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ADHS und Homöopathie

Klinische Studie zum Einfluss der ergänzenden homöopathischen Behandlung von Kindern mit ADHS

ADHS und Homöopathie

Individuelle homöopathische Therapien. (Bildquelle: © megakunstfoto – Fotolia)

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehört zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen von Kindern. Die Fallzahlen steigen kontinuierlich an. Eine klinische Langzeitstudie [1] beschäftigt sich jetzt mit der ergänzenden Behandlung dieser Patienten mit Homöopathie. Bisherige Studien konnten „signifikante Verbesserungen“ der Symptomatik nachweisen. Die Autoren der Langzeitstudie betonen, ADHS verursache hohe Kosten im Gesundheitssystem und könne zu negativen Verhaltensweisen wie früher Kriminalität, Schulabbruch und unsozialem Verhalten führen. In der Regel werde pharmakologisch oder verhaltenstherapeutisch interveniert. Solche Therapien jedoch seien teuer und mit unerwünschten Nebenwirkungen verbunden. Die langfristigen Krankheitsfolgen würden zudem durch die Therapie kaum beeinflusst.

Langzeitstudie stellt verschiedene Behandlungsformen bei ADHS, u.a. mit Homöopathie, gegenüber

Mit Hilfe des Projekts von Sheffield Treatments for ADHS Research (STAR) sollen im Rahmen einer Langzeitstudie vergleichende Informationen in Bezug auf die Wirksamkeit, die Kosten wie die Akzeptanz unterschiedlicher Therapien bei ADHS gewonnen werden. Dazu wird eine dreiarmige Pilotstudie durchgeführt, die neue Behandlungsformen durch Ernährungstherapeuten oder Homöopathen mit der konventionellen Behandlung von Kindern mit ADHS vergleicht. Die Studie bezieht mindestens 140 Kinder im Alter von fünf bis 18 Jahren mit der Diagnose ADHS und Begleiterkrankungen ein. Die Ergebnisse der jeweiligen Behandlung werden alle sechs Monate über Fragebogen gemessen, die von professionellen Betreuern ausgefüllt werden. Die Betreuer der Kinder waren zudem in das Setting des Fragebogens mit einbezogen.

Bisherige Studien zeigen Wirksamkeit individueller homöopathischer Therapien

Die Autoren der Studie beziehen sich auf bisher veröffentliche Nachweise für die homöopathische Behandlung von Patienten mit ADHS und verweisen auf sieben randomisierte klinische Studien, die sich mit der Wirkung spezifischer homöopathischer Präparate beschäftigten. Die Ergebnisse dieser Studien zeigen: Alle Studien zur Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel – außer einer Studie zur individualisierten homöopathischen Behandlung – dokumentierten signifikante Verbesserungen der ADHS-Symptome bei Kindern, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß und in unterschiedlicher Qualität. In der neuen Langzeitstudie soll zudem der Einfluss gesunder Ernährung auf ADHS-Symptome geprüft werden.

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Jens Spahn: Jedem unbenommen, homöopathische Mittel zu kaufen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung über die Homöopathie

Jens Spahn: Jedem unbenommen, homöopathische Mittel zu kaufen

Therapievielfalt auch in Deutschland. (Bildquelle: © Boggy – Fotolia)

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung zur Übernahme der Kosten für Homöopathie durch die Kassen geäußert. Spahn plädiert für die Wahlfreiheit der Patienten in ihrer medizinischen Therapie. Aus Sicht von Jens Spahn sollten die Kassen ihren Versicherten Homöopathie als zusätzliche Satzungsleistung oder über Wahltarife anbieten können. Jens Spahn: „Grundsätzlich ist es jedem unbenommen, homöopathische Mittel zu kaufen. Es muss nur sichergestellt sein, dass sie nicht schaden.“

Die klinischen Effekte von Homöopathika sind nachgewiesen

Auch in der Schweiz setzen Therapeuten und Patienten auf Therapievielfalt mit Homöopathie. Auch hier spielt die Frage der Evidenz eine ganz wesentliche Rolle. In der Schweiz ist die Behandlung mit homöopathischen Arzneimittel ein fester Teil des Leistungskatalogs der Krankenkassen. Um eine Fortführung dieser Praxis zu ermöglichen, wurden Schweizer Wissenschaftler beauftragt, den Nachweis zu erbringen, dass die Homöopathie eine wertvolle Ergänzung der konventionellen Medizin darstellt. Die Frage, ob Homöopathie einen festen Platz in medizinischen Praxis haben soll, konnte in der Schweiz eindeutig mit Ja beantwortet werden. 1

Wirksamkeit der Homöopathie im klinischen Bereich belegt

Die Wissenschaftler konnten die Wirksamkeit der Homöopathie „hinreichend belegen“, auch wenn sich die wissenschaftliche Nachweisbarkeit für Homöopathie anders gestaltet als in der konventionellen Medizin. Da wundert es nicht, dass Patienten auf Homöopathie setzen. Werden sie gefragt, ob Homöopathie wirkt, dann fällt die Antwort eindeutig aus: Die überwiegende Zahl der Deutschen hat mit Homöopathie bereits gute Erfahrungen gemacht. Eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach kam im Jahr 2014 zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent homöopathischen Arzneien verwendet haben. Neun von zehn Nutzern konnten von einer erfolgreichen Anwendung berichten, 48 Prozent hat die Homöopathie nach eigenen Angaben ohne Einschränkung geholfen, 39 Prozent zumindest in manchen Fällen.

Quellen:
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.spahn-zum-umgang-mit-valsartan-wir-haben-unverzueglich-informiert-page1.04a31683-0ab5-4ff1-ad75-3b633569d377.html

1 „Homöopathie in der Krankenversorgung –
Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit“
Prof. Dr. Peter F. Matthiessen, Dr. Gudrun Bornhöft (Hrsg.),
Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt 2006

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Die Homöopathie auf dem Prüfstand

Diskussion um Homöopathie in Apotheken lässt aktuelle Studienlage außen vor

Die Homöopathie auf dem Prüfstand

In zahlreichen Studien konnte die Wirksamkeit der Homöopathie nachgewiesen werden. (Bildquelle: © Romolo Tavani – Focolai)

Die Diskussion um den Stellenwert von Homöopathika in Apotheken lässt außen vor, dass die Wirksamkeit von homöopathischen Arzneimitteln mittlerweile in zahlreichen Studien nachgewiesen werden konnte. Medienwirksam inszenierte Darstellungen von Kritikern teilen mit, keine Homöopathika mehr anbieten zu wollen. Die Begründung: Es gebe keine wissenschaftlichen Studien, die die Wirkung von homöopathischen Mitteln nachweisen. Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie (WissHom) und das Homeopathic Research Institute (HRI) dagegen stellen heraus: Nach dem aktuellen Forschungsstand zur Homöopathie lässt sich nachweisen, dass homöopathische Arzneimittel Wirkungen entfalten, die über ein Placebo deutlich hinausgehen. [1][2] Patienten, die Homöopathika nutzen wollen, können sich an jede Apotheke wenden. Denn diese müssen ihrer Versorgungspflicht und dem Wunsch der Patienten nach homöopathischen Arzneimitteln nachkommen.

Die Leitlinienkritik an der Homöopathie ist nicht stringent

Sowohl die Homöopathie als auch die konventionelle Medizin agieren mit dem Bestreben, Menschen zu helfen und deren Gesundheitszustand zu verbessern. Das zugrundeliegende Wirkungsprinzip unterscheidet sich dabei jedoch sehr stark. Homöopathie-Kritiker argumentieren, dass homöopathische Mittel nicht in den Leitlinien auftauchen und lassen dabei außer Acht, dass auch viele konventionelle Mittel nicht darin genannt werden. Bei einigen Krankheitsbildern, beispielsweise einer Rhinosinusitis, wird in den Leitlinien sogar teilweise von einem Medikamenten- bzw. Antibiotikaeinsatz abgeraten, da unter Umständen die Nebenwirkungen der Medikamente gegenüber dem Nutzen überwiegen.

Was ist mit freiverkäuflichen Medikamenten?

Offen bleibt, warum andere freiverkäufliche Medikamente wie Hustensäfte oder andere Präparate dagegen in den Sichtregalen der Apotheken verbleiben. Schließlich ist deren Wirkung auch nicht immer durch wissenschaftliche Studien belegt. In der Debatte um Homöopathie werden zudem Stimmen laut, die befürchten, Patienten würden sich an unsichere Quellen im Internet wenden, wenn ihre Hausapotheke homöopathische Präparate nicht mehr vorrätig habe. Schließlich sei es die Kernkompetenz des Apothekers, Patienten zu beraten. Diese Beratung komme dann mitunter im Blick auf Homöopathie zu kurz, wenn Apotheker nicht mehr im Sinne der Behandlung der Patienten berieten, sondern geprägt durch ihre Voreingenommenheit.

[1] Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie (WissHom) 2016: Der aktueller Stand der Forschung zur Homöopathie. Köthen (Anhalt).
2 https://www.hri-research.org/de/quellen/forschungsdatenbanken/

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Wird die Wirkung der Homöopathie unterschätzt?

Homöopathie – Psychologie Professor betont unterschätze Effekte in der Medizin

Wird die Wirkung der Homöopathie unterschätzt?

Oftmals unterschätzt, die Wirkung der Homöopathie. (Bildquelle: © Jacek Chabraszewski – Fotolia)

Die Beliebtheit von Homöopathika sowie homöopathischen Behandlungen nimmt zu. Durch positive Erfahrungen wissen ihre Anwender und immer mehr Ärzte die Homöopathie zu schätzen. Ihre Kritiker jedoch betonen immer wieder, dabei handele es sich nur um eine Placebo Wirkung. Das jedoch ist auch bei konventionellen Medikamenten nicht auszuschließen: Eine durchgeführte Meta-Analyse kam zwischenzeitlich zu dem Ergebnis, dass Antidepressiva nur eine minimale Überlegenheit über Placebos vorwiesen. Vor dem Hintergrund oft auftretender Nebenwirkungen sowie unklarer Kenntnisse über Langzeiteffekte gilt es, im Einzelfall abzuwägen. Die berechtigte Frage stellt sich, ob solche Medikamente nicht mehr schaden als letztendlich nutzten, denn die Wirkung von Antidepressiva unterscheidet sich der Studie zufolge nur in geringer Weise von Scheinmedikamenten, was die generelle Frage der Aussagekraft solcher Studien für die ärztliche Therapie aufwirft.

Homöopathie – viele Menschen vertrauen auf ihre Wirkung

Bekannt ist die Homöopathie – auch bei ihren Kritikern – für ihre nebenwirkungsarme Wirkungsweise und ihre verblüffenden Heilungserfolge. Unabhängig davon, welche therapeutischen Effekte Homöopathika tatsächlich mit sich bringen, sollte die biologische und psychologische Wirkung des ggf. zugrundliegenden Effekts nicht unterschätzt werden, fordert Winfried Rief, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Marburg und Leiter einer überregionalen Forschergruppe in der Süddeutschen Zeitung vom 22. August 2018.

Homöopathie erfährt bei Patienten eine steigende Beliebtheit

Nicht zuletzt aufgrund der geringen Nebenwirkungen steigt die Nachfrage von Homöopathika und homöopathischen Behandlungen. Inwiefern bei unterschiedlichen Krankheitsbildern homöopathische Arzneimittel – ausschließlich oder in Kombination mit anderen Therapien – eingesetzt werden können, sollte stets gewissenhaft mit den behandelnden Ärzten besprochen werden. Die Homöopathie zeigt jedenfalls in Studien u.a. der Versorgungsforschung gute Ergebnisse.

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Warum homöopathische Arzneimittel in Apotheken gehören

Homöopathische Arzneimittel stehen für therapeutische Vielfalt

Warum homöopathische Arzneimittel in Apotheken gehören

Homöopathische Arzneimittel gehören in die Apotheke. (Bildquelle: © elenabsl – Fotolia)

Die Wellen schlagen wieder einmal hoch: Eine Apotheke in Bayern nimmt medienwirksam ihre homöopathischen Arzneimittel aus den Regalen. Hintergrund dieser Entscheidung sei die fehlende wissenschaftliche Evidenz, erklärt die Apothekerin. Eine Entscheidung, die außer Acht lässt, dass die Wirksamkeit der Homöopathie mittlerweile in zahlreichen Studien erfolgreich nachgewiesen werden konnte. Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie hat dazu einen vielbeachteten Forschungsreader herausgegeben, der sowohl Studien aus der Versorgungsforschung, Meta-Analysen, randomisierte kontrollierte klinische Studien, als auch Grundlagenforschung zusammenfasst [1]. Die Autoren kommen zum Schluss: Die Mehrzahl der Studien weist die Überlegenheit der homöopathischen Arzneimittel gegenüber dem Placebo nach. Zugleich zeigen aktuelle Studien, dass sich Patienten Homöopathie wünschen [2].

Keine Homöopathie in Apotheken – Apotheker befürchten Abwanderung der Patienten ins Internet

Die Entscheidung der Apotheke in Bayern wird im eigenen Berufsstand kontrovers diskutiert. So äußern sich Apotheker besorgt, dass Patienten zunehmend homöopathische Arzneimittel im Internet ohne fachliche Beratung bestellen, sollten sie bei ihrer Hausapotheke keine entsprechenden Präparate vorrätig finden. Damit verbunden sind die Gefahren einer Einnahme von falsch dosierten Medikamenten und eine Selbstmedikation ohne qualifizierte medizinische Begleitung. Darüber hinaus gibt es Stimmen in der Apothekerschaft, die die Herausnahme von homöopathischen Arzneimitteln aus dem Angebot in Apotheken als inkonsequent bezeichnen. Denn dann müssten folglich auch andere freiverkäufliche Präparate wie beispielsweise Hustensaft oder bestimmte Grippemittel aus den Regalen verschwinden. Vor allem wird jedoch kritisiert, dass es sich dabei um eine Bevormundung der Patienten handele, die sich Homöopathie wünschen und gute Erfahrungen damit machen.

Apotheken mit Kompetenz in Homöopathie

Dagegen gibt es viele Apotheken, die ihre Kompetenz in der Kenntnis von homöopathischen Arzneimitteln bewusst ausbauen, weil sie wissen, dass Patienten die Therapie mit Homöopathika wünschen. So hat der Deutsche Apothekerverband ein Weiterbildungsangebot für Homöopathie geschaffen und kommt damit eigenen Angaben zufolge dem steigenden Bedürfnis der Bevölkerung nach, sich über Arzneimittel der komplementären Medizin zu informieren.

Quellen:
[1] Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie (WissHom) 2016: Der aktueller Stand der Forschung zur Homöopathie. Köthen (Anhalt).
[2] [1] De Sombre, Dr. Steffen: Homöopathische Arzneimittel 2014. Bekanntheit, Verwendung und Image. Bonn 2014.

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Pharmaverband: Homöopathie steht für Therapievielfalt

Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) positioniert sich pro Homöopathie

Pharmaverband: Homöopathie steht für Therapievielfalt

Homöopathie steht für Therapievielfalt. (Bildquelle: © Robert Kneschke – Fotolia)

Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller bekennt sich in einem Positionspapier zu homöopathischen Arzneimitteln. Der Verband spricht darin von einer hohen pharmazeutischen Qualität und Unbedenklichkeit homöopathischer Arzneimittel und betont zugleich die Bedeutung der Apothekenpflicht. Seit 1976 seien homöopathische und anthroposophische Arzneimittel im Deutschen Arzneimittelgesetz verankert. Ihre Unbedenklichkeit sei durch Kontrollinstanzen im Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfARM) gewährleistet, das heißt, Homöopathika werden wie konventionelle Medikamente überprüft, bevor sie in Apotheken abgegeben werden dürfen. Dadurch sei ihre Verkehrsfähigkeit gewährleistet und gesetzlich geregelt. Wie andere Arzneimittel würden sie hinsichtlich ihrer Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft.

Homöopathie – laut BAH für die apothekengestützte Selbstmedikation geeignet

Die Entscheidung einer Apotheke in Bayern, homöopathische Arzneimittel nicht mehr vorrätig im Angebot zu halten, hatte zuletzt ein großes Medienecho gefunden. Der BAH jedoch hatte bereits im vergangenen Jahr betont, dass homöopathische Arzneimittel wie alle anderen Medikamente auch die gesetzlichen Anforderungen an eine hohe pharmazeutische Qualität, an Sicherheit und Unbedenklichkeit erfüllen müssen. Für den BAH sind sie „bewährter Bestandteil der Therapievielfalt“ im Rahmen der Selbstmedikation mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln. Allein durch die Apothekenpflicht sei sichergestellt, dass eine „sachgerechte und indizierte Anwendung“ gewährleistet sei, weil der Apotheker sie im Rahmen der heilberuflichen Beratung abgebe und dazu berate. So seien homöopathische Arzneimittel dazu geeigneten, im Kontext der apothekengestützten Selbstmedikation zum Beispiel bei Alltagsstörungen oder im Rahmen von leichten Erkrankungen angewendet zu werden. Dazu gehörten beispielsweise grippale Infekte.

BAH betont die „interne Evidenz“ von homöopathischen Arzneimitteln

Zur immer wieder in Frage gestellten Evidenz von homöopathischen Arzneimitteln erklärte der BAH in seinem Papier, dass der Epidemologe David Sackett als Verfechter der evidenzbasierten Medizin zugleich Erfahrungen und Wünsche von Therapeuten und Patienten berücksichtigt habe. Die Homöopathie sei ein individuelles Therapieprinzip: Nach vorgegebenen, systematischen Regeln werde ein auf die Einzelperson abgestimmtes Arzneimittel festgelegt. Die Bildung von Vergleichsgruppen sei folglich schwierig. Der BAH spricht von „interner Evidenz“ in Bezug auf homöopathische Arzneimittel, die auf positiven Therapieerfahrungen beruhe.

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Was ist klassische Homöopathie?

Was ist klassische Homöopathie?

Globuli

Klassische Homöopathie wird allgemein als ein System medizinischer Behandlung definiert, das auf der Verwendung von winzigen Mengen von Arzneimitteln basiert, die in größeren Dosen ähnliche Wirkungen wie die der behandelten Krankheit hervorrufen. Es wird angenommen, dass sehr kleine Dosen eines Medikaments sehr starke Heilwirkungen haben könnten, da ihre Wirksamkeit durch heftiges und methodisches Schütteln beeinflusst werden könnte. Dies wird auf diese angebliche Potenzsteigerung durch kräftiges Schütteln als Dynamisierung zurückgeführt. Es wird auch angenommen, dass Erschütterung immaterielle und spirituelle Kräfte freisetzen könnte, wodurch Substanzen aktiver werden. Durch das Klopfen auf ein Lederkissen oder den Handballen sollte die Wirkung verdoppelt werden.

Beispiele umfassen: die Verwendung eines isopathischen (krankheitsassoziierten) Mittels als eine erste Verschreibung in einem steckengebliebenen Fall, wenn der Beginn der Krankheit mit einem spezifischen Ereignis wie einer Impfung zusammenfällt; die Verwendung einer chemisch verwandten Substanz, wenn ein Mittel versagt, erscheint noch gut angezeigt; und in jüngerer Zeit die Verwendung von Substanzen basierend auf ihrer natürlichen Klassifizierung (Periodensystem oder biologische Taxonomie). Dieser letzte Ansatz wird von einigen in der homöopathischen Gemeinschaft als vielversprechend angesehen, weil er es erlaubt, Heilmittel zu gruppieren und die ständig wachsende Materia Medica zu klassifizieren, aber von vielen Puristen abgelehnt wird, weil es Spekulationen über Abhilfemaßnahmen ohne ordnungsgemäße Prüfungen beinhaltet.

Es wird geschätzt, dass mehr als 100.000 Ärzte Homöopathie weltweit praktizieren, wobei schätzungsweise 500 Millionen Menschen behandelt werden. Mehr als 12.000 Ärzte und lizenzierte Heilberufler führen homöopathische Behandlungen in Großbritannien, Frankreich und Deutschland durch. Seit 2001 ist die Homöopathie in der Europäischen Union durch die Richtlinie 2001/83 / EG geregelt; Nach den jüngsten Änderungen müssen die Mitgliedstaaten ein einfaches Registrierungsverfahren für homöopathische Arzneimittel einführen.

In Großbritannien können homöopathische Mittel über den Ladentisch verkauft werden. Im Vereinigten Königreich gibt es fünf homöopathische Krankenhäuser, in denen eine vom nationalen Gesundheitsdienst finanzierte Behandlung verfügbar ist, und viele regionale Kliniken. Homöopathie wird von den meisten Ärzteschaft nicht praktiziert, aber es gibt einen Kern der öffentlichen Unterstützung, einschließlich vom Prinzen von Wales.

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Homöopathika wirken besser als Placebo!

In Diskussionen um die Wirksamkeit der Homöopathie fällt oft der Begriff „Placebo-Wirkung“

Homöopathika wirken besser als Placebo!

Die positive Wirkung der Homöopathie nutzen. (Bildquelle: © Sashkin – Fotolia)

Placebo – was ist das eigentlich? Hierzu sollte zunächst einmal erklärt werden, was man in der Wissenschaft unter Placebo genau versteht. Darüber hinaus beweisen wissenschaftliche Studien, dass die positive Wirkung durch Homöopathika signifikant besser ausfällt, als ein so postulierter Placeboeffekt.

Was ist eine Placebo-Wirkung?

Placebo kommt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich: „Ich werde wohl gefallen“. Ein Placebo Medikament ist beispielsweise eine Tablette, die keinerlei Wirkstoff enthält. In Studien wurde festgestellt, dass auch damit eine positive Wirkung auf das Symptom erreicht wird. Die Placebo-Wirkung ist also die Summe aller positiven Effekte, die trotz fehlendem Wirkstoff auftreten. Erklärt werden diese durch

– Symbolkraft der Tabletteneinnahme,
– positive Erwartung des Patienten,
– Konditionierung,
– Spontanbesserung.

Was Kritiker der Homöopathie bei Nutzung dieses Argumentes leider immer vergessen: Der Placeboeffekt taucht bei jeder Medikamentengabe auf – also auch in der konventionellen Medizin. Die wichtige Frage ist: Wie groß ist dieser Effekt?

Homöopathie wirkt signifikant besser als ein Placebo

Der Wirkungsgrad des Placeboeffektes wird von den meisten Forschern mit ca. 30 Prozent eingeschätzt. Wenn also zehn Patienten ein Placebo Medikament bekommen, dann werden drei Patienten von einer Besserung ihrer Symptome berichten. Diverse Studien (IKK Sachsen Anhalt, Ambulanz in Bristol, u.a.) beschreiben für homöopathische Behandlungen eine Besserungsquote, die bei 70 bis 80 Prozent liegt. Weltweit arbeiten Ärzte mit homöopathischen Medikamenten und beschreiben nachhaltige Heilungseffekte, die nicht auf einen Placeboeffekt zurückgeführt werden können. Dieser ist meist nur bei einer ersten Gabe deutlich beschreibbar. Durch Gewöhnung schwächt er sich dann ab.

Die besondere Wirkweise der Homöopathika

Die typisch homöopathische Behandlung ist gekennzeichnet von zwei Aspekten, die einem angenommenen Placeboeffekt sogar eher entgegenwirken.
1. Es wird der individuelle Mensch behandelt und nicht ein Symptom. Daher kann es auch bei einem guten Arzt vorkommen, dass etwa erst das dritte ausprobierte Mittel das richtige ist. Bei den beiden ersten Mitteln passiert einfach gar nichts.
2. Das richtige Mittel gibt sich durch eine Erstverschlimmerung des Symptoms zu erkennen. Diese hält nur Stunden, maximal einen Tag an.
Beide Phänomene treten auch bei Patienten auf, die Homöopathie nicht kennen. Sie sind aber erklärbar aus der Dynamik der homöopathischen Heilmittelwirkung.

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Wie Homöopathie die chemische Krebsmedizin ergänzen kann

Homöopathische Arzneimittel begleitend zur Krebstherapie einsetzen

Wie Homöopathie die chemische Krebsmedizin ergänzen kann

Durch Homöopathie die chemische Behandlung bei Krebs ergänzen. (Bildquelle: © BillionPhotos.com – Fotolia)

Bis heute ist Krebs eine Diagnose, die alarmiert und Angst macht. Das Wort Krebs ist durch seinen Gebrauch aufgeladen mit einer vermeintlichen Bedrohung des Lebens. Dies ist zwar menschlich verständlich, aber medizinisch nicht unbedingt notwendig. Krebs ist nicht gleich Krebs. Wer also diese Diagnose erhält, der sollte sich wenn möglich die Zeit nehmen, über das weitere Vorgehen nachzudenken, sich beraten lassen und bewusst entscheiden. Die Frage soll auch nicht ein entweder / oder sein: Operation und Bestrahlung oder Homöopathie. Die Ergänzungsmedizin, in der die Homöopathie eine begleitende Rolle spielt, will und kann heute auch bei Krebserkrankungen hilfreich sein.

Behandlung kann homöopathisch begleitet werden

Wenn ein Patient mit der Diagnose Krebs eine chemische Behandlung benötigt, ist diese auf jeden Fall zu präferieren. Eine solche Behandlung kann jedoch homöopathisch begleitet werden, in Ergänzung und in Vorbereitung der onkologischen Therapie. Das rät Dr. Uwe Friedrich, Leiter des Forschungsprojekts „Homöopathische Krebsbehandlung“ der Universität Heidelberg. Selbst wenn eine Operation durchgeführt wird, so ist diese nach seinem Kenntnisstand oft erfolgreicher, wenn diese nach einigen Wochen erfolgt und nicht sofort nach der Diagnose. Diese Wochen können also wichtig und wertvoll werden. Durch Homöopathie kann der Körper auf die Belastung einer Operation oder einer eventuell folgenden Bestrahlung vorbereitet und gestärkt werden.

Die Lebensqualität verbessern

Der Wunsch an eine Krebsbehandlung ist immer, den betroffenen Menschen vollständig zu heilen. Symptome, die durch den Krebs oder auch durch eine onkologische Behandlung verursacht werden, können homöopathisch behandelt und gelindert werden: Müdigkeit, Depressionen oder Schmerzen beeinträchtigen die körpereigenen Abwehrkräfte in negativer Weise. Somit kann durch eine Homöopathie Behandlung nicht nur das subjektive Wohl gesteigert werden. Es verbessern sich hierdurch auch die Rahmenbedingung für eine Heilung.

Klinische Erfahrung mit homöopathischer Krebsbehandlung

Dr. Uwe Friedrich begann Ende der 1990er Jahre in der Universitätsklinik Heidelberg die Wirkung von homöopathischen Behandlungen bei Krebskranken zu erforschen. Hierbei lernte er die segensreiche Kombination von Schulmedizin mit homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten kennen. In den anthroposophischen Kliniken in Deutschland, darunter auch das Universitätsklinikum in Herdecke, spielt neben anderen typisch anthroposophischen Methoden die Homöopathie eine tragende Rolle. Auch dort werden Krebskranke homöopathisch behandelt. Auf die Diagnose Krebs kann also mit einer effektiven integrativ-medizinischen Behandlung reagiert werden.

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Homöopathie in der Tiermedizin

Nicht nur in der Humanmedizin, sondern auch in der Veterinärmedizin wird Homöopathie ganz selbstverständlich angewendet

Homöopathie in der Tiermedizin

Viele Tierärzte behandeln mit homöopathischen Mitteln bei Tieren. (Bildquelle: © inna_astakhova – Fotolia)

Was für den Menschen gut ist, das kann auch dem Tier nutzen. So denken viele Patienten, die erfolgreich mit homöopathischen Arzneimitteln behandelt wurden und zugleich Tierbesitzer sind. Auch unter Tierärzten breitet sich die Behandlung mit homöopathischen Medikamenten aus. Derzeit gibt es in Deutschland knapp 12.000 Tierärzte. Jeder 60. von ihnen führt die Fachbezeichnung „homöopathischer Tierarzt“. Doch auch viele der rein schulmedizinisch ausgebildeten Kollegen behandeln in einer Kombination mit chemischen und homöopathischen Arzneimitteln.

Tiere als Beleg für die Wirksamkeit von Homöopathie?

Die Wirkungsweise von Homöopathie wird immer wieder leidenschaftlich diskutiert. Kritiker der Homöopathie führen gerne ins Feld, dass Homöopathie zum großen Teil auf einem Placeboeffekt basiere. Dies bedeutet, dass die erwartete Wirkung durch Selbstsuggestion entsteht. Wenn etwa ein vom Kopfschmerz geplagter Mensch eine Schmerztablette nimmt, geht es ihm besser. Wenn er, ohne es zu wissen, in einem Versuch eine Tablette ohne jeden Wirkstoff bekommt, kann allein durch die Erwartung der Besserung eine Reduzierung des Symptoms eintreten.
Was bedeutet das aber für die erfolgreiche homöopathische Behandlung von Tieren? Im Allgemeinen spricht man Tieren mangels Bewusstheit eine Reaktion auf den beschriebenen Placeboeffekt ab. Also muss hier das homöopathische Mittel durch seine Wirkung auf biologische Prozesse im Körper heilbringend wirken? Viele Tierärzte und Tierhalten sind davon überzeugt, denn sie erleben signifikante Heilerfolge bei der Behandlung von Tierkrankheiten mit Homöopathika.

Homöopathie für Tiere im wissenschaftlichen Fokus

So beruht die Gabe von homöopathischen Mitteln an Tiere heute längst auf wissenschaftlich fundierten Forschungsergebnissen. Schon 1985 bis 1992 untersuchte Professor Harisch an der medizinischen Hochschule Hannover Wirkungen einiger Homöopathika auf Enzymwerte im Blut der Versuchstiere. So konnte unter anderem die Beeinflussung von biochemischen Reaktionen der Mast- und Leberzellen nachgewiesen werden. Erfahrene Tierhomöopathen setzen heute etwa gegen Wurmbefall bei Hunden auf homöopathische Arzneien wie Acidum phosphoricum, Sulfur oder Abrotanum als Alternative zu den klassischen und umstrittenen Wurmkuren.

Antibiotikaresistenzen in Tiermasthaltungen mit Homöopathie entgegenwirken

Das Thema der resistenten Antibiotikastämme ist in den Tierställen der Landwirtschaft angekommen. Thema des G 7 Gipfels 2015 war unter anderem auch genau diese Problematik. Ähnlich wie beim Menschen führt eine flächendeckende Gabe von Antibiotika zu resistenten Stämmen. Die Landwirte suchen Alternativen und finden diese zunehmend auch in der Homöopathie. Die Tierärzte Peter Klocke und Christian Fidelak sammelten jahrelang Erfahrungen damit beim Forschungsinstitut für biologischen Landbau FIBL. Diese geben sie heute an interessierte Landwirte weiter.

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