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Politik Recht Gesellschaft

Schlechte Arzt Bewertung durch Fake-Patienten?

Landgericht München I hilft Zahnarzt gegen Bewertungsportal – Unbekannter Patient (Scheinpatient) schreibt negative Bewertung, was tun?

Schlechte Arzt Bewertung durch Fake-Patienten?

Dr. Thomas Schulte: Landgericht München I hilft Zahnarzt gegen Bewertungsportal

Ein Zahnarzt prüfte in unregelmäßigen Abständen das Internet nach Einträgen und stellte erstaunt fest, dass in dem Ärztebewertungsportal ein Unbekannter seine Arbeitsleistung übel abgestraft hatte.

Da stand für alle Welt lesbar: „Note ungenügend für den Bereich Behandlung und Vertrauensverhältnis.“

Der Scheinpatient sagte, dass eine Krone nicht passen würde. Der Zahnarzt ging seine Kartei durch, stellte fest, dass es so diesen Patienten nicht gab und lief zum Rechtsanwalt. Der Rechtsanwalt forderte das Bewertungsportal auf, die falsche Angabe zu löschen. Da sich die Parteien nicht einigen konnten, kam es zum Rechtsstreit. Gegen den Fake-Patienten konnte der Zahnarzt mangels Namen und Adresse nicht vorgehen.

Rechtsstreit zwischen Arzt und Bewertungsportal – Bewertungsportal muss die Echtheit des Patienten beweisen

Das Bewertungsportal legte ein Email des Patienten vor und hatte aber den Namen geschwärzt. Genaue Angaben zum Namen des Patienten wollte das Bewertungsportal nicht machen.
Das Landgericht hat in dem Urteil vom 03.03.2017 entschieden, dass das Arztbewertungsportal die Bewertung löschen muss. Das Bewertungsportal muss dem Gericht gegenüber beweisen, dass die Bewertung von einem echten Patienten stammt. Da dieser Beweis nicht gelungen ist, musste das Bewertungsportal nachgeben. (LG München I, Urt. v. 03.03.2017, Az. 25 O 1870/15).
Beweislast – was ist das?

Wer etwas beweisen muss, der muss den Richter überzeugen. Wie soll aber der Arzt dem Gericht nachweisen, dass er diesen Patienten nicht behandelt hat. Das ist schlichtweg unmöglich. Das Gericht hat daher entschieden, dass der Patient in Behandlung war und dass die Bewertung aufgrund einer wahren Tatsache standgefunden hat.

Was muss als Arzt hingenommen werden? Die Rechtsordnung hat bisher entschieden:

1. Niemand kann verlangen, dass das ganze Profil gelöscht wird. Schließlich handelt es sich um eine Berufsausübung in der Öffentlichkeit und im Wettbewerb mit anderen.

2. Als Zahnarzt selbst kontrollieren bzw. kontrollieren lassen. Das Bewertungsportal muss nicht vorab fragen.

3. Name und Adresse des Bewerters braucht das Bewertungsportal nicht nennen.

Dass Ärzte den Bewertungsportalen ausgesetzt sind, hatte der Bundesgerichtshof (BGH) übrigens im Jahr 2014 entschieden. Danach sei es nicht möglich, sein Profil auf Jameda löschen zu lassen – in einem freien Wettbewerb müssen Bewertungen in Bezug auf der beruflichen Tätigkeit hingenommen werden.

Fazit: Bewertung der Entscheidung – Umgang mit Arzt und Bewertungsportal

Kritik ist erlaubt und erwünscht. Es ist aber unzulässig sich zu verstecken. Wenn der Arzt die Bewertung hinterfragt, muss das Bewertungsportal das Gericht von der Richtigkeit der Bewertung überzeugen und notfalls doch den unzufriedenen Patienten als Zeugen laden.

Die Kanzlei ist seit 1995 schwerpunktmäßig auf dem Gebiet des Kapitalanlagen- und Bankenrechts sowie auf dem Gebiet des Verbraucherschutzes tätig und vertritt bundesweit die Interessen einzelner Anleger. Ergänzende Absenderangaben mit dem Kanzleistandort finden Sie im Impressum auf unserer Internetseite www.dr-schulte.de

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Zahnärzte – rechtliche Möglichkeiten und Grenzen der Werbung

Zahnarztwerbung: Wettbewerbsrecht, Heilmittelwerberecht und Standesrecht – Die Grenzen des Heilmittelwerbegesetzes für Zahnärzte

Zahnärzte - rechtliche Möglichkeiten und Grenzen der Werbung

Dr. Thomas Schulte, Rechtsanwalt und Fachautor – Zahnärzte – rechtliche Grenzen der Werbung

„…. ich gelobe feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen…. Die Erhaltung der Gesundheit … soll oberstes Gebot meines Handels sein“, so schreibt es die Bundeszahnärztekammer in einem Mustergelöbnis. Schön, dass die Zahnärzte sich ethisch korrekt verhalten wollen. Wie findet der so geschützte Patient den Weg in die Praxis zu der Arbeit des Zahnarztes? Der Zahnarzt muss die Aufgabe lösen, sich bekannt zu machen und bekannt zu bleiben. Wie geht das überein mit dem Selbstbild des Arztes?

Frühere Rechtslage – Werbeverbot Zahnarzt

Traditionell wacht über den Zahnarzt und seine Berufsausübung die Zahnärztekammer. Die Berufsordnung gibt dem Zahnarzt mit auf den Weg, dass die Werbung objektiv sein muss und informierend. Das gilt sowohl im Internet als auch bei Publikationen aller Art. Gerade das Bundesverfassungsgericht hat die Berufsfreiheit weit ausgelegt und den Grundsatz formuliert, dass Werbeeinschränkungen verhältnismäßig sein müssen und einen sachlichen Grund haben.

Das zahnärztliche Werbeverbot“ war mehr als 100 Jahre eine der tragenden Standespflichten. Ein dürres Schild an der Tür und an dem Tor und das war´s? Das gilt heute nicht mehr.

Werbegebot Zahnarzt

Heute muss der Zahnarzt um die Aufmerksamkeit kämpfen und das ist pädagogisch geboten und angezeigt. Solange nach Zahlen einer deutschen Versicherung ca. 18 Mio. Menschen in Deutschland niemals zum Zahnarzt gehen ist es notwendig, Aufmerksamkeit herzustellen. Im Großen und Ganzen herrscht Rechtsfrieden. Gerichts-Urteile sind selten. Die Zahnärztekammer muss wenig einschreiten. Alle halten sich an das Gebot: „Der Zahnarzt ist an eine Praxis gebunden (also kein fahrender Beruf so wie früher) und das Praxisschild muss ortsüblich sein.“

Grundsatz der Praxisdarstellung – Informativ und kreativ

Der Zahnarzt soll auf sich aufmerksam machen durch Hinweise der zahnärztlichen Qualifikationen, Zusatzqualifikationen oder besondere Ausbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen. Zulässig sind auch Angaben über die in der Zahnarztpraxis durchgeführten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden.

Die Zahnärzte sollen und dürfen auf ihre besonderen Erfahrungen in einem bestimmten Behandlungsgebiet hinweisen. Zudem auf ihre berufliche Entwicklung, ihre Studienorte, besondere Studien- und Fortbildungsaufenthalte oder Publikationen.

Kreativität ist nicht verboten, sondern erwünscht. Die Darstellung im Internet oder auf anderen Wegen sollte sachlich, nicht unbedingt nüchtern oder langweilig sein. Aufmerksamkeit wird durch Kreativität, Authentizität und Witz in der Darstellung erreicht.

Informationskanäle des Zahnarztes

1.Neue Medien – Homepage – Veröffentlichungen

Niemand verbietet dem Zahnarzt auf die neuen Medien zu setzen. Der Zahnarzt kann bei Facebook aktiv sein, er darf alle Werbeträger bzw. Kommunikationsmittel einsetzen. Informationswerbung durch Zeitungsanzeigen ist möglich. Die Werbung auf einer Homepage, der vermutlich besten und wichtigsten Plattform zur Darstellung der Zahnarztpraxis, ist erwünscht. Möglich ist selbstverständlich die Darstellung durch eine Praxisbroschüre.

2.Königsweg Erwachsenenbildung – Praxisvorträge und Kurse

Zahnärzte dürfen auch Fach- Vorträge oder Kurse anbieten und hierauf in entsprechenden Zeitungsanzeigen hinweisen. Dabei ist den Zahnärzten das Niveau selbst überlassen, Hauptsache: fachlich kompetent.

3.Dritte machen „Werbung“ – Berichte und Fotos in Zeitung, Internet und Fernsehen

Selbstverständlich interessiert sich die Presse für Zahnheilkunde, deren Praxis und Fortschritt. Über diese Fakten und Einschätzungen sowie die behandelnden Zahnärzte darf und soll berichtet werden. Interviews oder Bilder aus der Praxis sind erlaubt. Bei der Abbildung müssen natürlich die Persönlichkeitsrechte von Mitarbeitern beachtet werden.

Verbotene Werbung

Zahnarztwerbung hat seine Grenzen im Wettbewerbsrecht und Heilmittelwerberecht sowie Standesrecht.

1.Lügen verboten

Das Wettbewerbsrecht verbietet die Irreführung von Patienten. Man darf also nicht mit Schein-Tätigkeiten angeben, den Konkurrenten schlecht machen oder Dinge versprechen, die unmöglich sind. Unzulässig sind pauschale Werbeaussagen, die nicht objektiv zu prüfen sind.

2.Gewerbe: Zahnarzt darf nicht Werbung machen für andere

Zahnärzten ist es nach der Berufsordnung nicht gestattet, ihre zahnärztliche Berufsbezeichnung für gewerbliche Zwecke zu verwenden oder ihre Verwendung zu gewerblichen Zwecken zu gestatten. Es ist aber erlaubt sich in der Berufskleidung abbilden zu lassen.

3.Die Grenzen des Heilmittelwerbegesetzes

Während das Standesrecht und das Wettbewerbsrecht rechtliche Grenzen setzen, die relativ einfach zu überschauen sind, gibt das Verbot über die Werbung über Heilmittel schwierige Rechtsfragen auf. In diesem Bereich ist fachliche Hilfe gefragt, wenn über bestimmte Verfahren, Behandlungsweisen und/ oder Produkte berichtet werden soll. Falsche Heilversprechen, das ist der schlimmste Sündenfall.

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Politik Recht Gesellschaft

Windreich GmbH: Anleger ohne Kapitän

Die Befürchtungen haben sich bewahrheitet – Windreich GmbH stellt Insolvenzantrag und Firmenchef Balz verlässt das sinkende Schiff!

Windreich GmbH: Anleger ohne Kapitän

Rechtsanwältin Helena Winker, Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte, Berlin

Die Anleger der Windreich GmbH müssen jetzt stark sein, denn leider kam es wie es kommen musste – die Windreich GmbH (vormals Windreich AG) hat nun doch den Insolvenzantrag gestellt. Der Windpark – Entwickler ist pleite und die Anleger stehen vor der großen Frage: bedeutet dies den Totalverlust und wer ersetzt diesen Schaden?

Der Hauptverantwortliche „is gone with the wind“

Der auch aus den Medien bekannte Windreich – Chef Willi Balz ist als Chef seines Unternehmens nach dem Insolvenzantrag abgetreten, bevor die Luft zu dünn wird! Der Firmenchef hatte Großes vor mit der Windreich GmbH: Beteiligungen an Unternehmen aller Art, ferner die Förderung von regenerativen Energien durch die Projektierung, Erstellung, Betrieb und Vertrieb von entsprechenden Anlagen, insbesondere Windkraftanlagen sowie die Vermittlung von Anteilen an Gesellschaften zum Erwerb und Betrieb solcher Anlagen. Das alles natürlich verbunden mit lukrativen Renditen für die Anleihen Inhaber. Was bleibt nun von der großartigen Idee für die betroffenen Anleger? Der Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenregie beim Amtsgericht Esslingen.

Was bedeutet ein Insolvenzverfahren in Eigenregie?

Der Unterschied zum Regelinsolvenzverfahren ist derjenige, dass die Geschäfte keinem Insolvenzverwalter überlassen werden, sondern das Unternehmen zunächst vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt ist. Dies allerdings nur für eine Zeit von drei Monaten. Danach wird sich herausstellen, ob die Sanierung der Windreich GmbH erfolgreich durchgeführt werden konnte oder nicht. Nach Medienberichten wurde dem bisherigen Berater Herr Werner Heer die Leitung übertragen. Er und sein Team sollen auch für die Erstellung eines Sanierungskonzeptes zuständig sein. Eine Überprüfung des Rettungskonzeptes soll durch den Sachverwalter Holger Blümle erfolgen.

Was ist für Anleger von dem Insolvenzverfahren zu erwarten, auf welche Hoffnung kann gebaut werden?

Zwar wird das Insolvenzverfahren in Eigenregie nicht mehr durch Willi Balz betrieben, allerdings ist dies keine Gewährleistung dafür, dass die Gelder der Anleger gerettet werden. Den Anlegern ist daher nahezulegen, sich bereits jetzt durch fachlich erfahrene Rechtsanwälte beraten zu lassen.

„…Die betroffenen Anleger der Windreich GmbH sollten spätestens jetzt nicht mehr all ihre Hoffnung auf eine Sanierung der Windreich GmbH setzen. Die Verantwortlichen führten die Anleger schon an der Nase herum, als die Veröffentlichung der lang erwarteten Bilanz nicht stattfand. Von der Sanierung der Windreich GmbH darf nicht zu viel erwartet werden. Zielrichtung für die durch Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte bereits vertretenen Mandanten ist vielmehr die Inanspruchnahme von Dritten auf Schadensersatz. Hierzu zählen etwa Finanzberater, die beratenden Banken und weitere Vertriebsunternehmen, die die Anleihen der Windreich GmbH an zahlreiche Anleger unter falschen Versprechen vermittelten.“, so Rechtsanwalt Dr. Tintemann von der Verbraucherkanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte .

Wie sollten betroffene und verunsicherte Anleger vorgehen?

“ Die Erfahrung hat gelehrt, dass schnelle und gezielte Handlung zur Sicherstellung von Zahlen, Fakten und den weiteren Umständen für die betroffenen Anleger weiteren finanziellen Schaden erfolgreich eindämmen kann. Deshalb hat unsere Kanzlei bereits vor einigen Wochen Antrag auf Akteneinsicht bei der ermittelnden Staatsanwaltschaft Stuttgart gestellt, um die Verantwortlichen an der Windreich-Misere und den Schaden unserer Mandantschaft vollständig ausfindig zu machen. Die Verantwortlichen dieser Misere haben mit großer Wahrscheinlichkeit das Vermögen von zahlreichen Privatanlegern förmlich in den Wind geschossen und nun gilt es die Verantwortlichen für den Schaden der Anleger haftbar zu machen. Die Rechtsanwälte Dr. Schulte und Partner bereiten hierzu bereits Klagen gegen die uns bekannten Vermittler vor, die die betroffenen Anleger hinsichtlich der Windreichanleihe offensichtlich falsch beraten haben.“, führt Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Tintemann weiter aus.

Überprüfung auf Schadensersatzansprüche

Ansprüche auf Schadensersatz sollen auch gegen das Bankhaus J. Safra Sarasin in Betracht kommen, denn diese soll ihren Kunden bei der Beratung verschwiegen haben, dass sie selbst der Windreich GmbH mehrere Millionen EUR Kredit zur Verfügung stellte. Sollte sich herausstellen, dass die Bank tatsächlich Kunden für die Windreich-Anleihe angeworben und beraten hat und gleichzeitig aufgrund der Kreditvergabe an die Windreich GmbH die vorliegende Interessenkollision verschwieg, so kann diesen einen Schadenersatzanspruch nach § 280 BGB begründen.

Willi Balz hat die Anleiheninhaber der Windreich GmbH lange genug zum Narren gehalten, in dem er immer wieder den Aufschwung predigte und gleichzeitig jedoch die Veröffentlichung der harten Fakten verschob. Die Anleger sollten nunmehr ihre Interessen bündeln und um ihr investiertes Geld kämpfen! Ein Kampf gegen die Windmühlen ist zwar mühsam, aber gemeinsam mit vertrauensvollen Partnern an der Seite besteht Hoffnung für Gerechtigkeit.

V.i.S.d.P:

Helena Winker
Rechtsanwältin

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Der Verfasser ist für den Inhalt verantwortlich

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Politik Recht Gesellschaft

Partnervermittlung – Lockvogelangebote führen zur Verurteilung

Partnervermittlungsvertrag – oder was hat „Bea“ mit Claudia Püschel-Knies zu tun – rechtliche Tücken und Anfechtbarkeiten – von Dr. Thomas Schulte, Rechtsanwalt

Partnervermittlung - Lockvogelangebote führen zur Verurteilung

Rechtsanwalt Dr. Thomas Schulte, Berlin

Angesichts der Verurteilung der bekannten Partnervermittlerin für die Elite, Reichen und Schönen – Frau Claudia Püschel Knies – wegen Betruges ( Bericht gomopa.net ), die jetzt bekannt geworden ist, lässt sich aus rechtlicher Sicht folgende Hinweise geben.
Rechtliche Sicherheit bei Verträgen
Partnervermittlungsverträge sind grundsätzlich juristisch nach deutschem Recht möglich und unterliegen dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Zusätzlich unterliegen die Verträge – weil diese in der Regel kleingedruckte Klausel enthalten – der weiteren Inhaltskontrolle durch das Bürgerliche Gesetzbuch.

Bei der, von den Partnerschaftsagenturen verwendeten Vereinbarungen handelt es sich grundsätzlich um eine gestellte Allgemeine Geschäftsbedingungen. Denn AGBs sind gemäß §305 Abs. 1 Satz 1, 2 BGB Vertragsbedingungen, die für eine Vielzahl von Verträgen vorformuliert sind und von ihrem Verwender dem anderen Vertragsteil bei Abschluss des Vertrages gestellt werden, unabhängig davon, ob die Bestimmung in der Vertragsurkunde oder in einem separaten Bestandteil niedergelegt ist.

Kleingedrucktes muss von den Gerichten besonders streng auf Verbraucherfreundlichkeit geprüft werden.

Der Bundesgerichtshof hat bereits 1989 entschieden, dass im Kleingedruckten nicht die Kündigung des Vertrages ausgeschlossen werden darf.

Wichtig sind auch Möglichkeiten des Widerrufs des Vertrages nach dem Haustürwiderrufsrecht.

Partnervermittlungsverträge waren schon zu Zeiten der Diskussion über das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) vor über hundert Jahren umstritten:

Originalton einer Entscheidung des höchsten deutschen Gerichts: „Durch das Versprechen eines Lohnes für den Nachweis der Gelegenheit zum Eingehen einer Ehe oder für die Vermittlung des Zustandekommens einer Ehe wird nach § 656 Abs. 1 BGB eine Verbindlichkeit nicht begründet. Das aufgrund des Versprechens Geleistete kann freilich nicht deshalb zurückgefordert werden, weil eine Verbindlichkeit nicht bestanden hat. Dabei war für die Reichstagskommission, auf deren Vorschlag die Bestimmung zurückgeht, entscheidend, dass das „Nehmen und Geben eines Lohnes für Heiratsvermittlung“ mit dem „sittlichen Charakter der Ehe“ nicht vereinbar sei (Mugdan, Die gesamten Materialien zum Bürgerlichen Gesetzbuch für das Deutsche Reich, II. Band, 1899, S. 1292 f.) Daneben war die Überlegung maßgebend, dass die Prozesse wegen Heiratsvermittlung „zu den allergrößten Ärgernissen Anlass“ gäben Der Bundesgerichtshof hat den Anwendungsbereich dieser Vorschriften auf ähnliche Vertragsverhältnisse wie Eheanbahnungsdienstverträge und Partnerschaftsvermittlungs-Dienstverträge erstreckt. Dem lag nicht zuletzt die Vorstellung zugrunde, wie bei der Ehevermittlung und Eheanbahnung bestehe hier ein schützenswertes Diskretionsbedürfnis des Kunden. Die im Urteil vom 4. Dezember 1985 angestellten Erwägungen zu Peinlichkeiten und Unzumutbarkeiten einer bei Klagbarkeit häufig unumgänglichen Beweisaufnahme über Art und Umfang der Tätigkeit gälten mindestens ebenso bei der Vermittlung einer Partnerschaft. Das Grundgesetz schütze die Würde des Menschen und dessen freie Persönlichkeitsentfaltung ohne Rücksicht darauf, ob eine Eheschließung angestrebt werde oder nicht.“

Lockvogelangebote sind unmoralisch

Der Bundesgerichtshof hat zu den Lockvogelangeboten entschieden, dass der Vertrag gekündigt werden kann und dass damit das Entgelt zurück gefordert werden kann. Genau dieses wurde der Partnervermittlerin Frau Claudia Püschel Knies (CPK) vorgeworfen: CPK gab vor Gericht zu bei Anbahnungsgesprächen mit Kundinnen Profile von angeblich bindungswilligen Männern vorstellt zu haben. Aufgrund der Aussage, dass diese Männer sich mit den Vertragspartnern der CPK treffen wollten und Interesse haben, hätten die Kundinnen die Verträge unterschrieben und Vorschüsse gezahlt. Die Kundinnen wurden also getäuscht. Hierzu führt der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 17.01.2008 – III ZR 239/06 aus:

„1. Ein aufgrund des Inserats eines Vermittlungsinstituts mit einer tatsächlich nicht vermittlungsbereiten Person (Lockvogelangebot) zustande gekommener Partnervermittlungsvertrag ist grundsätzlich nicht sittenwidrig im Sinne des § 138 BGB. Er kann aber nach § 123 BGB anfechtbar sein.
2. Weder aus § 656 BGB noch aus der den Kunden eines Partnervermittlungsunternehmens geschuldeten Diskretion folgt die Unzulässigkeit einer Zeugenvernehmung des in der Anzeige Beschriebenen über die Behauptung eines Lockvogelangebots.

Die Beklagte betreibt eine gewerbliche Partnervermittlung. Sie veröffentlichte am 8. September 2004 eine Zeitungsanzeige, in der eine „Bea“ genannte und mit einem „Original-Kundenfoto“ vorgestellte „attraktive, rassige“ Frau über die Beklagte einen Partner suchte. Der Kläger wandte sich deswegen am 3. Oktober 2004 telefonisch an die Partnervermittlung; der Kontakt kam nicht zustande. Die Partnervermittlungsfirma hatte sogar im Kleingedruckten formuliert, dass man kein Kontakt-Interesse garantieren konnte.“

Die Partnervermittlungsfirma versuchte sich zu retten, in dem diese behauptete aus Gründen des Datenschutzes sei die angebliche „Bea“ nicht als Zeugin zu hören. Der Bundesgerichtshof führte aus, dass der Vertrag zwar nicht nichtig sei, aber anfechtbar wegen Täuschung.
Lockvogelangebote sind sittenwidrig und unmoralisch. Viele Klauseln sind unwirksam in verschiedenen Vertragswerken. Kunden, die betrogen wurden, haben ein sofortiges Kündigungsrecht und können ihr Honorar zurückfordern.

V.i.S.d.P.:

Dr. Thomas Schulte
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Windreich-Anleihen: Wo bleiben die Zahlen und Fakten?

Angekündigte Bilanzpressekonferenz der Windreich GmbH schlug große Wellen – doch die Angst der Anleger vor Ebbe im Geldbeutel bleibt bestehen!

Windreich-Anleihen: Wo bleiben die Zahlen und Fakten?

Rechtsanwalt Dr. Thomas Schulte, Berlin

Laut der Firmenseite von Windreich GmbH zählt das im Jahr 1999 von Dipl.-Wirt.-Ing (FH) Willi Balz gegründete Unternehmen zu den erfolgreichsten Windkraftunternehmen in Deutschland mit bereits über 1.000 finanzierten, gebauten oder bewirtschafteten Windkraftanlagen. In der Vergangenheit machte das Unternehmen jedoch eher Schlagezeigen mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Befürchtungen der Anleger vor großen Verlusten.

Die Sorge der Anleger

In der Vergangenheit mehrten sich kritische Berichte und immer mehr Anleger der Windreich- Anleihe 2010 (WKN A1 CR MQ) und der Windreich – Anleihe 2011 (WKN A1H3V3). Die betroffenen Anleger zeigen sich um ihr bei der Windreich GmbH investiertes Kapital äußerst besorgt. Transparenz könnte durch Offenlegung der aktuellen Fakten und Zahlen zur Aufklärung beitragen und die Beruhigung der Anlegergemüter bewirken – wenn sie denn ergeben, was die Anleger erhoffen.

Laut Bericht der WirtschaftsWoche vom 19.08.2013 veröffentlichte das Unternehmen vorab einige Eckzahlen zu der mit Neugierde erwarteten Bilanz. So seien trotz der Abschreibung auf Anteile an dem Bankrott gegangenem Windanlagenbauer Fuhrländer bei einer Gesamtleistung von 101 Mio. Euro ein Verlust von 10 Mio. entstanden. Auch die bestehenden Verbindlichkeiten seien von 438 Mio. auf knapp 400 Mio. Euro reduziert worden. Hiervon würden noch ca. 287 Mio. Euro an Banken, Anleihen und Investoren geschuldet sein.

Mit Spannung wurde deshalb die angekündigte Bilanz Pressekonferenz erwartet, damit eine Überprüfung der vorab veröffentlichten Eckdaten vorgenommen werden kann und endlich Gewissheit für die betroffenen Anleger herrscht.

Viel Wirbel um Nichts – jedenfalls nicht um die Bilanz

Das Ergebnis der ausdrücklich so benannten Bilanzpressekonferenz ist ernüchternd. Eine von Wirtschaftsprüfern bestätigte Bilanz wurde weder präsentiert, noch sonst wo veröffentlicht. Schaut man auf die Internetseite der Windreich GmbH, so veröffentlicht das Unternehmen unter dem 22.08.2013 zu der angeblichen Bilanz Pressekonferenz am 21.08.2013 jedenfalls nicht etwa die lang erwarteten Zahlen, sondern stellt die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages für Offshore Projekte in der Ostsee in den Vordergrund. Was das mit der Bilanz zu tun hat, bleibt wohl ein Geheimnis.

Kann oder will man nicht?

In Anbetracht der schweren Vorwürfe- immerhin läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen des Verdachts auf Bilanzmanipulation, Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB), Insolvenzverschleppung, Marktpreismanipulation und Kreditbetrug (§ 263 StGB), stellt sich die Frage, ob man die Bilanz nicht veröffentlichen kann oder lieber nicht will.

„Immer mehr betroffene Anleger sind aufgrund der Entwicklungen der Windreich GmbH um ihr Kapital besorgt. Um Klarheit über die Lage des Unternehmens zu erhalten und mögliche zivilrechtliche Ansprüche gegen die Verantwortlichen fundiert prüfen zu können, haben wir Rechtsanwälte bereits für unsere Man-dantschaft Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart beantragt. Diese verhält sich bisher bedeckt, kann jedoch nach der Rechtsprechung des Landgerichts Hildesheim (Az. 25 Qs 1/09) einem betroffenen und beunruhigten Anleger, der um sein investiertes Vermögen bangt und mögliche Schadenersatzansprüche gegenüber den Verantwortlichen und der Gesellschaft verifizieren will, eine Akteneinsicht nicht ohne weiteres verwehren“, so Rechtsanwalt und Gründungspartner Dr. Thomas Schulte von der Berliner Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte und Fachanwälte.

Für die verunsicherten Anleger stellt sich momentan die Frage, ob eine außerordentliche Kündigung sinnvoll ist oder ob sich möglicherweise Regressansprüche gegenüber den täuschenden Verantwortlichen oder auch gegenüber der Gesellschaft ergeben.

Die Verbraucherschutzkanzlei Dr. Schulte und Partner behält die weitere Entwicklungen der Windreich GmbH stets im Blick und rät hierzu auch den Klein- und Großanlegern wachsam und damit vorbereitet zu sein, damit der richtigen Zeitpunkt nicht verpasst wird, um passende Maßnahmen gegenüber der Windreich GmbH zu ergreifen.

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Windenergie – eine lohnende Investition? – Voraussichtlich jedenfalls nicht für die Anleger der Windreich AG

Windenergie - eine lohnende Investition? - Voraussichtlich jedenfalls nicht für die Anleger der Windreich AG

Rechtsanwalt Dr. Thomas Schulte und Partner Rechtsanwälte, Berlin

Die Staatsanwaltschaft ermittelt und betroffene Anleger der Windreich GmbH (vor ihrer Umwandlung Windreich AG) rechnen mit erheblichen Verlusten!

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Dr. Tintemann von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte äußert sich zu den neuesten Entwicklungen bei der Windreich GmbH wie folgt:

“ In Zeiten der Energiewende nahm eine Vielzahl von Kapitalanlegern an, dass die Investition ihres Geldes in Windparks nicht nur gut für die Umwelt sein wird, sondern auch eine erhebliche Rendite abwirft. Regenerative Energien waren im Trend und galten als visionäre Kapitalanlage. Der Fall der Windreich GmbH zeigt nun aber, dass Kapitalanleger selbst im Bereich der vermeintlich zukunftsträchtigen erneuerbaren Energien nicht vor finanziellen Verlusten bewahrt sind.“

Die Windreich GmbH und ihre Unternehmensanleihen

Die Windreich GmbH nahm ihre Anfänge im Jahr 1999. Auf ihrer Homepage pflegt das Unternehmen sein Image als innovativ, ökologisch, ökonomisch, technisch versiert und nachhaltig. Selbstverständlich gewinnt man so das Interesse und Vertrauen der potentiellen Kapitalanleger.

Die Windreich GmbH hat zwei Anleihen emittiert. Die Windreich- Anleihe 2010 (WKN A1 CR MQ) hat ein Emissionsvolumen von bis zu 50 Millionen EUR. Es handelt sich um eine Inhaber-Teilschuldverschreibung. Das Unternehmen wirbt nach wie vor mit einem Rückzahlungskurs von 100 %. Der Anleger soll einen jährlichen Zins von 6,5 % zu erwarten haben. Bei der zweiten Anleihe handelt es sich um die Windreich – Anleihe 2011 (WKN A1H3V3) mit einem Emissionsvolumen von bis zu 75 Millionen EUR. Auch für diese Inhaberteilschuldverschreibung verspricht die Windreich GmbH einen jährlichen Zins von 6,5 % und einen 100 %-igen Rückzahlungskurs.

Tatsächlich besteht jedoch begründeter Anlass für die Befürchtung, dass die Anleger mit hohen Verlusten zu rechnen haben. Nach dem veröffentlichten Halbjahresfinanzbericht des Unternehmens zum 30.06.2012 betrug das negative Konzernergebnis ca. 26 Millionen EUR, welchem lediglich ein Umsatz von rund 33 Millionen EUR gegenüber stand. Die Verbindlichkeiten des Unternehmens hingegen sind beträchtlich und wurden mit 479 Millionen EUR angegeben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Es war am 06.03.2013, als eine 35 Mann starke Gruppe von Beamten des Landeskriminalamtes die Hauptverwaltung der Windreich GmbH sowie vier Privatwohnungen durchsuchten. Anlass für die Durchsuchungen war der Verdacht, dass das Unternehmen seine Bilanzen durch Überbewertung von Vermögenspositionen manipuliert hat und sogar möglicherweise nicht davor zurückschreckte, Umsätze zu erfinden und Forderungen zu fingieren. Im Visier der Ermittlungsbehörde stehen insbesondere ehemalige Vorstandsmitglieder.

Welche Rolle spielt dabei die Sarasin Bank?

Nach Medienberichten wurden die Windreich-Anleihen in einer Vielzahl von Fällen von der Sarasin Bank Kunden und damit potentiellen Anlegern empfohlen. Im Vertrauen der Fachkundig- und Vertrauenswürdigkeit der Bank, ließen sich viele Kunden von der Sicherheit und Rentabilität dieser Unternehmensanleihe überzeugen und zeichneten diese.

Nunmehr kritisieren die Kunden der Sarasin Bank, dass diese sie nicht ordnungsgemäß über die Risiken der Kapitalanlage aufgeklärt habe.

Welche rechtlichen Möglichkeiten haben die betroffenen Anleger ?

Nach der sog. Bond-Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes sind Kapitalanlageberater oder Anlagevermittler dazu verpflichtet, eine ordnungsgemäße Beratung des Anlegers vorzunehmen. Diese Beratung muss sowohl anlage-, als auch anlegergerecht erfolgen. Hierzu hat der Anlageberater über sämtliche Risiken aufzuklären. Insbesondere kann sich ein Anlageberater, der eine fehlerhafte Beratung vorgenommen hat, durch das alleinige Berufen auf das Emissionsprospekt nicht von seiner Haftung freisprechen. Eine Haftung der Bank für Falschangaben ihres Beraters ist daher ebenso denkbar, wie die Haftung eines freien Anlageberaters bei Vorliegen einer Falschberatung.

Die Windreich GmbH zeigt in Ihrem Organigramm auf, dass sie sich für ihre „Onshore“ Windanlagen Vertriebsunternehmen bediente. Daher muss sie sich nach § 278 BGB eine etwaige Falschberatung durch die Kapitalanlageberater zurechnen lassen. Dies kann für die betroffenen Anleger ebenfalls zur erfolgreichen Durchsetzung seiner Ansprüche verhelfen.

Zu prüfen ist zudem, ob eine wirksame Widerrufsbelehrung vorliegt. Zumindest dann, wenn die Anlage dem Anleger bei sich zu Hause oder an dessen Arbeitsstelle vermittelt wurde, ist ein Widerrufsrecht denkbar.

Zuletzt gilt selbstverständlich die Rechtsprechung des BGH zu Kick-Backs und verdeckten Innenprovisionen, welche ebenfalls zu einem Rückabwicklungsanspruch gegen die beratende Bank führen kann.

Betroffene Anleger der Windreich GmbH sollten die Entwicklung beobachten, sich an einen fachkundigen Rechtsanwalt wenden, der auf Grund seiner jahrelangen Berufserfahrung im Bank- und Kapitalmarktrecht fachlich spezialisiert ist, um gegebenenfalls vorbereitet zu sein, um damit große finanzielle Verluste entgegenwirken zu können.

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Die Kanzlei ist seit 1995 schwerpunktmäßig auf dem Gebiet des Kapitalanlagen- und Bankenrechts sowie auf dem Gebiet des Verbraucherschutzes tätig und vertritt bundesweit die Interessen einzelner Anleger. Die Kanzlei verfügt über zwei Büros in Berlin und eine Zweigstelle in München.

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Schutz des Grundwassers gegen Verschmutzung – von Dr. Thomas Schulte

Schutz des Grundwassers gegen Verschmutzung  - von Dr. Thomas Schulte

Gewässerschutz in Deutschland

Im Rahmen eines Weiterbildungsprogramms werden die grundsätzlichen Fragen zum Wasserrecht und Gewässerschutz diskutiert. Referenten sind regelmäßig Florian Fritsch, Pionier im Bereich Elektromobilität, technischer Experte im Bereich Umweltschutz sowie Dr. Thomas Schulte, Rechtsanwalt in Berlin. Die Sammlung und Behandlung von Abwasser ist in Deutschland in den letzten einhundertfünfzig Jahren neben stagnativen Phasen im Grunde stetig verbessert worden und hat einen hohen Standard erreicht. Nach der letzten Erhebung des statistischen Bundesamtes waren 1991 90,6% der Wohnbevölkerung an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Die Abwässer von 85,1% der Bevölkerung wurden in öffentlichen Abwasserbehandlungsanlagen gereinigt, wobei 44,4% der Abwässer bereits der weitergehenden Reinigung unterzogen wurden. Dieser Prozess war und ist kostenintensiv und wird daher von vielen Widerständen begleitet.

Die gemischten Richtlinien

Mit den gemischten Richtlinien hat die EG die Dualität von Einissions- und Immissionskonzept verlassen. Die Grundwasserrichtlinie, die im Schwerpunkt emissionsseitig ausgerichtet ist, unterlegt das Grundwasser einem umfassenden Bewirtschaftungssystem. Die Kommunalabwasserrichtlinie, die neben emissions- und immissionsbezogenen Elementen umfassende Errichtungs- und Betreibungspflichten von Abwasserbehandlungsanlagen vorsieht, wird durch die Nitratrichtlinie ergänzt. Auch die Nitratrichtlinie, die beide Elemente enthält, verlangt umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Nitratbelastung der Gewässer.

Staatliche Daseinsvorsorge

Wasserrecht ist ein ganz altes Kulturrecht, weil die geordnete Nutzung des Wassers Voraussetzung für die Entwicklung der Gesellschaft war und ist. Der aktuelle Status ist ein gewisses Desinteresse der Bevölkerung an diesen Fragen, weil diese gemeinhin als gelöst gelten.

Die unschädliche Abwasserbeseitigung ist heute ein Kernbereich der staatlichen Daseinsvorsorge. Zur Sammlung des Abwassers in der Kanalisation sind Misch- oder Trennsysteme üblich. Beim Mischsystem fließen Schmutz- und Regenwasser in einem gemeinsamen Kanal ab. Um bei starken Regenfällen eine Überlastung der Kläranlagen zu vermeiden, sind Stauräume oder Entlastungsbauwerke vorgesehen. Beim Trennsystem werden Schmutz- und Regenwasser in verschiedenen Kanälen abgeführt. Meist gelangt das Regenwasser direkt in den Vorfluter.

Die Richtlinie des Rates vom 17.12.1979 über den Schutz des Grundwassers
gegen Verschmutzung durch bestimmte gefährliche Stoffe (80168/EWG) entzieht sich einer klaren Einordnung in das System der Richtlinien.

Gemäß Art. 1 Abs.1 soll das Grundwasser vor zukünftigen Verunreinigungen durch bestimmte gefährliche Stoffe geschützt werden und vorhandene Verunreinigungen sollen eingedämmt oder behoben werden (erste Begründungserwägung). Aus dem Anwendungsbereich der Richtlinie sind Haushaltsabwässer einzelstehender Wohnstätten sowie unschädliche Ableitungen ausgenommen (Art. 2). Damit gilt die Grundwasserrichtlinie auch nicht für die kommunalen Abwässer, die gemäß Art. 3 Abs. 1 Satz 3 Kommunalabwasserrichtlinie nicht in die Kanalisation eingeleitet werden. Die Ableitung gefährlicher Stoffe, die im Anhang der Richtlinie genannt und in Liste I und II unterteilt werden, soll für Stoffe der Liste I verhindert und für Stoffe der Liste II begrenzt werden (Art. 3). In Liste I sind einzelne Stoffe verschiedener Stofffamilien und – gruppen enthalten, die aufgrund ihrer Toxizität, Langlebigkeit, mutagenen, bioakkumulierenden und cancerogenen Wirkung als besonders gefährlich gelten (Anhang). Die Mitgliedstaaten haben jegliche direkte Ableitung dieser Stoffe zu verbieten.

Regelung zu grundwasserschädigende Stoffe

In Liste II sind grundwasserschädigende Stoffe enthalten; das Einleiten dieser Stoffe darf nur nach Prüfling durch die Mitgliedstaaten erlaubt werden (Art. 5). Die künstliche Anreicherung des Grundwassers für die öffentliche Gewässerbewirtschaftung bedarf einer gesonderten Genehmigung (Art. 6). Die nationalen Behörden haben die Einhaltung der Genehmigungen zu überwachen (Art. 13).

Die Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht, die nach Ansicht der Bundesrepublik insbesondere durch die §§ 2, 3 Abs.1 Ziffer 5, 19a – f ,19g – f , 34 Abs.1 WHG, durch das Abfallgesetz, durch das Verwaltungsverfahrensgesetz sowie landesrechtliche Gesetze und Erlasse und Verwaltungsvorschriften geleistet worden war“, wurde von der Kommission als ungenügend kritisiert. Aus diesem Grunde wurde am 02.Mai 1988 Klage gegen die Bundesrepublik erhoben. In dem Urteil vom 28.02.1991 stellte der EuGH fest, dass die deutschen Verwaltungsvorschriften dem Erfordernis der Rechtssicherheit nach einer konkreten, genauen und eindeutigen Umsetzung der Richtlinien nicht genügen.

Da die Bundesrepublik diesem Urteil noch nicht nachgekommen ist, ist eine erneute Verurteilung vor dem EuGH nicht auszuschließen.

V.i.S.d.P.:

Dr. Thomas Schulte

Rechtsanwalt

Die Kanzlei ist seit 1995 schwerpunktmäßig auf dem Gebiet des Kapitalanlagen- und Bankenrechts sowie auf dem Gebiet des Verbraucherschutzes tätig und vertritt bundesweit die Interessen einzelner Anleger. Die Kanzlei verfügt über zwei Büros in Berlin und eine Zweigstelle in München.

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Gerechtigkeit bei der Bekämpfung von Betrug und Verbrechen!

– Arbeitskreis: Wirtschaftskriminalität, Betrug und Opferschutz –

Gerechtigkeit bei der Bekämpfung von Betrug und Verbrechen!

Carsten Beyreuther, Teamchef beyreutherTRAINING

Wirtschaftskriminalität, Prävention, Opferschutz, Interessenvertretung der Opfer, Genugtuung sind aktuelle Themen, die in dem von Dr. Thomas Schulte und Carsten Beyreuther gegründeten Arbeitskreis „Wirtschaftskriminalität und Opferschutz“ erarbeitet werden. Der Arbeitskreis beschäftigt sich neben der Analyse, warum und woher Wirtschaftskriminalität kommt, auch mit dem Opferschutz und dessen Interessenvertretung. Carsten Beyreuther, Teamchef von beyreutherTRAINING und bekannter Verkaufstrainer und Dr. Thomas Schulte, Rechtsanwalt und prominenter Anlegerschützer zum Thema:
Interessenvertretung des Opfers

Dr. Thomas Schulte: „Zumeist beschäftigt sich der „Verbrechensbekämpfer“ mit der Bestrafung des Täters. Dabei wird alle Kraft der Recherche, Beweisfindung und Überführung des Täters gewidmet. Bei dieser Rechnung bleibt jedoch einer auf der Strecke: Das Opfer. Unser Arbeitskreis hat sich bis jetzt viel mit der Analyse des Täters beschäftigt, warum begeht der Täter ein solches Delikt, welche Motive/Anreize treiben den Täter zu solchen Taten, wie kann diese Art von Deliktsbegehung effektiv verhindert werden. All diese Fragen wurden in den letzten Seminarreihen analysiert und beleuchtet, ein genaues Bild über den Täter liegt vor.“

Das Opfer
Carsten Beyreuther: „Das auf der Strecke Bleiben des Opfers kann zwar durch die Viktimologie kompensiert werden. Die Viktimologie beschäftigt sich mit der Opferforschung. Das Opfer wird dabei in Bezugnahme der Hilfswissenschaften Psychologie und Soziologie unterstützt, aber Viktimologie im engeren Sinn und Opferschutz sind zwei verschiedene Institutionen, die zudem auch zwei verschiedene Ziele haben – obgleich sie beide das Opfer unterstützten. Die Viktimologie beschäftigt sich viel mit der inneren Seite des Opfers, beispielsweise die Straftat wird dabei unter psychologischen Aspekten noch einmal aufgearbeitet; unser Opferschutz bezieht sich eher auf die äußere Seite des Opfers. Wir möchten hierbei die Viktimologie und deren Effektivität nicht in Abrede stellen, sondern beide Aspekte als eine Art Synallagma betrachten.“
Die Gleichung besteht aus zwei Seiten; Täter und Opfer. Neben der Verhinderung ist das Opfer unsere wichtigste Ansprechstation. Zum besseren Verständnis ein Fallbeispiel wie er in Deutschland in der Praxis fast täglich vorkommt: Ein Mitarbeiter, der von seinem Chef über mehrere Monate sein Gehalt nicht ausgezahlt bekommen hat, geht zu einem Anwalt und klagt. Nach dem nun Mahnbescheid, Gerichtsprozess erledigt waren, stellte sich für ihn die Frage: Wie bekommt dieser nun sein Geld wieder? Der Anspruch besteht, keine Frage, aber der Täter ist nicht zahlungswillig bzw. verfügt über keine Zahlungsmittel – und nun?

Dr. Thomas Schulte: „Nun bedarf es eines Denkmodells, das auf Opferschutz und Interessenvertretung ausgelegt ist. In der Medizin bei Immunkrankheiten, in der Geschichte bei Kriegen, überall wird ein altes Prinzip angewandt: Die Aus-Feind-mach-Freund-Strategie. Sie ist uralt, klingt einfach und ist eben doch so effektiv. Niemandem ist geholfen, wenn der Täter derart bekämpft wird, dass das Opfer kein Geld sieht. In unserem oben genannten Fall ist in Puncto Opferschutz und Interessenvertretung unser wichtigstes Ziel, die Gehälter für unseren Mandanten zu erstreiten. Im Rahmen der Legalität sind dabei leider viele Mittel nicht wirklich effektiv. Oft verhärtet ein voreiliger Gerichtsprozess derart die Fronten, dass das Geld höchstwahrscheinlich nie zu unserem Mandanten gelangt.“

Carsten Beyreuther: „Vor allem eine weitere Überlegung ist für unser Denkmodell wichtig: Die Durchbrechung des Prinzips der Sühne. Weder dem Täter, noch dem Opfer ist damit geholfen, wenn der Gerichtsprozess nur als Sühne- oder Racheakt betrachtet wird. Vielmehr muss man den Täter vom Feind zu seinem Freund machen. Insoweit ist wieder auf unser Thema Wirtschaft und Ethik zu verweisen; auch religiöse Ansichten wie Vergebung spielen dabei eine Rolle. Deshalb ist ein Gerichtsprozess nicht unbedingt die effektivste Lösung bezüglich Opferschutz und Interessenvertretung. Vielfach haben sich die Überlegungen zur Mediation als hilfreicher erwiesen. Bei einem Gerichtsprozess assoziiert der Täter sofort eine andere Vorgehensweise, denn ein Gerichtsprozess ist sehr negativ konnotiert. Der Täter fühlt sich in die Ecke gedrängt und ist an keiner Lösung interessiert.“

Einsicht als ersten Schritt
Dr. Thomas Schulte: „Es ist verständlich, dass die Vertrauensbasis zwischen dem Täter und dem Opfer zerstört ist, das Opfer wird dem Täter natürlich keinen Glauben mehr schenken. Dieses mangelnde Vertrauen muss ein Mediator oder Anwalt kompensieren und zusammen mit beiden eine Lösung erarbeiten. Als erster Schritt ist natürlich die Einsicht unabdingbar, sieht der Täter sein Fehlverhalten nicht ein, so ist eine Lösung noch in weiter Ferne. Der Täter muss verstehen, warum ein solches Verhalten illegal ist und was noch wichtiger ist, man muss ihm einen Weg aufzeigen, der nicht nur für das Opfer ertragbar ist. An einer Lösung ist er nur interessiert, wenn ihm diese Lösung auch etwas bringt. Opferschutz ist der Spagat zwischen dem Opfer und dem Täter. Wir stehen dabei ganz klar auf der Opferseite, das bedeutet jedoch nicht die Bekämpfung des Täters, sondern vielmehr den Täter hilfreich beim Opferschutz einzusetzen. Der große Synergieeffekt besteht darin, das sowohl dem Opfer als auch dem Täter geholfen werden.

Ein solch hochgestecktes Ziel ist unter folgenden Voraussetzungen zu erreichen:
– beide Parteien werden zusammengebracht und sind für Gespräche offen
– Klarheit darüber, dass das Öffnen und Verhandeln lohnenswert ist
– Sensibilisierung durch Verständnis der andern Seite
– Konfrontation mit dem entstandenen Schaden
– Schadenauswirkungen beim Opfer und dessen Familie, Verwandten
– Täter und Opfer müssen die Verhandlungen als gemeinsames Projekt betrachten

Es gilt, Wege mithilfe eines Mediators oder Anwalts zu finden, die einen guten Täter-Opfer-Ausgleich bewirken. Dieser Täter-Opfer-Ausgleich kann sogar gemäß § 46 a StGB mildernd auf die Strafe wirken, insofern eine solche in Betracht kommt.“

Der Arbeitskreis wird sich weiter mit den Belangen des Opferschutzes in der Wirtschaftskriminalität beschäftigen und in Seminarreihen das erworbene Wissen an Dritte weitergeben. Wirtschaftskriminalität ist auch interessengerechter Täter-Opfer-Ausgleich – Aus Feind wird Freund.

V.i.S.d.P.:

Carsten Beyreuther
Teamchef beyreutherTRAINING

Das Unternehmen BeyreutherTRAINING GmbH 2003 von Carsten Beyreuther gegründet gehört zu den führenden Anbietern professioneller Verkaufs-, Motivations- und Persönlichkeitstrainings und agiert weltweit. Teamchef Carsten Beyreuther wird von 18 Mitarbeitern unterstützt und die beyreutherTRAINING GmbH setzt auf Begeisterung und Überzeugung durch Vor- und Selbermachen. Weitere Informationen unter: www.beyreuther-training.de

Kontakt:
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