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„Hass streichen“: ARAG startet Instagram-Kampagne gegen Cybergewalt

"Hass streichen": ARAG startet Instagram-Kampagne gegen Cybergewalt

Der ARAG Konzern weitet sein gesellschaftliches Engagement zum Schutz von Persönlichkeitsrechten und gegen Gewalt im Netz aus und setzt auf Instagram ein Zeichen gegen Cybergewalt. Unter dem Thementitel „Hass streichen“ bezieht das Düsseldorfer Familienunternehmen Stellung gegen zunehmenden Hass und Hetze und setzt sich für Zivilcourage und digitale Empathie im Netz ein. Grobe Beleidigungen und Verleumdungen nehmen auch und gerade in sozialen Netzwerken, Online-Foren und interaktiven Portalen rasant zu. Was ursprünglich als reines Jugendphänomen angesehen wurde, hat sich in einem sehr kurzen Zeitraum zu einer gesamtgesellschaftlichen Herausforderung entwickelt. „Hass streichen“ soll nicht nur sensibilisieren, sondern vor allem informieren und Möglichkeiten zur nachhaltigen Prävention aufzeigen.

„Hass streichen“ wird als Instagram Story Ad zwischen den Instagram Storys geschaltet. Von hier aus gelangt man zu www.hass-streichen.de mit allen Informationen über unser Engagement.
Der ARAG Konzern kümmert sich seit Jahren um das Thema Schutz der Persönlichkeitsrechte im Internet. Seit Mitte 2013 hat das Familienunternehmen verschiedene weitreichende Studien durchgeführt, um das Phänomen Cybermobbing näher zu beleuchten. Zuletzt legte die ARAG eine internationale Experten-Vergleichsstudie vor (ARAG Digital Risks Survey), die ein deutliches Voranschreiten von Cybergewalt bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen in allen untersuchten sieben Ländern feststellte. Zudem führt die ARAG seit April 2014 ein umfangreiches Förderprogramm “ Konfliktmanagement an Schulen“ – vorwiegend in Nordrhein-Westfalen – durch. Ein Ausbildungsmodul steht dabei unter dem Themenschwerpunkt „Cybermobbing & Prävention“. Bislang haben Lehrkräfte, Fachkräfte für Schulsozialarbeit und Eltern aus 84 weiterführenden Schulen und Berufskollegs an diesem Programm teilgenommen und sich erfolgreich zu zertifizierten Schulmediatorinnen/-mediatoren ausbilden lassen. Mit ihrem Partner Deutsche Kinder- und Jugendstiftung startet die ARAG ab Ende November 2017 das Programm „bildung.digital“.

„Wir wissen aus unserer langjährigen Beschäftigung mit diesen Themen, dass durch Cybermobbing und Cybergewalt grundlegende Werte und Persönlichkeitsrechte systematisch ausgehöhlt werden,“ erläutert Klaus Heiermann, Generalbevollmächtigter der ARAG SE. „Chancengerechtigkeit ist die zentrale Gründungsidee der ARAG und auch heute noch Grundwert und der Eckpfeiler des ARAG Geschäftsmodells. Hier wollen wir weiter Initiative zeigen, damit durch das Internet Lebensqualität verbessert und nicht zerstört wird.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.hass-streichen.de

Die ARAG Krankenversicherungs-AG ist fester Bestandteil des ARAG Konzerns. Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft bietet sie ihren Kunden in Deutschland auch attraktive, bedarfsorientierte Produkte und Services aus einer Hand in den Bereichen Komposit, Gesundheit und Vorsorge. Aktiv in insgesamt 17 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG zudem über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Mit 3.800 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von mehr als 1,7 Milliarden EUR.

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Nachbars Laub im eigenen Garten

ARAG Experten wissen: Nachbarschaftsstreit hat im Herbst Hochkonjunktur!

Nachbars Laub im eigenen Garten

Die meisten Menschen erfreuen sich im Herbst an den golden gefärbten Blättern – solange diese noch an den Bäumen hängen. Die Begeisterung lässt aber schnell nach, wenn das Laub vom Boden zusammengekehrt und entsorgt werden muss. Richtig schlechte Laune kommt regelmäßig auf, wenn es sich nicht nur um das eigene Laub handelt, sondern um das des Nachbarn. Muss man sich auch um diese Blätter kümmern oder kann man den benachbarten Grundstückseigentümer für die Entsorgung heranziehen? Hat man eventuell sogar einen Anspruch auf Fällung des unliebsamen Baumbestands? ARAG Experten geben Antworten.

Kein einheitliches Gesetz
Bevor jetzt vorschnell ein lautstarker Streit vom Zaun gebrochen wird, empfiehlt sich ein Blick auf die Rechtslage. Das so genannte Nachbarschaftsrecht ist nicht abschließend und kompakt in einem Gesetzestext mit bundesweiter Geltung geregelt. Es handelt sich vielmehr um eine durch eine Vielzahl von Urteilen sowie landes- und bundesrechtlichen Regelungen geprägte Rechtsmaterie.

Grenzabstände einhalten!
Das Problem des jährlich wiederkehrenden Laubfalls versuchte der (Landes-) Gesetzgeber im ersten Schritt u.a. dadurch zu lösen, dass er in den Nachbarschaftsgesetzen die Grenzabstände regelte. So muss in der Regel ein deutlicher Abstand zwischen Baum und Grundstücksgrenze bestehen, es sei denn, es handelt sich um einen „Grenzbaum“. Insbesondere bei Herbststürmen werden die Grenzen vom herunterfallenden Laub aber nicht respektiert und landen zum Teil auf dem eigenen, zum Teil auf dem benachbarten Grundstück. In diesen Fällen gibt es keine Lösung, die sich unmittelbar aus dem Gesetz herauslesen lässt. Wenn aber die Grenzabstände eingehalten wurden, die Äste nicht beeinträchtigend herübergewachsen sind (Überhang) und auch kein extremer, die Grundstücksnutzung wesentlich beeinträchtigender Laubbefall vorliegt, wird man vor den Gerichten auch keinen Erfolg damit haben, das Entfernen bzw. Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern zu verlangen. Dies gilt laut ARAG Experten insbesondere für die Fälle, in denen die strittigen Bäume von einer Baumschutzverordnung erfasst sind.

Nachbar muss Beeinträchtigungen meist hinnehmen
Nur wenn der Befall die Benutzung eines Grundstücks „wesentlich“ beeinträchtigt und nicht ortsüblich ist, müssen Äste abgesägt oder der Baum gefällt werden. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) können Grundstückseigentümer von ihren Nachbarn das Zurückschneiden von Bäumen, die wegen ihrer Höhe den landesrechtlich vorgeschriebenen Grenzabstand nicht einhalten, allerdings unter Umständen nicht mehr verlangen, wenn die dafür in den Landesnachbarrechtsgesetzen vorgesehene Ausschlussfrist abgelaufen ist (BGH, Az.: V ZR 102/03). Im Regelfall ist das herübergewehte Laub (auch Nadeln, Tannenzapfen, Samen, Blüten) also hinzunehmen. Und auch eine finanzielle Entschädigung für die alljährliche Beseitigung des Laubes werden Grundstückseigentümer von ihren Nachbarn nur in seltenen Fällen erstreiten können. Grundsätzlich sieht § 906 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches eine solche Ausgleichszahlung – die sogenannte „Laubrente“ – zwar vor, wenn eine wesentliche und ortsübliche Beeinträchtigung das Maß des Zumutbaren überschreitet. Doch hier liegen die Gerichte einen strengen Maßstab an: So hat zum Beispiel das Amtsgericht (AG) München entschieden, dass es der klagenden Eigentümerin durchaus zumutbar sei, das Laub einer Linde vom Nachbargrundstück entsorgen und die Regenrinnen drei- bis viermal im Jahr reinigen zu müssen (Az.: 114 C 31118/12). Und auch das Landgericht Saarbrücken stellte klar, dass es im Hinblick auf die positive Funktion der Bäume im Naturhaushalt und ihre „Wohlfahrtswirkung“ zumutbar ist, dass der Grundstückseigentümer Beeinträchtigungen durch Laubfall vom Nachbargrundstück hinnimmt. Als Konsequenz muss er also selbst das gefallene Laub beseitigen oder es auf seine Kosten beseitigen lassen (LG Saarbrücken, Az.: 11 S 363/86).

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Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft bietet sie ihren Kunden in Deutschland auch attraktive, bedarfsorientierte Produkte und Services aus einer Hand in den Bereichen Komposit, Gesundheit und Vorsorge. Aktiv in insgesamt 17 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG zudem über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Mit über 3.900 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von rund 1,6 Milliarden EUR.

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Sonstiges

Mobile Payment: Bezahlen mit dem Handy

ARAG Experten informieren über eine weitere Funktion von Smartphones

Mobile Payment: Bezahlen mit dem Handy

Mobile Payment – oder kurz mPayment – ist eine denkbar einfache Zahlungsmethode: Anstatt an der Kasse nach Bargeld oder EC-Karte zu kramen, bezahlt der Verbraucher einfach mit dem Smartphone, quasi im Vorbeigehen. Was im Ausland schon längst gang und gäbe ist, stößt in Deutschland aber noch auf viel Zurückhaltung – bei den Handelshäusern und den Verbrauchern. Warum das so ist, versuchen ARAG Experten zu klären.

Smartphone ja – mPayment nein!
Glaubt man den neuesten Studien, nutzen schon acht von zehn Deutschen ein Smartphone. Die schlauen Telefone vereinfachen unser Leben in den verschiedensten Bereichen. Ob bei der Navigation zum neuen Trendlokal, bei der Tischreservierung oder der Bestellung beim Pizza-Taxi: das Smartphone ist der ideale Partner für den modernen Konsumenten. Wenn man den schlauen Alleskönner in der Tasche hat, warum also noch zusätzlich das Portemonnaie mit sich herumtragen? Das Argument scheint schlüssig und zahlreiche Studien verkünden jetzt schon den künftigen Durchbruch von mPayment weltweit. Tatsächlich nutzten in den USA im vergangenen Jahr bereits 12,7 Prozent der amerikanischen Smartphone-Besitzer regelmäßig mobile Bezahlverfahren. 2017 soll diese Zahl sich fast verdoppeln. In Dänemark greift sogar bereits jeder Dritte beim Bezahlen zum Handy.
Ganz anders die Lage hingegen in Deutschland: Hier läuft Mobile Payment immer noch den Erwartungen hinterher. Das Problem ist die mangelnde Verbraucherfreundlichkeit: Es braucht händlerübergreifende Lösungen, die sowohl auf iOS als auch auf Android-Geräten funktionieren und über einen einfachen Anmeldeprozess verfügen. Aktueller Stand in Deutschland ist dagegen folgender: Zahlreiche Handelsketten bieten als Einzelanbieter eigene Mobile Payment-Lösungen an. Bei der Umsetzung setzen sie allesamt auf Drittanbieter und schaffen damit eigene Insellösungen, die alle eine eigene App benötigen und ein gesondertes Registrierungsverfahren.

Die Vorteile von mPayment
Dabei hat das Mobile Payment Vorteile für Händler und Verbraucher. Erstere sparen gegenüber den Abbuchungsverfahren von EC- und Kreditkarten und können Kunden mit eigenen Bonus- und Rabattprogrammen an sich binden. Verbraucher können noch schneller, unkomplizierter und flexibler bezahlen.

Bezahlen per Handy – so geht“s
In der Regel setzen Systeme für das mobile Bezahlen auf das sogenannte NFC (Near Field Communications), eine spezielle Funktechnik, die extra für solche Zwecke entwickelt wurde. Große Datenmengen lassen sich damit nicht übertragen, und die Reichweite beträgt nur wenige Zentimeter. Genau dadurch ist NFC aber perfekt geeignet, um Zahlungsdaten zwischen einem Smartphone und einem Kassenterminal auszutauschen. Bei kleinen Beträgen, in der Regel bis 20 oder 25 Euro, geht das ohne weitere Sicherheitsabfrage. Wird es teurer, müssen Kunden wie bei der klassischen Kartenzahlung einen Code eintippen. Der Datenaustausch auf kurze Distanz funktioniert aber nur, wenn sowohl Kasse als auch Smartphone die Technik integriert haben. Neuere Smartphones verfügen fast immer über NFC. Das Problem sind die Kassensysteme, die mit der Nachrüstung nur langsam vorankommen.

Wer jetzt schon mobil bezahlen will, hat im Wesentlichen die Wahl zwischen diesen Systemen:

-Paypal lässt Kunden jetzt schon mit seiner App auch im Laden bezahlen, bisher allerdings erst in einigen wenigen Geschäften in Berlin.

-Vodafone Wallet funktioniert nach einer Generalüberarbeitung mit allen Visa-Kreditkarten und mit Paypal. Die Registrierung ist relativ kompliziert, funktioniert dann aber überall, wo es NFC gibt.

-Mit der App zum Bonusprogramm Payback Pay können Nutzer jetzt bei vielen Ketten nicht nur Punkte sammeln, sondern auch bezahlen. Für Payback-Nutzer ist das mobile Bezahlen recht attraktiv: Die App nutzen sie schließlich ohnehin.

-Hinter Boon steht die britische Bank Wirecard. Nutzer der App sollen damit unkompliziert per NFC bezahlen können, müssen vorher aber erst ein Guthaben auf ihr Boon-Konto laden. Allerdings verlangt Boon nach einem Jahr Nutzung 99 Cent pro Monat sowie Gebühren für den Einsatz außerhalb des Euro-Raums. In Online-Foren und Kundenbewertungen gibt es außerdem Beschwerden über Verbindungsabbrüche, Programmabstürze und andere Probleme.

-Manche Ketten wie Edeka und Co. – haben eigene Apps für das Bezahlen mit dem Handy. Für Stammkunden durchaus einen Blick wert, besonders wenn es Bonus-Programme für Handy-Zahler gibt.

-DB Mobile – Die Deutsche Bank hat das mPayment einfach in seine reguläre Banking-App integriert. In Kombination mit einer Mastercard können Kunden unkompliziert an NFC-Terminals in allen Geschäften bezahlen, die diese Kreditkarte akzeptieren.

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Auto Verkehr Logistik

Diese Verkehrsverstöße werden ab heute teurer

ARAG Experten über Handy am Steuer, Raserei und das Versperren von Rettungsgassen

Diese Verkehrsverstöße werden ab heute teurer

Der Bundesrat machte in der letzten Sitzung vor der Bundestagswahl den Weg für eine Reihe von Neuregelungen im Zusammenhang mit Verkehrsverstößen frei. Die beschlossenen Änderungen sind ab heute in Kraft. Zum Teil werden drohende Strafen drastisch erhöht. ARAG Experten erläutern die wichtigsten Änderungen.

Handy am Steuer
Kaum eine Verkehrsordnungswidrigkeit wird so häufig begangen wie das Hantieren mit Smartphones am Steuer. Da kaum anzunehmen ist, dass ein Autofahrer aus Versehen mit seiner Familie telefoniert oder ohne es zu merken eine SMS vom Chef liest, kann in aller Regel von vorsätzlichem Verhalten ausgegangen werden. Fazit: Das seit langem bestehende Handy-Verbot wird von vielen Autofahrern nicht ernst genommen! Darum wird es jetzt verschärft. Für Verstöße werden demnach 100 Euro statt 60 Euro fällig, weiterhin verbunden mit einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei. Im schlimmsten Fall mit einer Sachbeschädigung drohen 200 Euro, zwei Punkte sowie ein Monat Fahrverbot. Und: Das Verbot gilt auch, wenn die Start-Stopp-Automatik aktiv ist! Erlaubt ist die Nutzung also nur bei tatsächlich ausgeschaltetem Motor. Werden Fahrradfahrer mit Handy in der Hand ertappt, müssen sie 55 Euro statt bisher 25 Euro zahlen. Das Gesetz schloss bisher zudem nur Mobil- und Autotelefone ein. Laut ARAG Experten wird es nun auch auf Kommunikationsgeräte wie Tablets und Laptops erweitert. Es gilt also: Augen auf die Straße und nicht auf Handy oder Computer!

Die Behinderung von Rettungskräften
Unfälle mit Schwerstverletzten und leider auch Toten haben in der Vergangenheit gezeigt, wie wichtig das Bilden von Rettungsgassen ist. Die Bußgelder für blockierte Rettungsgassen werden darum jetzt drastisch erhöht. Wer bei stockendem Verkehr etwa auf einer Autobahn keine Notgasse bildet, muss statt bisher 20 Euro jetzt mindestens 200 Euro berappen und bekommt zwei Punkte im Fahreignungsregister. Im schwersten Fall werden nach einer neu eingeführten Regelung bis zu 320 Euro verbunden mit einem Monat Fahrverbot fällig. Der Bundesrat hat außerdem die Bußgelder für Verstöße gegen die Pflicht, bei Blaulicht oder Einsatzhorn sofort freie Bahn zu schaffen, angehoben: Demnach drohen generell mindestens 240 Euro, zwei Punkt ein Flensburg und ein Monat Fahrverbot, wenn Autofahrer Einsatzwagen mit Blaulicht und Martinshorn ignorieren – auch unabhängig von einer Rettungsgasse. Neu ist, dass auch hier im schwersten Fall bis zu 320 Euro und 1 Monat Fahrverbot plus zwei Punkte im Fahreignungsregister fällig werden.

Keine Spritztour in Burka & Co.
Burka, Nikab, Schaila oder Hijab – was die Bezeichnung der Verschleierungsformen von Musliminnen betrifft, läuft sprachlich in Deutschland nicht immer alles glatt. Aber es geht um die Wirkung der Kleidungsstücke. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass beim Führen eines Fahrzeugs das Gesicht erkennbar sein muss und weder verdeckt noch verhüllt sein darf. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Strafe von 60 Euro rechnen. Ausgenommen sind Motorrad- oder Rollerfahrer, die einen Schutzhelm tragen müssen.

Illegale Autorennen
Wahnwitzige Rennen auf Autobahnen, Landstraßen und in Städten bringen immer wieder Menschen in Gefahr. Im März hatte das Landgericht Berlin bundesweit erstmalig zwei Raser des Mordes schuldig gesprochen. Bei ihrem Rennen starb ein 69-Jähriger. Nun endlich hat der Gesetzgeber den illegalen Autorennen den Kampf angesagt. Diese Änderung trat schon am 13.10. dieses Jahres in Kraft. Wer illegale Rennen veranstaltet oder daran teilnimmt, muss nun mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen, wenn dabei jemand schwer verletzt oder getötet wird. Aber auch wenn niemand zu Schaden kommt, drohen den rücksichtslosen Rasern bis zu zwei Jahre Haft. Dafür wurde ein neuer Straftatbestand im Strafgesetzbuch eingeführt. Bisher wurde die Teilnahme an solchen Rennen als Ordnungswidrigkeit mit 400 Euro und einem Monat Fahrverbot geahndet. Bestraft wird nun schon der Versuch, ein Rennen zu organisieren. Fahrzeuge können eingezogen werden. Erfasst werden auch Fahrer, die unabhängig von Rennen „grob verkehrswidrig und rücksichtslos“ rasen.

Weitere Informationen finden interessierte Leser im kostenlosen Bürgerzugang auf der Homepage des Bundesgesetzblattes.

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Politik Recht Gesellschaft

Experteninterview: Während der Arbeit zum Arzt – erlaubt oder verboten?

ARAG Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer über die Regeln von Arztbesuchen während der Arbeitszeit

Experteninterview: Während der Arbeit zum Arzt - erlaubt oder verboten?

Die erste Erkältungswelle hat uns erreicht. Wer von Husten, Schnupfen und Heiserkeit erwischt wurde geht morgens wohl lieber zum Arzt statt ins Büro. Das kann beim Chef allerdings schon mal den Eindruck erwecken, sich um die Arbeit drücken zu wollen. Auch ohne Abmeldung einfach aus dem Büro verschwinden, um zu einem Arzttermin zu gehen, könnte beim Arbeitgeber für Missstimmung sorgen. Für Arztbesuche während der Arbeitzeit gibt es durchaus Regeln. ARAG Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer erklärt, welche das sind.

Darf ich während der Arbeitszeit zum Arzt gehen?
Tobias Klingelhöfer: Zunächst einmal hat der Chef seinen Mitarbeitern gegenüber eine Fürsorgepflicht. Demnach darf er ihnen nicht grundsätzlich verbieten, während der Arbeitszeit zum Arzt zu gehen. Die Gründe müssen allerdings eindeutig sein, wie z.B. heftige Zahnschmerzen, plötzlich einsetzendes Fieber oder ein kleinerer Unfall am Arbeitsplatz. Ist die Untersuchung medizinisch unvermeidbar und ein Termin außerhalb der Bürozeit nicht mit der Öffnungszeit der Praxis vereinbar, darf der Arbeitnehmer ebenfalls während der Arbeitszeit zum Arzt gehen. Auch bei organisatorischen Gründen in der Praxis, wie beispielsweise das morgendliche Blutabnehmen, muss der Chef auf seinen Mitarbeiter verzichten.

Muss ich einen Arzttermin beim Chef ankündigen und begründen?
Tobias Klingelhöfer: Abmelden ja, den Grund nennen, nein. Streng genommen sind Arbeitnehmer nicht verpflichtet, dem Chef zu verraten, was ihnen fehlt und warum sie zum Arzt gehen. Deshalb steht auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ja auch keine Diagnose. Was der Chef jedoch einfordern darf, ist eine vom Arzt unterschriebene Bescheinigung über den Praxisbesuch. Aber aus Gründen der Kollegialität würde ich unbedingt dazu raten, dem Arbeitgeber zumindest grob mitzuteilen, was los ist.

Kann mein Chef mir dafür den Lohn kürzen?
Tobias Klingelhöfer: Geht ein Arbeitnehmer aus einem der eben genannten Gründe zum Arzt, muss der Arbeitgeber ihn bezahlt freistellen. Davon sind übrigens auch die Wegezeiten zum und vom Arzt betroffen. Das hat das Bundesarbeitsgericht bereits vor Jahrzehnten festgestellt (Az.: 5 AZR 92/82). Es genügt übrigens schon, wenn der Arzt den Mitarbeiter zu einem bestimmten Termin einbestellt und den terminlichen Wünschen des Patienten auf Verlegung der Untersuchung oder Behandlung nicht nachkommen kann oder will. Für Arbeitnehmer, die in Teil- oder Gleitzeit arbeiten, gelten allerdings höhere Hürden für die Freistellung. Ihnen darf zugemutet werden, die berufliche Flexibilität zu nutzen, um

Arzttermine in die Freizeit zu legen.
Wann darf der Chef einen Arztbesuch während der Arbeitszeit verbieten?
Tobias Klingelhöfer: Wenn eine sofortige Behandlung nicht nötig ist, kann der Arbeitgeber vom Mitarbeiter verlangen, seinen Arztbesuch in die Freizeit zu verlegen. Eine herausgefallene Plombe etwa oder Vorsorge- und Routineuntersuchungen wären typische Fälle. Hier gilt das Prinzip der so genannten Leistungstreuepflicht. Danach muss der Arbeitnehmer versuchen, den Arbeitsausfall für den Chef so gering wie möglich zu halten. Allerdings möchte ich hier einschränkend hinzufügen, dass auch in einem nicht akuten Fall Arbeitnehmern nicht zugemutet werden kann, wochenlang auf einen Arzttermin zu warten.

Wie verhält es sich bei regelmäßig erforderlichen Arztbesuchen?
Tobias Klingelhöfer: Je häufiger ein Arbeitnehmer zum Arzt muss, desto größer ist natürlich sein Arbeitsausfall und damit wächst seine Pflicht, möglichst viele der Termine in die Freizeit zu verlegen. Vor allem, wenn die Notwendigkeit fragwürdig ist: So könnte der Chef durchaus sein Veto einlegen, wenn es sich um eine mehrmals die Woche stattfindende Physiotherapie handelt. Ein nierenkranker Arbeitnehmer hingegen, der mehrmals die Woche zur Dialyse geht, muss natürlich vom Chef freigestellt werden.

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Wie sicher ist WLAN wirklich?

ARAG Experten geben Auskunft

Wie sicher ist WLAN wirklich?

Ohne Kabel ins Netz! Dank Wireless Local Area Network – kurz WLAN – ist das seit Jahren möglich. Doch die Verschlüsselung von WLAN-Netzwerken hat eine Schwachstelle, die von Hackern genutzt werden kann. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät deshalb derzeit davon ab, sensible Daten per WLAN zu übertragen. ARAG Experten erläutern, worauf Nutzer jetzt achten müssen.

Online-Banking per WLAN?
„Der Sicherheitsstandard WPA2, der insbesondere zur Verschlüsselung von WLAN-Netzwerken empfohlen wird, ist über kritische Schwachstellen verwundbar. Betroffen sind derzeit alle aktiven WLAN-fähigen Geräte, also solche, die das kabellose Surfen im Internet ermöglichen. Ob Online-Banking, E-Mail- oder Fotoversand – wer in diesen Tagen private Daten verschicken möchte oder auf sensiblen Seiten surft, auf denen vielleicht Kreditkartennummern oder Passdaten eingegeben werden müssen, sollte demnach ein paar Sicherheitsvorkehrungen treffen. Denn bei der Übertragung von Daten, die über WLAN-Netze gesendet werden, kann es zu Sicherheitslücken kommen. Das bedeutet, drahtlose Netzwerkverbindungen können mitgeschnitten und entschlüsselt werden. Das BSI rät, WLAN-Netze bis zur Verfügbarkeit von Sicherheits-Updates nicht für Online-Banking oder Online-Shopping zu verwenden. Andere Fachleute halten dies für übertrieben. ARAG Experten warnen dennoch: Mögliche Angreifer könnten die WPA2-Schwachstellen nutzen, um Daten mitzulesen oder sie zu manipulieren. Vor allem sind Geräte mit Android- und Linux-Betriebssystemen davon betroffen; bei Windows- und Apple-Betriebssystemen können die Schwachstellen derzeit nicht in vollem Umfang ausgenutzt werden. Um einen Datenangriff durchführen zu können, muss sich der Hacker außerdem im Funkbereich des WLAN-Signals aufhalten. Diese räumliche Nähe schränkt einen Angriff zumindest ein wenig ein. HTTPS-Verbindungen sollen auch sicher sein: Solche sicheren Verbindungen erkennt man an dem kleinen grünen geschlossenen Schloss neben der URL in der Browseradresszeile.

Was Nutzer tun können
Auf keinen Fall sollte man den WPA2-Standard deaktivieren – ältere Sicherheitsstandards gelten als unsicher. Nutzer sollten derzeit auf das Versenden sensibler Daten verzichten oder einen VPN-Tunnel dafür nutzen. VPN steht für Virtual Private Network, eine Technik, die Verbindungen verschlüsselt; dazu kann man sich VPN-Software aus dem Netz herunterladen. Für Smartphones gibt es eine Reihe von VPN-Apps, die man installieren kann. Das kabelgebundene Surfen und Mobilfunkverbindungen gelten als sicher, so ARAG Experten.

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Mieterhöhung nach Modernisierung

ARAG Experten sagen, was Mieter und Vermieter beachten müssen.

Mieterhöhung nach Modernisierung

Modernisiert ein Vermieter seine Immobilie, gibt das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) ihm in § 559 das Recht, die Jahresmiete um bis zu 11 Prozent der für die betreffende Wohnung aufgewendeten Kosten zu erhöhen. § 555c Abs. 1 BGB sieht vor, dass der Vermieter den Mieter spätestens drei Monate vor Beginn der Modernisierung in Textform über die beabsichtigten Maßnahmen, deren Beginn und voraussichtliche Dauer und die zu erwartende Mieterhöhung informieren muss. Der Mieter hat in diesem Fall ein außerordentliches Kündigungsrecht, das er bis zum Ende des Monats, der auf die Mitteilung folgt, ausüben kann. Das Fehlen der fristgerechten Ankündigung einer tatsächlich durchgeführten Modernisierung führt aber nicht unweigerlich dazu, dass der Vermieter das Recht zur Erhöhung der Miete verliert. Soweit die Gesetze: Was das konkret bedeutet, erklären ARAG Experten.

Der Fall
Im September 2007 kündigte ein Vermieter seinen Mietern schriftlich an, einen Fahrstuhl im Haus einbauen zu wollen. Dem widersprach die Mieterin einer Wohnung in der 2. Etage. Daraufhin zog der Vermieter im Februar 2008 seine Modernisierungsankündigung zurück; den Fahrstuhl ließ er in der Folge dennoch einbauen. Mit Schreiben vom September 2008 erhöhte er die bisherige Miete von 338,47 Euro wegen der ihm entstandenen Kosten für den Einbau des Fahrstuhls um 120,78 Euro. Die Mieterin weigerte sich in der Folgezeit, die erhöhte Miete zu zahlen. Daraufhin klagte der Vermieter auf Zahlung des Differenzbetrages für die Monate Juni bis August 2009.

Die Entscheidung
Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte anschließend über die Wirksamkeit der Mieterhöhung zu entscheiden, die der Vermieter geltend gemacht hatte, ohne die Modernisierung vorher anzukündigen. Der höchste deutsche Gerichtshof entschied denn auch zu Gunsten des Vermieters. Durch die vom Gesetz verlangte Ankündigung der Modernisierung soll der Mieter – so der zuständige Senat – in die Lage versetzt werden, sich auf die geplanten Umbaumaßnahmen in seiner Wohnung einzustellen. Außerdem soll er gegebenenfalls von seinem für diesen Fall bestehenden außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen können. Dagegen soll die Ankündigungspflicht den Vermieter nach Meinung des Gerichts nicht in seinem Recht beschränken, die Kosten der durchgeführten Modernisierung auf den Mieter umzulegen. Die Mieterhöhung konnte der Vermieter deshalb hier auch ohne vorherige Ankündigung verlangen (BGH, Az.: VIII ZR 164/10). Die ARAG Experten weisen allerdings darauf hin, dass eine verlangte MIeterhöhung laut Gesetz erst sechs Monate später wirksam wird, wenn der Vermieter über die geplante Modernisierungsmaßnahme nicht oder nicht rechtzeitig informiert hat.

Download unter:
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Energielabel – mehr als bunte Balken und Buchstaben

ARAG Experten über die neuen Energielabel von Haushaltsgeräten

Energielabel - mehr als bunte Balken und Buchstaben

Die alte Energieeffizienzskala von A+++ bis D, E, F oder G hat bei Haushaltsgeräten ausgedient. Denn bei vielen Verbrauchern sorgte sie mit ihren nachträglich eingeführten Pluszeichen eher für Verwirrung als für Klarheit. Ein vereinfachtes Energielabel soll Abhilfe schaffen. Die bunten Balken bleiben, die Pluszeichen verschwinden. So können Verbraucher auf den ersten Blick erkennen, wie viel Strom ein neues Haushaltsgerät verbraucht, und vergleichen.

Die alte Energieeffizienzskala
Ursprünglich galt für alle Haushaltsgeräte die Einteilung von A bis G. Doch wegen des technischen Fortschritts erreichen immer mehr Geräte die Klasse A. Um die Unterschiede beim Stromverbrauch trotzdem noch darstellen zu können, wurde die bessere Energieeffizienz mit zusätzlichen Pluszeichen ausgezeichnet. Die Skala wurde für einige Geräteklassen von
A+ bis A+++ erweitert. Das Problem: Die Effizienzklassen waren nicht für alle Geräte einheitlich, wodurch man nur mit Fachwissen den tatsächlichen Stromverbrauch des Produktes realistisch einschätzen konnte. So reichte die Skala beispielsweise bei Staubsaugern von A bis G, bei Waschmaschinen von A+++ bis D und bei Fernsehern von A+ bis F. Zudem wirken Geräte der Kategorie A zwar sparsam, doch es gibt weit bessere. Künftig sollen die Kriterien also laufend nachgebessert werden, so dass A dauerhaft die beste Klasse bleibt.

Das neue Energielabel
Das neue Label ist bunt und übersichtlich. Auf Pluszeichen wird verzichtet. Bildhafte Piktogramme helfen, die Kennzeichnung zu verstehen. Neben dem Stromverbrauch informiert das Label noch über weitere technische Details der Geräte, etwa die Lautstärke, den Wasserverbrauch oder die Saugleistung eines Staubsaugers. Bis die ersten neuen Labels im Laden zu finden sind, dürfte es allerdings noch gut zwei Jahre dauern. Wie früher steht dann A für die besten Geräte am Markt, G für die am meisten Strom verbrauchenden Modelle. Zusätzlich sollen Geräte künftig in einer Produktdatenbank registriert werden, um Marktüberwachungen zu erleichtern und Verbrauchern einen Online-Vergleich der Produkte zu ermöglichen. Allerdings können Verbraucher nach Auskunft der ARAG Experten keine Erstattung des Kaufpreises fordern, wenn ein Produkt falsch gekennzeichnet wurde.

Ab wann gilt die neue Kennzeichnung?
Für Geräte wie Kühlschränke, Fernseher und Lampen soll das neue Energielabel voraussichtlich ab 2020 gelten. Andere Produkte wie Staubsauger bekommen erst später die neuen Energieauszeichnungen, Heizungen und Boiler sogar erst nach 2030.

Augenwischerei beim Stromverbrauch
Was in der Theorie so schön klingt, ist in der Praxis oft nur noch halb so gut. Und so ist es auch beim Stromverbrauch. Der wird bei vielen Geräte nämlich unter nicht gerade praktikablen Bedingungen gemessen: So wird der Stromverbrauch von Staubsaugern mit leerem Staubsaugerbeutel und ohne Staub ermittelt. Dabei fällt der Wert sehr viel niedriger aus als im echten Einsatz. Auch bei Fernsehern wird der Verbrauch nur für die Werkseinstellungen angegeben, bei denen das Bild in der Regel viel zu dunkel, dafür aber stromsparend ist. Daher raten die ARAG Experten, auf den absoluten Stromverbrauch pro Jahr zu schauen. Diese Angabe befindet sich auf dem Energielabel unterhalb der farbigen Balken.

Energielabel gilt auch für Heizungen
Der Effizienzkennzeichnung von Heizgeräten und Warmwasserbereitern kommt eine besondere Bedeutung zu. Je nach Geräteeffizienz können Heizen und Warmwasserbereitung einen besonders großen Energieverbrauch verursachen. Daher müssen seit September 2015 auch Heizungen mit der verbraucherfreundlicheren Kennzeichnung versehen sein. Unabhängig von den Energielabels gilt: Heizungen, die vor 1985 eingebaut wurden, müssen ausgetauscht werden. Dabei gibt es aber einige Ausnahmen. So müssen Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die selbst darin wohnen, die alte Heizung nur dann austauschen, wenn sie 2002 oder später eingezogen sind. Ausgenommen sind außerdem Niedertemperaturkessel und Brennwertkessel. Auch Heizkessel, deren Nennleistung unter 4 oder über 400 Kilowatt liegt, dürfen drin bleiben.

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ARAG Recht schnell…

Aktuelle Gerichtsurteile auf einen Blick

ARAG Recht schnell...

+++ Gekauft wie gesehen +++
Wird bei einem privaten Gebrauchtwagenkauf im Kaufvertrag zum Zweck des Gewährleistungsausschlusses die Formulierung „gekauft wie gesehen“ verwendet, erfasst der Ausschluss laut ARAG nur solche Mängel, die ein Laie ohne Hinzuziehung eines Sachverständigen bei einer Besichtigung erkennen kann (OLG Oldenburg, AZ: 9 U 29/17).

+++ Ehrverletzende Behauptung zu lange her +++
Für eine Klage wegen unwahrer und ehrverletzender Tatsachenbehauptungen besteht laut ARAG in der Regel kein Rechtsschutzbedürfnis mehr, wenn sie erst mehr als ein Jahr (hier: vier Jahre) nach dem Vorfall eingereicht wird (AG München, Az.: 213 C 10547/16 (2)).

+++ Videokamera im Auto unzulässig +++
Es ist laut ARAG nicht zulässig, seinen Pkw vorne und hinten mit einer Videokamera auszustatten und damit laufend Videoaufzeichnungen des vor und hinter dem Fahrzeug befindlichen öffentlichen Verkehrsraums zu fertigen und zu speichern (Amtsgericht München, AZ: 1112 OWi 300 Js 121012/17).

Langfassungen:

Gekauft wie gesehen
Wird bei einem privaten Gebrauchtwagenkauf im Kaufvertrag zum Zweck des Gewährleistungsausschlusses die Formulierung „gekauft wie gesehen“ verwendet, erfasst der Ausschluss nur solche Mängel, die ein Laie bei einer Besichtigung erkennen kann. Die Klägerin kaufte im konkreten Fall von privat einen gebrauchten Peugeot für gut 5.000 Euro. Nach einiger Zeit wollte sie das Fahrzeug zurückgeben und ihren Kaufpreis zurückerhalten. Sie behauptete, das Fahrzeug habe einen erheblichen Vorschaden, von dem sie beim Kauf nichts gewusst habe. Der Verkäufer bestritt einen Vorschaden und berief sich außerdem auf die Formulierung im Kaufvertrag „gekauft wie gesehen“, mit der Gewährleistungsansprüche ausgeschlossen worden seien. Das Landgericht Aurich gab der Klägerin Recht. Dagegen legte der Beklagte Berufung ein. Das OLG hat die Entscheidung des LG bestätigt. Die Klägerin habe einen Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufs, denn der Pkw habe nach den Feststellungen des gerichtlichen Sachverständigen einen erheblichen, nicht vollständig und fachgerecht beseitigten Unfallschaden aufgewiesen. Die Formulierung „gekauft wie gesehen“ schließt einen Gewährleistungsanspruch der Klägerin nicht aus, denn diese Formulierung gelte nur für solche Mängel, die ein Laie ohne Hinzuziehung eines Sachverständigen bei einer Besichtigung erkennen könne, so die ARAG Experten (OLG Oldenburg, AZ: 9 U 29/17).

Ehrverletzende Behauptung zu lange her
Für eine Klage wegen unwahrer und ehrverletzender Tatsachenbehauptungen besteht in der Regel kein Rechtsschutzbedürfnis mehr, wenn sie erst mehr als ein Jahr nach dem Vorfall eingereicht wird. Der Kläger im verhandelten Fall ist der Lebensgefährte einer Wohnungseigentümerin. Er nahm als Vertreter seiner Partnerin am 03.04.2012 an einer Eigentümerversammlung teil. Dort verlas der Versammlungsleiter, der Geschäftsführer der Hausverwaltung, auszugsweise folgendes Schreiben einer Eigentümerin aus der Wohnungseigentümergemeinschaft, dessen Inhalt auch protokolliert wurde: „Am Mittwoch, den 27.03.12 wurde ich in der Tiefgarage schwer attackiert. Ich fuhr um 18 Uhr in die Tiefgarage, da verließ (Name des Klägers) die Garage, kam aber nach kurzer Zeit wieder zurück. Mein Fahrrad, das in der Garage stand, stellte ich vor das Garagentor von Frau (Name der Lebensgefährtin des Klägers). (Name des Klägers) warf, anders kann man es nicht bezeichnen, mein Fahrrad und den darauf liegenden Ordner in meine Garage. Meinen Wohnungsschlüssel, der am Schloss des Garagentores hing, fand ich erst nach Suchen in meiner Garage. (Name des Klägers) schrie mich an und beschimpfte mich mit den schlimmsten Ausdrücken. Sein Verhalten mir gegenüber ist so aggressiv, dass man es mit der Angst zu tun bekommt…“. Die Behauptungen in dem Schreiben waren frei erfunden. Der Kläger verklagte die Verfasserin des Schreibens in einem weiteren Prozess auf Unterlassung dieser Äußerungen. Dies wurde von ihr anerkannt. Der Kläger meinte, dass die beklagte Hausverwaltung durch die Verlesung und Protokollierung des Schreibens massiv seine Persönlichkeitsrechte verletzt und gegen das Neutralitätsgebot verstoßen habe. Er erhob daher am 20.05.2016 Klage gegen die Hausverwaltung. Er verlangte das Unterlassen der ehrverletzenden Behauptungen für die Zukunft und die Entfernung des Textes aus dem Protokoll der Eigentümerversammlung. Das AG hat die Klage abgewiesen. Bei derartigen Ansprüchen sei anerkannt, dass die verletzenden Wirkungen durch Zeitablauf oder langes Zuwarten bis zu einem Vorgehen gegen die Beeinträchtigung beseitigt sein können. In der Regel bestehe kein Rechtsschutzbedürfnis mehr, wenn die Klage erst mehr als ein Jahr später eingereicht wird. Hier habe der Kläger mit der Klageerhebung mehr als vier Jahre gewartet, ohne einen vernünftigen Grund für dieses lange Zuwarten vorgebracht zu haben. Indem der Kläger jedoch über Jahre hinweg die Behauptung widerspruchslos hingenommen habe, habe er nicht nur bei der Beklagten den Anschein erweckt, die Angelegenheit sei erledigt, sondern auch in objektiver Hinsicht zum Ausdruck gebracht, dass ihm die Verbreitung der Äußerungen offensichtlich nicht so wichtig war, erklären ARAG Experten (AG München, Az.: 213 C 10547/16 (2)).

Videokamera im Auto unzulässig
Es ist nicht zulässig, seinen Pkw vorne und hinten mit einer Videokamera auszustatten und damit laufend Videoaufzeichnungen des öffentlichen Verkehrsraums zu fertigen und zu speichern. Eine 52-jährige Frau wurde in einem aktuellen Fall wegen vorsätzlicher unbefugter Erhebung und Verarbeitung und Bereithaltung von personenbezogenen Daten, die nicht allgemein zugänglich sind, zu einer Geldbuße von 150 Euro verurteilt. Die Betroffene parkte am 11.08.2016 von circa 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr ihren Pkw in München. Das Fahrzeug war vorne und hinten mit einer Videokamera ausgestattet. Die Kameras fertigten laufend Videoaufzeichnungen des vor und hinter dem Fahrzeug befindlichen öffentlichen Verkehrsraums. Diese Aufzeichnungen wurden gespeichert. Auf diese Weise wurden mindestens drei andere Fahrzeuge, die sich vor oder hinter dem Straßenraum des geparkten Fahrzeugs befanden, aufgezeichnet. Die Videoaufzeichnungen wurden durch die Betroffene der Polizei übergeben, da ein anderes Fahrzeug ihr geparktes Fahrzeug gestreift und beschädigt hat und sie die Videoaufzeichnungen als Beweismittel vorlegen wollte. Gegen die Betroffene wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet und ein Bußgeldbescheid erlassen wegen Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Das AG München beurteilte das Verhalten der Betroffenen als vorsätzliche Ordnungswidrigkeit. Das permanente anlasslose Filmen des vor und hinter dem geparkten Fahrzeug befindlichen Straßenraums verletze das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und stelle einen schwerwiegenden Eingriff in dieses Recht dar. Eine permanente Überwachung jeglichen öffentlichen Raumes durch Privatbürger sei nicht zulässig, da es in das Recht unbeteiligter Personen in schwerwiegender Weise eingreift, selbst bestimmen zu können, wo und wann man sich aufhält, ohne dass unbeteiligte Personen dies dokumentieren und bei Behörden verwenden, erläutern ARAG Experten (Amtsgericht München, AZ: 1112 OWi 300 Js 121012/17).

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Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft bietet sie ihren Kunden in Deutschland auch attraktive, bedarfsorientierte Produkte und Services aus einer Hand in den Bereichen Komposit, Gesundheit und Vorsorge. Aktiv in insgesamt 17 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG zudem über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Mit über 3.900 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von rund 1,6 Milliarden EUR.

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ARAG Verbrauchertipps

Wohnungsbesichtigung/Arbeitszeugnis/Geldbuße

ARAG Verbrauchertipps

Vermieter hat Recht auf Wohnungsbesichtigung
Nach Auskunft der ARAG Experten haben Mieter grundsätzlich das Recht auf ungestörtes Wohnen. Dazu gehört, dass ihr Vermieter nicht nach Belieben kommen und gehen darf. Anders liegt der Fall allerdings, wenn ein neuer Vermieter sich erstmals einen Überblick über seine Immobilie verschaffen möchte und zudem noch Eigenbedarf angekündigt hat.
In einem konkreten Fall kündigte der neue Eigentümer einem Mieter nach über 30 Jahren das Mietverhältnis wegen Eigenbedarf. Vor Einzug wollte er sich ein genaues Bild über Abmessungen und Beschaffenheit der Wohnung machen. Dazu kündigte er dem Mieter schriftlich seinen Besuch an und bot ihm drei Termine zur Auswahl. Der Mieter blieb stur und beharrte auf sein Recht auf ungestörtes Wohnen. Stattdessen schickte er ihm eine Architektenskizze der Wohnung. Zudem wollte er vom neuen Vermieter zunächst einmal knapp 700 Euro für eine defekte Spülmaschine wiederhaben, die er aus eigener Tasche bezahlt hatte. Als der Fall vor Gericht ging, zog der sture Mieter jedoch den Kürzeren. Er musste den neuen Vermieter in seine Wohnung lassen und konnte diese Entscheidung nicht von der Bezahlung der Spülmaschine abhängig machen (Amtsgericht München, Az.: 416 C 10784/16).

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Arbeitszeugnisse richtig unterschreiben
ARAG Experten weisen darauf hin, dass Arbeitnehmer ein Recht auf ein ordentlich unterschriebenes Arbeitszeugniss haben. Unterschreibt der Chef in Kürzeln oder auffällig quer zum Text, ist dies ein Formfehler, der nicht hingenommen werden muss. In einem konkreten Fall hatte ein Arbeitgeber zunächst nur den Anfangsbuchstaben seines Namen unter das Arbeitszeugnis einer Mitarbeiterin gesetzt. Angeblich, weil ihm eine vollständige Unterschrift mit seinem gebrochenen Schlüsselbein nicht möglich gewesen sei. Nachdem die Frau sich darüber beschwerte, unterschrieb er zwar vollständig, aber nicht – wie üblich – unter den Zeugnistext, sondern quer dazu. Ein nicht hinnehmbares Verhalten, wie die ARAG Experten bestätigen (Landesarbeitsgericht Hamm, Az.: 4 Ta 118/16).

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Hohe Bußgelder für Wiederholungstäter
160 Euro und ein Monat Fahrverbot für eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 22 Stundenkilometern. Eine eigentlich viel zu hohe Strafe. Nach Bußgeldkatalogverordnung hätte der Mann lediglich 80 Euro zahlen müssen. Doch die ARAG Experten weisen darauf hin, dass es durchaus üblich ist, Wiederholungstäter bei Verstößen im Straßenverkehr im Einzelfall auch härter zu bestrafen und ihnen damit einen Denkzettel zu verpassen. Und den hatte dieser Fahrer durchaus verdient, denn er wurde in den letzten vier Jahren bereits in acht Fällen wegen zu hoher Geschwindigkeit verurteilt und hatte in dieser Zeit fünfmal ein einmonatiges Fahrverbot kassiert. Die Verdopplung der Strafe sollte ihn daher zur Besinnung bringen (Amtsgericht München, Az.: 911 OWi 437 Js 150260/16).

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Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft bietet sie ihren Kunden in Deutschland auch attraktive, bedarfsorientierte Produkte und Services aus einer Hand in den Bereichen Komposit, Gesundheit und Vorsorge. Aktiv in insgesamt 17 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG zudem über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Mit über 3.900 Mitarbeitern erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von rund 1,6 Milliarden EUR.

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