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Wirtschaft Handel Maschinenbau

VW muss endlich weg von seiner „Das Auto“-Arroganz

Dieselgate lenkt von neuen Mobilitätskonzepten ab

Von Ansgar Lange. „Bei Volkswagen darf kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. In der Wolfsburger Konzernzentrale muss radikal aufgeräumt und im Kopf umgeparkt werden, um mal einen griffigen Werbeslogan der Konkurrenz zu zitieren. Geschieht dies nicht, dann ist der Schaden für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von VW, für die deutsche Automobilbranche und die gesamte deutsche Wirtschaft immens. Schließlich ist VW nicht irgendein x-beliebiges Unternehmen aus einer relativ kleinen Großstadt in Niedersachsen, sondern quasi das deutsche Vorzeigeunternehmen“. Mit diesen Worten reagiert der Automobil- und Personalexperte Michael Zondler vom Beratungsunternehmen CENTOMO http://www.centomo.de auf die jüngsten Enthüllungen rund um VW.

„Dieselgate“ entwickelt sich immer mehr zu einer Never Ending Story: Aktuell sieht sich der „Staatskonzern“, bei dem der Einfluss von Politik und Gewerkschaften beachtlich ist, mit neuen Klagen von US-Staaten konfrontiert. „Der Vorwurf: Das Unternehmen habe schlau und zynisch betrogen – mit Mitwissen des heutigen Konzernchefs“, so tagesschau.de.

Dieselgate wird zur unendlichen Geschichte

„Der VW-Abgasskandal ist an sich schon schlimm genug. Man gewinnt den Eindruck, dass hier schon fast kriminelle Energie am Werk gewesen ist. Was mich aber fast noch mehr entsetzt, ist die Art und Weise, wie VW darauf reagiert. Der Konzern macht kommunikativ alles falsch, was man nur falsch machen kann. Wolfsburg reagiert nur und agiert nicht. Informationen werden lediglich auf Druck und scheibchenweise geliefert. Die Kunden in den USA und in Deutschland werden unterschiedlich behandelt. Die Manager wirken nicht wie reuige Sünder, sondern höchstens wie ertappte Sünder, denen die „Das Auto“-Arroganz weiterhin ins Gesicht geschrieben zu sein scheint“, so Zondler.

Doch nicht nur die Kommunikationsstrategie sei eine einzige Katastrophe. „Als Personalberater konstatiere ich mit Fassungslosigkeit, wie man bei VW mit Mitarbeitern umgeht. Es ist eine Frechheit, dass man zunächst versuchte, die Verfehlungen einigen einzelnen Ingenieuren in die Schuhe zu schieben, die gleichsam ohne Wissen anderer fröhlich vor sich hin manipuliert hätten“, sagt der CENTOMO-Chef. Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hingegen behauptet, die Manipulationen seien Teil eines vorsätzlichen und systematischen Plans von Dutzenden Mitarbeitern, Führungskräften und leitenden Angestellten gewesen, „bis hin zu den höchsten Ebenen, einschließlich des ehemaligen Chefs Martin Winterkorn“, schreibt tagesschau.de.

Katastrophale Kommunikationsstrategie

Zondler versteht nicht, dass die Presse bei der Berichterstattung über Volkswagen noch so viel Zurückhaltung walten lässt. „Es geht nicht darum, einen Konzern kaputt zu schreiben. Viele Käufer werden sowieso weiter VW kaufen, weil sie Rabatte locken oder sie ihrem Autohaus vertrauen. Der Konzern baut ja auch ohne Frage gute Autos. Allerdings wird VW mit der Denke, die man dort derzeit an den Tag legt, nicht fit für die Zukunft sein. Dem alten Diesel-Dampfer aus Wolfsburg werden die Konkurrenten künftig das Leben schwerer machen. Wer krampfhaft am Diesel festhält und permanent in juristischen Auseinandersetzungen in den USA steckt, kann sich nicht genügend auf Mobilitätskonzepte der Zukunft wie das autonome und teilautonome Fahren etc. fokussieren“, so Zondler.

Hans Zippert nimmt den Fall VW derweil in der Welt mit Humor. Auch bei VW habe es in der Vergangenheit einige kleine Notlügen gegeben, weil man den Kunden nicht enttäuschen wollte, „der ja unbedingt ein Dieselauto mit 200 PS und den CO2- und Abgaswerten eines Fahrrades kaufen wollte“. Nur deshalb sei die „kleine Schummelsoftware eingebaut“ worden“, „die jetzt dem Konzern und ihrem großherzigen Ex-Chef Winterkorn so viel Ärger macht“.

Das Redaktionsbüro Andreas Schultheis bietet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ghostwriting, Manuskripte, Redevorlagen etc. für Unternehmen, Verbände, Politiker.

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Auto Verkehr Logistik

Neue Mobilitätskonzepte: Steht das Autoland Deutschland vor dem Aus?

Die Erwartungen an einen Pkw sind rationaler geworden

Von Ansgar Lange. Der Blick von außen kann manchmal erhellend sein. Wenn ein hochangesehenes Medium wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) eine ganze Zeitungsseite der Frage widmet, ob das Autoland Deutschland vor einem grundlegenden Wertewandel stehe, dann sollte man sich ernsthaft mit dieser Analyse auseinandersetzen. Viele Stadtbewohner blieben selbst nach ihrer Familiengründung dabei, ohne Auto zu leben. Ihre Motive seien dabei nicht unbedingt ökologisch, sondern schlicht pragmatisch. In Berlin, Hamburg, Köln oder München liege der Anteil der Haushalte ohne Autos inzwischen bei 40 bis 50 Prozent. Das Auto sei kein Statussymbol mehr. Parkraum gerade in Großstädten sei begrenzt oder teuer. Viele Menschen würden auf Carsharing oder das Fahrrad umsteigen. Für längere Strecken nutze man Bus und Bahn, so die NZZ.

Bedroht dieser Trend die deutsche Autoindustrie? Ganz klar mit „Nein“ antwortet hierauf Michael Zondler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de „Wir haben geschäftlich viel mit der Autoindustrie zu tun, vor allem mit den Zulieferern. Dort hat keiner Angst vor diesen Entwicklungen. So führt die NZZ ihren eigenen großen Artikel zum Mobilitätswandel ja selbst ein wenig ad absurdum, indem sie an gleicher Stelle berichtet, dass es zwar mehr Carsharing gibt, aber auch mehr Autos.“

Neue Formen der Mobilität sind eine Vitaminspritze für unsere Autoindustrie

90 Prozent der centomo-Kunden sind Technologieunternehmen, vorwiegend aus dem Automotive-Bereich. „In Kürze wird unser Unternehmen von Ludwigsburg nach Stuttgart umziehen. Dort spürt man jeden Tag, wie wichtig das Auto für die Region und unser ganzes Bundesland ist. Schließlich ist die Schwabenmetropole quasi die Wiege des Automobils. Hier erfand Gottlieb Daimler den ersten motorbetriebenen Wagen. Heute „schaffen weltweit rund 400.000 Mitarbeiter beim Daimler“. Stuttgart ist Stammsitz des Unternehmens und Standort der wichtigsten Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsbereiche. Nicht ohne Grund wirbt die baden-württembergische Landeshauptstadt damit, das bedeutendste Kompetenzzentrum für Mobilität in der Welt zu sein. Der frühere Ministerpräsident Lothar Späth hatte den Spitznamen „Cleverle“, weil er Baden-Württemberg ökonomisch und technologisch nach vorn gebracht hat. So clever muss auch unsere Automobilindustrie nun sein. Carsharing gehört zum Mobilitätsmix der Zukunft. Neue Formen der Mobilität sind keine Gefahr für die Autoindustrie, sondern nur ein Ansporn, noch kreativer und innovativer zu sein“, sagt Zondler.

Die meisten Deutschen hätten heute keine romantische oder gar „erotische“ Beziehung mehr zum Auto. „Die wenigsten kaufen ein Auto aus reiner Leidenschaft oder weil sie Benzin im Blut haben. Die Erwartungen an einen Pkw sind rationaler geworden. Es soll einen von A nach B bringen, ökonomische und ökologische Belange berücksichtigen und vor allem praktisch sein. Die jungen Leute in den Großstädten sind keine Ökos, die das Auto aus Prinzip verteufeln. Sie entscheiden sich aber zum Beispiel fürs Carsharing, weil dies für sie bequemer und günstiger ist. Und auch durch diese Probefahrten kann man die Nutzer ja langfristig vielleicht für eine bestimmte Marke begeistern.“

Centomo selbst unterstützt daher Projekte, die auf ungewöhnliche Art und Weise für nachhaltige Mobilität werben. „Hier sind wir vor kurzem auf das Team von Four Motors http://www.fourmotors.com gestoßen, hinter dem der frühere DTM-Fahrer Thomas von Löwis of Menar steckt. Hierbei handelt es sich um ein auf nachhaltige Mobilität spezialisiertes Motorsportprojekt. Alle Welt denkt doch beim Stichwort Rennsport erst einmal nicht an die Umwelt. Four Motors vereinen bei ihrem Projekt aber echten Rennspaß mit alternativen Werk- und Kraftstoffen. Wir sollten endlich aufhören, in eingefahrenen Gleisen zu denken. Die Autoindustrie in Deutschland hat eine große Zukunft – wenn sie sich wandelt und noch innovativer und umweltfreundlicher wird. Der Bioracer zeigt eindrucksvoll, dass dies die Freude am Fahren nicht einschränkt.“

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Politik Recht Gesellschaft

Das Straßenverkehrsgesetz aus dem Jahr 1953 kann nicht die Antwort auf das autonome Fahren sein

Ethiker und Juristen müssen ihre Hausaufgaben machen

Von Ansgar Lange. Der Tod eines Tesla-Fahrers wird diese Zukunftstechnik nicht mehr aufhalten: Das selbstfahrende Auto kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Doch es ist höchste Zeit, dass sich nicht nur die Autowelt mit dem autonomen Fahren beschäftigt, sagt der Personalexperte Michael Zondler.

„Die Autoindustrie arbeitet mit Hochdruck an diesem Thema. Der Bedarf an Fachkräften, die sowohl die herkömmlichen Ingenieurstugenden als auch profunde IT-Kenntnisse mit sich bringen, ist riesig. Ich mache mir keine Sorgen darum, dass Audi, BMW, Daimler und Co. diesen Megatrend verschlafen. Sie arbeiten mit Hochdruck daran. Das merken wir in unserem Tagesgeschäft. Was in Deutschland allerdings noch fehlt, ist eine breite gesellschaftliche Debatte über das autonome Fahren. Denn diese technische Revolution ist so gigantisch, dass sie nicht nur auf den Motor-Seiten der Zeitungen und in den Auto-Fachmagazinen abgebildet werden sollte. Hier geht es auch um Fragen der Moral. Es sind also Ethiker und Philosophen gefragt. Und ganz wichtig: Der rechtliche Rahmen muss neu gefasst werden. Das Straßenverkehrsgesetz der Bundesrepublik Deutschland vom 23. Januar 1953 kann nicht die Antwort auf diese gigantische Herausforderung sein, auch wenn natürlich einige Vorschriften des Gesetzes inzwischen angepasst wurden“, sagt Zondler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de , das eng mit der deutschen Automobilzuliefererindustrie zusammenarbeitet.

In den USA ist man hier schon wesentlich weiter, schreibt Christoph Enaux von der Wirtschaftskanzlei Greenberg Traurig im Manager Magazin. Die US-Straßenverkehrsbehörde NHTSA arbeite derzeit an Leitlinien, die im Juli veröffentlicht würden und Vorgaben für die aktuell noch sehr unterschiedlichen bundesstaatlichen Regelungen zum automatisierten Fahren aufstellen sollten. Zur Begleitung dieses Prozesses habe sich im April mit der „Self-Driving Coalition for Safer Streets“ eine neue mächtige Lobby-Allianz gebildet, der neben Technologiegrößen wie Uber, Lyft oder Google auch Autobauer wie Ford oder Volvo angehörten. Geleitet werde die Initiative von David Strickland, einem ehemaligen Chef der NHTSA.

Doch in Deutschland kommt man nicht so richtig in die Pötte, so der Autor: „Auch in Deutschland diskutiert man seit einigen Jahren über den Rechtsrahmen für autonomes Fahren – allerdings bislang ohne Ergebnis. Das deutsche Straßenverkehrsrecht schreibt noch immer vor, dass jedes Fahrzeug einen Fahrer haben muss, der jederzeit in der Lage ist, dieses selbst zu steuern und sich über alle Assistenzsysteme hinweg zu setzen.“

Das amerikanische Wissenschaftsmagazin Science hat jüngst eine Umfrage durchgeführt über eine „Moral für das selbstfahrende Auto“ (Neue Zürcher Zeitung http://www.nzz.ch ). Wie die NZZ berichtet, sprach sich demnach ein Großteil der Befragten für selbstfahrende Autos aus, deren Software bei unvermeidbaren Unfällen die Zahl der Opfer minimiert – auch wenn das bedeute, die Insassen des Autos zu opfern. In Deutschland, so der NZZ-Autor Robert Gast, verstoße es aber gegen die Verfassung, in Gesetzen Menschenleben abzuwägen. Bevor selbstfahrende Fahrzeuge durch unsere Städte und über unsere Autobahnen düsen, müssen diese Fragen diskutiert und im Sinne eines gesellschaftlichen Konsenses geklärt werden.

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Auto Verkehr Logistik

Das selbstfahrende Fahrzeug wird zum mobilen Schlafzimmer

Testosteron, autonomes Fahren und die Lösung der demografischen Frage

Von Ansgar Lange +++ Auf den ersten Blick irritiert es, das männliche Sexualhormon Testosteron, den Trend zum autonomen Fahren und die demografische Frage in einen Topf zu rühren. Doch diese drei Dinge gehören unmittelbar zusammen, wie eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de herausgefunden hat. Der überraschende Befund: Zwei Drittel der von centomo befragten Bundesbürger im fortpflanzungsfähigen Alter gaben an, die Zeit im autonomen Automobil nicht etwa für das Lesen der Morgenzeitung oder Büroarbeit zu nutzen, sondern dazu, der trauten Zweisamkeit zu frönen.

„Das Ergebnis hat uns absolut erstaunt“, stellt centomo-Chef Michael Zondler fest. „Mein Team und ich sind ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass die Mehrheit der Studienteilnehmer das selbstfahrende Auto vornehmlich als mobiles Büro nutzen möchte. Doch diese Antwort rangierte bei unserer Befragung ganz unten. Nur ein Prozent der Befragten gab an, die gewonnene Zeit im selbstfahrenden Fahrzeug für das Lesen und Bearbeiten dienstlicher Mails etc. nutzen zu wollen. Sogar fünf Prozent wollten die gewonnene Zeit endlich mal dafür nutzen, mit beiden Händen in der Nase zu bohren. Drei Viertel der 18- bis 45-Jährigen sagten, sie würden in einem solchen Auto gerne Sex haben. Dieser Befund könnte der Autoindustrie und IT-Konzernen in der Tat helfen, den Mega-Trend autonomes Fahren mit Emotion und Testosteron quasi aufzuladen. Wir überlegen, eine solche Studie nun auch in Frankreich und Italien zu machen, in Ländern also, deren Bewohner dem Klischee nach heißblütiger erscheinen als die vermeintlich arbeitswütigen Teutonen. Mal schauen, was der Renault-Fahrer aus Paris und der Fiat-Pilot aus Turin bei unserer Studie sagen werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort mehr Menschen als in Deutschland das autonome Auto als Büro nutzen möchten.“

Gefahrendwerden als Lustgewinn

Die Ergebnisse der brandaktuellen centomo-Studie widerlegen somit die Aussage des Bremer Verkehrsplaners Michael Glotz-Richter, der im Gespräch mit der österreichischen Wochenzeitung Die Furche gesagte hatte, durch autonom fahrende Autos sei „Kein Testosteron mehr auf der Straße“ http://www.furche.at/system/showthread.php?t=72200 „Genau das Gegenteil ist der Fall“, sagt Zondler. „Nur wird beim autonomen Fahren das Testosteron des Fahrers eben nicht mehr für riskante Überholmanöver, sondern für galante Liebesabenteuer genutzt. Das macht den Verkehr insgesamt sicherer und wird sich langfristig positiv auf die Gesundheit der Menschen und sicher auch auf die Geburtenrate auswirken.“

Berliner Polit-Insider berichten, dass Politiker der Großen Koalition schon fieberhaft versuchen, an die centomo-Studie zu gelangen, die bisher noch nicht öffentlich vorgestellt wurde. „Natürlich ist die Politik daran interessiert. Denn wer findet es schon gut, bis 70, 75 oder 85 zu arbeiten oder die dröge Riester- oder Rürup-Rente zu verteidigen. Nein, mit solchen Thesen verdient man sich als Politiker keinen Blumentopf. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Autoindustrie, die IT-Wirtschaft und die Politik auf den fahrenden Zug aufspringen und nur noch vom Dreiklang aus Testosteron, autonomem Fahren und der Lösung unserer demografischen Frage sprechen werden.“

Der Verkehrsexperte Glotz-Richter hatte diese Entwicklung in seinem Furche-Interview am Ende schon angedeutet, als er nicht die Freude am Fahren, sondern am Gefahrenwerden beschwor: „Nehmen wir doch das Beispiel des Cabrios, das die Küstenstraße entlangbraust. Wenn es da ein Küsschen gibt, war das bislang eine Gefährdung des Verkehrs. Freude kann also auch anders aufkommen. Diese Bequemlichkeit kann auch einen Lustgewinn bringen.“

Drei Viertel der Deutschen scheinen dies laut der centomo-Studie ähnlich zu sehen. Erst geben sie die Kontrolle über das Fahren an eine Maschine ab, dann lassen sie alle Kontrollen und Hemmungen fallen.

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Wirtschaft Handel Maschinenbau

Der Manager als Dämon

Der „VW-Boni-Skandal“ zeigt: Personalisierungen verkaufen sich medial oft besser als vielschichtige Erklärungsmuster

von Ansgar Lange. Der sogenannte „Boni-Skandal“ bei VW zeigt wieder einmal: Personalisierungen verkaufen sich medial oft besser als vielschichtige Erklärungsmuster. Doch die derzeitigen Probleme bei Deutschlands größtem Autobauer sind nicht nur auf einzelne Manager wie Martin Winterkorn oder einen „gierigen Vorstand“ zurückzuführen, meint der Personalexperte Michael Zondler.

Die Diskussion über die Boni-Zahlungen an den VW-Vorstand erhitzt die Gemüter. Schnell geraten Manager und andere Führungskräfte unter Raffke-Verdacht. Der Unternehmensberater und Management-Theoretiker Reinhard K. Sprenger hat in der Tageszeitung Die Welt sogar davon geschrieben, dass VW die „Beute der Manager“ sei. In seinem Kommentar kommt Sprenger zu dem Schluss, die „Kartellbrüder von VW“ agierten „mit einer Melange aus Staatsgarantie, IG-Metall-Anbiederung und kriminalisierenden Zieldiktaten“.

„Grundsätzlich halte ich viel vom Faktor Persönlichkeit. Doch ich halte es für zu einfach, wenn man alles, Sieg wie Niederlage eines Unternehmens, nur auf den Faktor Persönlichkeit zurückzuführt. Es ist noch nicht so lange her, da war Martin Winterkorn ein Star und ungekrönter König. Jetzt ist er auf einmal das personifizierte Böse. Das ist mir zu schlicht. Aber in den Medien findet man oft mehr Gehör mit personalisierten Erklärungsmustern. Letztlich projiziert man in Führungsfiguren eine Allmacht hinein, die sie nicht haben“, sagt der Personalexperte Michael Zondler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de

Kommen etwa nur böse Manager in den Himmel beziehungsweise auf der Erfolgsleiter ganz nach oben? Zondler hält eine solche Sichtweise für abwegig, obwohl sie zurzeit aufgrund des „Boni-Skandals“ bei VW und der Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Steueroasen wieder sehr populär sei: „Wer nur über die negativen Eigenschaften des Narzissmus wie Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, mangelnde Empathiefähigkeit, Neigung zum Größenwahn etc. verfügt, wird ein Unternehmen langfristig an die Wand fahren. Er landet dann für sein psychotisches Verhalten vielleicht nicht im Knast wie der Schwerverbrecher, wird aber als Unternehmensführer scheitern, weil seine Neigung, sich mit Speichelleckern und Jasagern zu umgeben, zu einem Kontrollverlust führen wird. Ich bin davon überzeugt, dass viele Manager und insbesondere auch Unternehmer aus dem Mittelstand über eine gehörige Portion positive Eigenliebe verfügen. Sie wollen etwas aufbauen und entwickeln Visionen für ihre Unternehmen, mit denen sie sich nicht nur ein Denkmal für die Nachwelt schaffen, sondern auch etwas Positives für die Mitarbeiter schaffen wollen.“ Eine unersättliche Gier nach Macht und Geld allein reiche nicht aus, um in hochkomplexen Unternehmen ganz nach oben zu kommen.

Ähnlich sieht die der Psychotherapeut Thorsten Kienast https://www.therapie.de/psychotherapie/kienast/ In einem Interview mit der FAZ sagte er, der Zusammenhang zwischen Erfolg in einer Spitzenposition und der Persönlichkeit des Leaders können nicht nur auf „dunkle“ Strategien reduziert werden: „Man darf nicht vergessen, dass sich Leader vieler Toppositionen, die sich längerfristig halten, stetig und auf vielen Ebenen täglich mit viel Transparenz bewähren müssen.“ Ein Hang zum Narzissmus möge ausgeprägter sein als bei Otto Normalverbraucher, aber nicht in einem pathologischen Sinne. Außerdem seien nur etwa dreißig Prozent des Erfolgs durch die Persönlichkeitsstruktur erklärt.

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Politik Recht Gesellschaft

Die neuen Angstbürger

Politik, Medien, Lebensmittel- oder Gesundheitsindustrie: kein Ort ohne Angst – nirgends

von Ansgar Lange +++ Angst ist ein Grundgefühl des Menschen. Sie erfüllt wichtige Funktionen und kann uns in Gefahrensituationen schützen, indem sie als eine Art Frühwarnsystem fungiert. Angst hilft uns, unnötigen Gefahren aus dem Wege zu gehen. Doch wenn die Angst überhandnimmt und über unser Leben bestimmt, dann spricht man auch von einer Angststörung.

Bezogen auf die politische Situation in Deutschland kann man feststellen: Der Puls dieses Landes rast derzeit. Kalter Angstschweiß klebt auf der Stirn dieses Landes. Nicht zuletzt die Wahlerfolge einer vermeintlichen Alternative für Deutschland in drei Bundesländern belegen dies. Und so haben wir es weniger mit besorgten Bürgern oder mit Wutbürgern zu tun, sondern mit Angstbürgern.

Manchmal haben die Menschen Angst vor Phänomenen, die sie aus eigener Anschauung kaum kennen. So liegt der Anteil der ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung in Sachsen-Anhalt bei unter drei Prozent. Trotzdem oder gerade deshalb, weil Ängste oft irrational sind, hat die Alternative für Deutschland (AfD), die nicht unbedingt als ausländeraffin gilt, in diesem Bundesland 15 Direktmandate gewonnen und zieht als zweitstärkste Kraft in den Landtag ein. Laut FAZ http://www.faz.net bedeutet das 25-Prozent-Ergebnis für die AfD, dass jedes zehnte Parteimitglied es in den Magdeburger Landtag geschafft hat.

Angst als Erfolgsmodell

Wer Ängste mobilisiert, kann also durchaus politisch erfolgreich sein. Dies gilt für rechte Parteien genauso wie für linke, die zum Beispiel Ängste vor sozialem Abstieg schüren. Auch zahlreiche Medien – vor allem im Internet – leben von dem Schüren von Ängsten. Dort wimmelt es dann von Verschwörungstheorien, es droht die Apokalypse oder zumindest der Untergang des Abendlandes, die EU steht vor dem Zerfall, der Dritte Weltkrieg und die Dschihadisten stehen vor der Tür. Natürlich sind manche Sorgen und Ängste berechtigt. Doch wenn sie – gerade auch von den Medien – überzeichnet und übertrieben werden, dann entsteht eine kollektive Angstneurose.

Auch die vermeintlich so nüchterne Bundeskanzlerin versteht sich darauf, den Menschen Angst zu machen. Dabei wäre es doch gerade ihre Aufgabe, pragmatisch und unaufgeregt zu regieren und den Bürgern vielleicht sogar Orientierung zu geben. In ihrer Regierungserklärung vom 19. Mai 2010 bezeichnete Angela Merkel die Maßnahmen zur Stabilisierung des Euro als „alternativlos“. „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“: Ganz großes Angstkino der Kanzlerin! Ob sie durch den Appell an die Emotionen der Sache einen Gefallen getan hat, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Auch Altkanzler Helmut Kohl verstand es, auf der Klaviatur der Ängste zu spielen. Europa sei eine Frage von Krieg und Frieden und unser Schicksal. Frieden und Freiheit hingen von einem geeinten Europa ab. Wer solche bombastischen Worte findet, darf sich nicht wundern, wenn die Bürger angesichts der kleinkrämerischen Diskussionen innerhalb der EU in der Flüchtlingsfrage in Panik geraten.

Angst als Big Business

Doch auch in der Wirtschaft ist Angst längst ein Thema. „Angst als Big Business“ nennt dies der Personalexperte Michael Zondler. Beispielsweise die Autoindustrie nutze bewusst, aber subtil die emotionale Ansprache und gewinne Kunden durch den Verweis auf immer neue Sicherheitssysteme. Am Ende ist der Mensch das einzige Sicherheitsrisiko. Das selbstfahrende Auto bleibt dann unausweichlich. Medien, die Lebensmittelindustrie, die Pharmaindustrie und Ärzte (Vorsorge als riesiges Geschäftsmodell), Versicherer, Berater, Psychologen, Banken, Parteien, besorgte Eltern etc.: kein Ort ohne Angst, nirgends.

„Wir leben leider mit deutlich mehr Angst- als Mutmachern“, sagt Zondler, dessen Beratungsunternehmen centomo http://www.centomo.de von Ludwigsburg aus operiert. „Auch wenn die Wirtschaft häufig selber mit Ängsten spielt, ist Angst letztlich Gift für sie. Nehmen wir das Beispiel Zuwanderung. Jeder weiß, dass unser Land auf lange Sicht auf die Zuwanderung qualifizierter Ausländer angewiesen ist. Doch zurzeit legt sich die Flüchtlingsdiskussion wie Mehltau über das Land. Viele trauen sich daher nicht mehr, einer modernen Zuwanderungsregelung das Wort zu reden. In unserem reichen Bundesland Baden-Württemberg liegt die AfD im ersten Anlauf sogar vor der SPD. Vielleicht schafft es nun ein modernes Zukunftsbündnis aus Grün und Schwarz, den Menschen die Ängste zu nehmen und wieder Lust auf Zukunft zu machen.“

Ob Angst etwas typisch Deutsches ist – so gibt es ja sogar den Begriff der „German Angst“ -, ist zweifelhaft. Starke Männer wie Erdogan, Putin oder Trump bedienen das Sicherheitsbedürfnis ihrer Wähler und schüren Panik, wenn es ihnen politisch in den Kram passt. Und beim täglichen Nachrichtenkonsum drängt sich der Eindruck auf, dass wir in recht hysterischen Zeiten leben. Angstbürger sind die neuen Weltbürger – sie sind überall zuhause.

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Rechtsunsicherheit ist Gift für die Personalbranche

Politischer Streit um Leiharbeit und Werkverträge noch nicht ausgestanden

Von Ansgar Lange +++ Der politische Streit um Leiharbeit und Werkverträge ist noch nicht ausgestanden. Für den ersten Gesetzentwurf zur Zeitarbeit hatte die Feder führende Arbeitsministerin Andreas Nahles (SPD) Kritik geerntet. Ihr nachgebesserter Gesetzentwurf zur Regulierung von Zeitarbeit und Werkverträgen wird nun jedoch von den mächtigen Industriegewerkschaften unterstützt. Die Zeitarbeitsbranche sieht die geplanten gesetzlichen Neuregelungen aber immer noch kritisch, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. „Wenig Licht, viel Schatten“ sah beispielsweise der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BAP, Thomas Hetz. Werner Stolz vom Nachbarverband IGZ urteilte, der neue Entwurf gehe trotz einiger Verbesserungen über den Koalitionsvertrag hinaus, errichte bürokratische Hürden und missachte die Tarifautonomie der Branche http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ig-metall-und-industrie-tragen-nahles-gesetz-zu-werkvertraegen-mit-14079978.html

Dass derzeit Rechtsunsicherheit herrscht, missfällt dem Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de , Michael Zondler: „Unternehmen greifen auf externe Spezialisten wie Ingenieure, Controller und IT-Fachleute in der Regel zurück, um sie für zeitlich befristete Aufträge und Projekte einzusetzen. Von dieser Regelung profitieren sowohl die Unternehmen als auch die externen Experten. Durch die öffentliche Debatte über die Scheinselbständigkeit und einschlägige Urteile entsteht aber nun ein falscher Eindruck. Wir reden in Deutschland leider oft einseitig negativ über Zeitarbeit und Dienstverträge. Dabei ist Zeitarbeit oft ein gutes Mittel, um auch geringer Qualifizierte oder Menschen, die länger ohne festen Job waren, wieder in eine geregelte Beschäftigung zu bekommen. Und auch der Dienstvertrag ist dazu geeignet, hoch qualifizierte freiberufliche Spezialisten in Deutschland adäquat einzusetzen. Natürlich gibt es immer schwarze Schafe, aber die pauschale Geringschätzung oder gar Kriminalisierung dieser Beschäftigungsformen ist kontraproduktiv.“

Im Koalitionsvertrag von 2013 hatten CDU/CSU und SPD die Bekämpfung des Missbrauchs von Werkverträgen im Niedriglohnsektor vereinbart. Der aktuelle Gesetzesvorschlag von Arbeitsministerin Nahles umfasst nun überraschend auch Regulierungen zum Dienstvertrag, welcher meist die Basis selbstständiger Expertenarbeit ist. „Hochqualifizierte selbstständige Wissensarbeiter und Experten, die zum Beispiel wie Sie als freie Unternehmensberater im Finance Umfeld oder in der IT tätig sind und mit Ihrer Expertise den deutschen Unternehmen projektbezogen zur Seite stehen, sind plötzlich von einer massiven Einschränkung bedroht und laufen Gefahr zum Kollateralschaden aktueller Regulierungstendenzen zu werden“, schreiben die Betreiber des Blogs der Spezialisten-Agentur Krongaard http://blog.krongaard.de

„Wir müssen weiter wachsam sein und die Pläne der Politik kritisch begleitet. Eine arbeitsmarktpolitische Rolle rückwärts in vergangene Regulierungszeiten können wir uns nicht leisten. Sie wäre ein Anschlag auf die unternehmerische Freiheit hochqualifizierter selbstständiger Wissensarbeiter, auf die der Standort Deutschland dringend angewiesen ist“, so Zondler, dessen Beratungsunternehmen vor allem im Automobilsektor tätig ist. Dass die Autoindustrie, das „Rückgrat des deutschen Exportwunders“, am stärksten von drohenden Restriktionen bei Werkverträgen betroffen und daher am verletzlichsten sei, bestätigt auch Christian Kleinhans von der Münchner Managementberatung Berylls Strategy Advisors. Gegenüber der Wirtschaftswoche sagte er, Tausende Arbeitsplätze seien in Gefahr.

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Produktivität statt Präsenz

Personalexperte Michael Zondler: Arbeitswelt ist noch vom Fabrikzeitalter geprägt

Von Ansgar Lange +++ „Jeder 3. Deutsche arbeitet zu viel!“. Diese Schlagzeile prangte jüngst unter zwölf mehr oder weniger leicht bekleideten Damen, die sich für den Titel „Bild-Girl des Jahres 2015“ beworben hatten. Glaubt man der Auswertung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), auf die sich die Schlagzeile bezieht, dann sieht die deutsche Arbeitswelt nicht so sexy aus. Jeder dritte Vollbeschäftigte arbeite mehr als 45 Stunden pro Woche. Jeder sechste arbeite sogar mehr als 48 Stunden. „Der DGB zieht aus seinem Befund den richtigen Schluss: Arbeitnehmer sollten ihre Arbeitszeit flexibler gestalten können als bisher. Allerdings brauchen wir dafür nicht neue Regeln, wie der DGB reflexartig fordert“, sagt der Personalexperte Michael Zondler, Chef des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de

Das Grundproblem sieht Zondler darin, dass Deutschlands Unternehmen häufig nicht im digitalen, sondern im Fabrikzeitalter angesiedelt seien. „Arbeitnehmer werden häufig nicht nach ihrer Produktivität, sondern nach ihrer Präsenz bewertet. Derjenige, der die meisten Stunden im Büro verbringt, gilt oft als der Beste und Fleißigste. Dabei kann ein Arbeitnehmer viel wertvoller für sein Unternehmen sein, der sein Arbeitspensum in kürzerer Zeit bewältigt“, sagt der centomo-Geschäftsführer.

Nicht nur Stress, auch Langeweile kann ernsthaft krank machen

Dabei gehe es nicht darum, den Druck zu erhöhen und die Daumenschrauben anzuziehen. „In Deutschland kommt es immer gut an, wenn man über zu viel Stress klagt. Wer zugibt, dass er sich langweilt und viel Zeit im Büro mit privaten Dingen oder Surfen im Internet verbringt, erntet eher skeptische Blicke. Die Süddeutsche Zeitung hat kürzlich berichtet, dass sich elf Prozent der Berufstätigen in unserem Land bei der Arbeit unterfordert fühlen. Dies sei die beste Voraussetzung für einen Bore-Out. In deutschen Büros werde Leistung immer noch in Form von Anwesenheit gewertet. Eineinhalb bis drei Stunden Arbeitszeit verbrächten Angestellte im Schnitt pro Tag mit Nichtstun oder Privatem. Dieses Problem müssen wir angehen und beseitigen, unter anderem durch eine andere Art der Personalführung, die Mitarbeitern Freiräume gewährt und Vertrauen höher wertet als Kontrolle“, so Zondler.

Langeweile am Arbeitsplatz macht langfristig krank und führt zu negativem Stress und Erschöpfungssyndromen. „Es ist tatsächlich so, dass wir eine optimale Form von Stress brauchen. Wir haben eine Stressform, die uns guttut, wenn wir gefordert sind“, weiß der Facharzt für psychosomatische Medizin, Wolfgang Merkle.

Jim Thompson, weltbekannter Autor amerikanischer Noir-Romane (z. B. „Getaway“ mit Steve McQueen und Ali Macgraw), hat das Phänomen permanenter Unterforderung, durch die sich Arbeitnehmer wie in einem Hamsterrad befinden, in seinem Thriller „Der Mörder in mir“ plastisch beschrieben: „Es gibt ja verschiedene Sorten von Faulheit. Es gibt Typen, die überhaupt keine Lust zu Arbeiten haben, und es gibt welche, die es einfach nicht fertigbringen, die ausgefahrenen Gleise zu verlassen. Du nimmst einen Job an. Nur vorübergehend, denkst Du, aber dann bleibst Du dabei. Du brauchst noch ein bisschen Geld, ehe Du den Absprung wagen kannst. Und außerdem kannst Du Dich nicht recht entscheiden, wohin der Sprung gehen soll.“

Den Sprung ins Ungewisse wagen

Damit der „Sprung“ in die richtige Richtung geht, müssten sich Arbeitnehmer und Führungskräfte ihrer Verantwortung bewusst sein, sagt Zondler. „Beide Gruppen sollten in regelmäßigen Personalgesprächen abklopfen, ob das Arbeitsverhältnis noch zur beiderseitigen Zufriedenheit verläuft, oder ob man nicht durch neue und positive Leistungsanreize und Herausforderung die Spannung aufrechterhalten kann. Leider verwechseln manche Chefs eine Art Friedhofsruhe ihrer Mitarbeiter häufig mit deren Zufriedenheit. Dabei brodelt es innerlich. Aber auch der einzelne Arbeitnehmer ist gefragt. Er sollte Defizite offen ansprechen und sich um Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen kümmern. Außerdem ist der Job nicht alles. Manchmal helfen schon ein neues Hobby oder mehr Sport, damit die Zufriedenheit auch im Beruf wieder ansteigt. Wenn das alles nicht hilft, sollte man sich externe Hilfe holen und einen Coach oder einen Berater kontaktieren. Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr, und ein neuer Kontakt von außen kann ein wichtiger Anstoß für eine berufliche oder auch private Neuorientierung sein. Ganz schnell muss aber auch das Tabu weg, dass nur Stress krank machen kann, nicht Langeweile.“

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Marktreife Produkte statt Industriepolitik

Wie die E-Mobilität auf die Erfolgsspur wechseln kann

Von Ansgar Lange +++ Die Elektromobilität kommt in Deutschland nicht richtig in Fahrt. Die SPD entdeckt nun die Industriepolitik als vermeintliches Allheilmittel, um die Stromer auf die Erfolgsspur zu setzen. FAZ-Redakteur Andreas Mihm meint allerdings, das Autoherz der SPD sei aus dem Takt geraten. Statt Vorschläge für einen „automobilen Nationalismus“ zu unterbreiten, sollten die Genossen die Autobranche anspornen, bessere Produkte herzustellen. Wer sich für den Kauf eines E-Autos entscheidet, soll nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten einen Zuschuss von rund 5.000 Euro erhalten (Privatleute). Steuerliche Sonderabschreibungen für Firmenwagen, Quoten für die Anschaffung von Elektrofahrzeugen in öffentlichen Fuhrparks und eine Selbstverpflichtung der Autoindustrie, Batterien von deutschen Herstellern zu kaufen, gehören außerdem ins „Wünsch-Dir-Was-Programm“ des kleineren Regierungspartners.

Dass mit Industriepolitik alter Schule die Wende erreicht werden kann, bezweifelt der Chef der Beratungsgesellschaft centomo http://www.centomo.de , Michael Zondler. „Wir haben viele Kunden in der Automobilindustrie. Sie ist eine sehr starke Branche in unserem Land, und ich glaube nicht, dass sie den Staat als Retter braucht. Wegen verschiedener Faktoren, zu denen auch der derzeit niedrige Ölpreis gehört, hat es die Autoindustrie momentan schlicht nicht nötig, stärker auf E-Mobilität zu setzen. Die Probleme liegen eher bei der Politik, die wieder einmal die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht“, sagt Zondler.

Merkel bleibt stur bei ihrem „Wir schaffen das“

2014 wurden 13.000 Stromer in Deutschland abgesetzt, 2015 immerhin 23.500. Trotz dieser ernüchternden Zahlen hält Bundeskanzlerin Angela Merkel stur an dem Ziel fest, dass es in Deutschland bis 2020 eine Million Elektroautos geben wird.

„Dieses ambitionierte Ziel ist nicht erreichbar. Die Politik sollte sich endlich von diesem Fetisch lösen. Es bringt nichts, wenn man unbeirrbar nach der Devise „Wir schaffen das“ an Zielen festhält, die illusionär sind. Dies erzeugt nur unnötigen Druck. Wir brauchen mehr Zeit. Zeit, die die Autoindustrie unter anderem dazu nutzen sollte, Elektroautos zu bauen, die von den Kunden angenommen werden. Natürlich können finanzielle Anreize das Kaufverhalten positiv beeinflussen. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass elektrisches Fahren zurzeit nur leichte Umweltvorteile bietet“, sagt der centomo-Chef. Dies liegt unter anderem an der Energiemenge, die für die Herstellung der Batterien benötigt wird.

Vom Kunden her denken

Zurzeit fahren E-Autos erst nach über 20.000 Kilometern die schwarze Umweltnull ein. Nach Prognosen werden die Emissionen bei der Batterieproduktion bis 2020 auf die Hälfte und bis 2030 auf ein Drittel des heutigen Wertes sinken.
„Wir müssen vom Kunden her denken und nicht aus Sicht der Konzerne oder Parteizentralen. Mit marktreifen Produkten werden Begehrlichkeiten geweckt. Zurzeit sind E-Fahrzeuge noch ein Nischenmarkt, weil ihre Umweltbilanz und Reichweite noch nicht optimal ausfallen und die Autos im Schnitt rund 5.000 Euro teurer sind als herkömmliche Autos. Ein E-Auto, das marktreif ist, muss besser sein als herkömmliche Autos. Erst dann ist es für den Massenmarkt geeignet. Das Gesamtpaket muss stimmen, auch beim Preis, denn gerade die Deutschen sind äußerst preissensible Konsumenten“, so der centomo-Geschäftsführer.

Das Redaktionsbüro Andreas Schultheis bietet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Ghostwriting, Manuskripte, Redevorlagen etc. für Unternehmen, Verbände, Politiker.

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Goldener Oktober am Arbeitsmarkt

Doch Deutschland darf sich nicht in der Komfortzone einrichten

Von Ansgar Lange +++ Arbeit strukturiert das Leben und stiftet Sinn. Aktuell ist von einem „Goldenen Oktober“ die Rede, wenn der Herbstaufschwung am Arbeitsmarkt beschrieben wird. Auch im November werden die Zahlen nicht völlig anders aussehen. Fakt ist: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten befindet sich auf Rekordhöhe.

Doch ein Verharren in der Komfortzone wäre nun genau der falsche Weg, meint der Personalexperte Michael Zondler, der das Ludwigsburger Personalberatungsunternehmen centomo http://www.centomo.de führt. Ziel müsse es auch weiterhin sein, möglichst viele Menschen in Deutschland in Lohn und Brot zu bringen. Nur so sei das Wohlstandsniveau zu halten und der Sozialstaat zu finanzieren – ganz zu schweigen von Investitionen in Infrastruktur und Bildung, die schon jetzt viel zu kurz kämen.

Herausforderung Flüchtlingskrise: Integration Points als Problemlöser

„Einige Experten befürchten, dass die derzeitige Flüchtlingskrise ein Problem für den Arbeitsmarkt werden könne. Natürlich kann und sollte nicht jeder Flüchtling sofort in unseren Arbeitsmarkt integriert werden. Aber Fakt ist auch, dass wir Zuwanderung benötigen und Integration derjenigen, die eine echte Bleibeperspektive haben, am besten über den Job funktioniert“, so Zondler.

Der Personalexperte sagt, man müsse das Thema mit Realismus, aber auch mit Optimismus und Tatkraft angehen. Ein gutes Beispiel könnten so genannte „Integration Points“ sein. In Düsseldorf hat Anfang September dieses Jahres ein solcher Integration Point seine Arbeit aufgenommen. Er ist bundesweit der erste dieser Art. Andere Kommunen wie Dortmund, Hagen oder Herford wollen diesem Beispiel folgen.

„Wir stehen vor der Herausforderung-, Flüchtlinge schneller in Ausbildung und Arbeit zu vermitteln. Die Materie ist kompliziert. Viele Flüchtlinge sind mit den unterschiedlichen Zuständigkeiten und Regelungen überfordert, da es in Deutschland sehr viele unterschiedliche Aufenthaltstitel gibt. In einem Integration Point sollen Mitarbeiter der Arbeitsagentur, der Jobcenter und der Kommunen (Jugendamt und Ausländerbehörde) zusammenarbeiten. In dieser gebündelten Form soll der Integrationspunkt eine feste Anlaufstelle für arbeitssuchende Flüchtlinge sein. Angesichts der enormen Herausforderung müssen wir neue Wege gehen“, sagt Zondler.

Lebensalter darf nicht entscheidend für Arbeit sein

In Deutschland existierten aber weiterhin zahlreiche arbeitsrechtliche Regelungen, die den Einstieg der Menschen in den Arbeitsmarkt oder ihre Weiterbeschäftigung über den eigentlichen Ruhestand hinaus erschwerten. „Ich bin mir nicht sicher, ob das nun seit fast zehn Jahren bestehende Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz wirklich mehr Segen als Fluch gebracht hat“, so der centomo-Chef.

Wie die Süddeutsche Zeitung http://www.sueddeutsche.de berichtet, „erregen Fristen für den Ausstieg aus dem Beruf vor allem bei Älteren Unmut“. So sähen viele Arbeits- oder Tarifverträge vor, dass der Job automatisch ende, wenn der Beschäftigte Anspruch auf eine Regelaltersrente habe. „Aber bei vielen reicht die Rente dann eben doch nicht zum Leben. Oder die Leute wollen einfach aus purer Lust noch weiter arbeiten, weil ihnen der Job Spaß macht. Während bei den Flüchtlingen mehr staatliches Engagement nötig ist, um die Menschen in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, sollte der Staat sich bei den anderen Arbeitsverhältnissen mehr Zurückhaltung auferlegen. In meiner jahrelangen Erfahrung als Personalberater hat mir jedenfalls noch nie eingeleuchtet, warum so viele arbeitsrechtliche Regelungen an das Lebensalter gebunden sind. Das mag manchmal sein Gründe haben, ist oft aber auch nur Willkür oder reiner Unsinn zum Schaden derjenigen, die arbeiten wollen“, sagt Zondler.

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