützen oder sogar ersetzen. Insofern kann die Homöopathie im Bereich der Multimedikation Potential entfalten.

Bewusstsein für Homöopathie anstelle von konventionellen Präparaten in der Bevölkerung

Bei den Patienten steigt das Bewusstsein für komplementäre Behandlungsformen. Die Homöopathie ist nach wie vor sehr beliebt. Gerade bei Alltagsbeschwerden oder chronischen Erkrankungen hat sie sich bewährt. Wie problematisch die Wirkung konventioneller Präparate sein kann, wurde im Barmer Arzneimittelreport dokumentiert. Die Barmer beschreibt, 18,2 Prozent der Versicherten habe im Jahr 2017 einen Protonenpumpenhemmer verordnet bekommen. Ein solches Präparat wird zum Beispiel bei Sodbrennen eingesetzt. Bei 40,1 Prozent dieser Patienten habe dafür keine Diagnose vorgelegen. Bei falscher Einnahme kann dieses Medikament zu einer vermehrten Säurebildung führen.

(1) http://www.wisshom.de/dokumente/upload/7cda0_forschungsreader_2016_ergschutzgeb%C3%BChr_180713.pdf.

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Problem Multimedikation – Homöopathie als Alternative?

Barmer warnt vor „Arzneimitteltherapie mit Sicherheitslücken.“ Kann Homöopathie unterstützen?

Problem Multimedikation - Homöopathie als Alternative?

Bei der Einnahme ab fünf Arzneimittel sind Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen. (Bildquelle: © stockpics / Fotolia)

In ihrem Arzneimittelreport für das Jahr 2018 analysiert die Barmer Krankenkasse, dass jeder fünfte Bundesbürger im Jahr 2016 fünf oder mehr Arzneimittel eingenommen hat. Die Wechselwirkungen der vielen Medikamente seien dabei Unsicherheitsfaktoren.
Die Ergebnisse der Versorgungsforschung sprechen für die Homöopathie. Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer, spricht im Arzneimittelreport von „Sicherheitslücken in der Arzneimitteltherapie“, die durch eine bessere ärztliche Kommunikation und Verfügbarkeit von Informationen vermeidbar seien. In einem Projekt zur digital unterstützten Arzneimitteltherapie sollen Hausärzte bei der Arzneimitteltherapie- und dem Versorgungsmanagement unterstützt werden.

Multimedikation: Vieles spricht für die Homöopathie

Homöopathie kann gerade im Bereich der Multimedikation, also der Verordnung von vielen unterschiedlichen Medikamenten von unterschiedlichen Ärzten, eine Alternative sein. Homöopathische Arzneimittel gelten als nebenwirkungsarm und verträglich.Gerade bei chronischen Leiden ist der Bedarf an eine angepasste Medikation hoch. Wie drängend das Problem ist, zeigt sich im Barmer Arzneimittelreport. Bundesweit leiden nach Angaben der Krankenkasse 5,4 Millionen Menschen an drei chronischen Erkrankungen, 23,3 Millionen an fünf oder mehr. Bei zwei Drittel der Barmer-Versicherten behandelten drei oder mehr Ärzte medikamentös. Wie problematisch die Folgen sein können, stellt die Krankenkasse heraus. Ihrer Analyse zu Folge wurden 1.400 Patienten das Mittel Methotrexat im Rahmen der Krebs- bzw. Rheumatherapie verordnet, obwohl die Patienten zugleich eine eingeschränkte Nierenfunktion vorwiesen und dieses Präparat nicht einnehmen dürften. Die Kasse macht deutlich, dass es den Ärzten gerade bei älteren multimorbiden Patienten schwerfällt, den Überblick über die Medikation und die Wechselwirkungen zu behalten.

Homöopathie bei geriatrischen Patienten zeigt in Studien nachhaltigen Behandlungseffekt

Homöopathische Arzneimittel zeigten in einer Metaanalyse der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie (Wisshom) in zahlreichen Studien der Versorgungsforschung eine klinisch relevante Verbesserung der Symptome und der Lebensqualität der Patienten. In ihrem Forschungsreader spricht die Wisshom von einem „klinisch relevanten Nutzen für die Patienten.“ So konnte zum Beispiel eine große Beobachtungsstudie mit 3.981 Patienten über einen Zeitraum von acht Jahren, durchgeführt an der Charite Universitätsmedizin Berlin und in Praxen von über 100 homöopathisch arbeitenden Ärzten in Deutschland und der Schweiz nachweisen, dass unter anderem geriatrische Patienten von einer Behandlung mit homöopathischen Arzneimitteln profitieren konnten. Der Behandlungseffekt war dabei nachhaltig.

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Wissenschaft Technik Umwelt

Homöopathie als Teil einer Strategie gegen Resistenzen

Vertreterinnen des BPI fordern Einsatz von bestehenden Therapien wie Homöopathie

Homöopathie als Teil einer Strategie gegen Resistenzen

Im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. (Bildquelle: © Davizro Photography / Fotolia)

Zwei hochrangige Vertreterinnen des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) fordern in einem Positionspapier beim Kampf gegen Antibiotikaresistenzen die Einbeziehung von Homöopathika, pflanzlichen Arzneimitteln, Anthroposophika und mikrobiologischen Arzneimitteln. Es geht dabei um die Behandlung von Infekten und die Vorbeugung von Erkrankungen. Biologin Dr. Nicole Armbrüster leitet das Geschäftsfeld Biologische / Pflanzliche Arzneimittel beim BPI. Pharmazeutin Dr. Meike Criswell verantwortet das Geschäftsfeld Homöopathische / Anthroposophische Arzneimittel. Sie warnen vor den Entwicklungen durch falschen und zu häufigen Einsatz von Antibiotika. Beide fordern eine Strategie ohne Scheuklappen vor bestehenden und langjährig erprobten komplementären Arzneimitteltherapien wie der Homöopathie.

Unter Umständen lässt sich der Einsatz von Antibiotika mit Homöopathika vermeiden

Was leisten pflanzliche, homöopathische, anthroposophische und mikrobiologische Arzneimittel als Teil einer Strategie gegen Antibiotikaresistenzen? Den beiden Naturwissenschaftlerinnen vom BPI zufolge können sie helfe Symptome zu lindern und Nebenwirkungen von Antibiotika zu reduzieren. Zudem könnten sie deren Einsatz unter Umständen ganz vermeiden. Vielen Ärzten seien jedoch pharmazeutische Alternativen zu Antibiotika aus dem komplementären Bereich zu unbekannt. Vor allem deshalb, weil sie nicht Bestandteil des medizinischen Studiums seien. Zudem existiere derzeit noch kein Schnelltestverfahren, mit dem zweifelsfrei und schnell geprüft werden könne, ob es sich um einen bakteriellen oder viralen Infekt handelt. 90 Prozent aller Atemwegsinfekte sind viraler Natur. Eine antibiotische Behandlung bleibt hier wirkungslos.

Aufnahme von Homöopathie in offizielle Aktions- und Strategiepläne gegen Resistenzen

Die Lösung ist für die beiden BPI-Vertreterinnen die Einbeziehung u.a. von Homöopathika, um Antibiotika effizienter einzusetzen und Resistenzen vorzubeugen. Zugleich könne sich der Einsatz verbessernd auf das Immunsystem auswirken. In der Folge könnten

– Erkrankungsraten,
– Krankheitskosten und
– Antibiotikaeinsatz reduziert werden.

Lösungswege dahin könnten in der Aufnahme komplementärer Arzneimittel in die offiziellen Aktions- und Strategiepläne zur Reduzierung von Resistenzen liegen. Zudem müsse es mehr Forschungsförderung zu aussichtsreichen Behandlungsalternativen geben. Zudem müsse das medizinische Personal fortgebildet und die Bevölkerung besser informiert werden.

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Homöopathie statt Multimedikation?

Multimedikation bei älteren Patienten ist schlecht erforscht – kann Homöopathie unterstützen?

Homöopathie statt Multimedikation?

(Bildquelle: @ Robert Kneschke / Fotolia)

Homöopathie und Multimedikation – wie hängt das zusammen? Dem Leiter des Instituts für klinische Pharmakologie der Medizinischen Fakultät Mannheim an der Universität Heidelberg zufolge, haben Menschen im Alter von 80 Jahren im Durchschnitt etwas mehr als drei Diagnosen. Viele müssen, Prof. Dr. med. Martin Wehling in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zufolge, mehrere unterschiedliche Medikamente pro Tag einnehmen. Acht Präparate seien nicht selten. Das liege an sich verändernden Organfunktionen, deren Leistung mit zunehmendem Alter abnimmt. Besonders hebt der Mediziner die Niere hervor. Im Alter von 80 Jahren funktionieren die beiden Nieren nur noch wie eine. Das beeinflusse, wie Medikamente im Körper verteilt und abgebaut werden und wie sie wirken. Der Zusammenhang lässt sich einfach darstellen:

– Je mehr Krankheiten, umso mehr Medikamente kommen zum Einsatz.
– Je älter der Körper, umso höher ist die Gefahr von ungünstigen Wechsel- und Nebenwirkungen.

Zu wenig Forschung über Multimedikation bei älteren Patienten

Ein Problem dabei: Medikamente durften bisher nicht an älteren Menschen im Rahmen von Studien getestet werden. Mittlerweile hat die Europäische Arzneimittelagentur Ema durchgesetzt, dass über 65-Jährige nicht mehr von Medikamenten-Studien ausgeschlossen werden dürfen. Dennoch ist diese Altersgruppe in Studien unterrepräsentiert. Altersspezifische Probleme blieben dabei unberücksichtigt. Studien, die sich nur auf alte Menschen konzentrieren, fehlen zudem fast vollständig. Hinzu kommt, dass solche Studien aufgrund ihres komplexen Settings unter Berücksichtigung der Multimedikation sehr teuer sind. Nur wenige seien bereit, das zu finanzieren. Vor diesem Hintergrund hat die Ema Anfang des Jahres ein Papier veröffentlicht. Darin legt die Behörde Kriterien fest, wie Studien in Zukunft mit Blick auf die speziellen Bedingungen bei älteren Patienten gestaltet sein sollen.

Homöopathie bei chronisch kranken Patienten kann begleitend eingesetzt werden

Viele Medikamente, deren Wechselwirkungen bei älteren Patienten zu wenig erforscht sind – welche Lösung gibt es? Nicht einfach monopathologisch, also auf eine Krankheit oder ein Organ bezogen denken, fordert zum Beispiel Cornel Sieber, Leiter der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg und Vorsitzender der Gesellschaft für Innere Medizin. Den Blick also aufs Ganze richten? Das ist auch das Credo der Homöopathie. Welche Rolle die Homöopathie bei der Betreuung und Behandlung von chronisch kranken Menschen spielen kann, hat zum Beispiel Petra Plunger (1) in einem Kongressbeitrag der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie (WissHom) beschrieben. Homöopathische Arzneimittel können begleitend angewendet werden. Ziel dabei ist es, die konventionelle Arzneimitteltherapie zu unterstützen oder im besten Fall neben- und wechselwirkungsarm zu ersetzen.

(1) Petra Plunger. Homöopathie in der Betreuung chronisch kranker Menschen. ICE 7. InHom 2008. http://www.wisshom.de/dokumente/upload/6c939_ice7_kongressband_teil2_akt.pdf.

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