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Verschluss der Aorta – Ursachen und Diagnostik

Informationen aus der Gefäßchirurgie zu akuten und chronischen Verschlüssen der Aorta

Verschluss der Aorta - Ursachen und Diagnostik

Ein Verschluss der Aorta ist ein Notfall. (Bildquelle: © Henrie – Fotolia)

SIEGEN. Wenn sich die Hauptschlagader im Bereich der Aufteilung in die Beckenarterien (Aortenbifurkation) verschließt, sprechen Gefäßchirurgen vom sogenannten Leriche-Syndrom, benannt nach dem Erstbeschreiber der Erkrankung, dem französischen Chirurgen Rene Leriche. Zu einem Verschluss der Aorta im Brustraum kommt es nur in äußerst seltenen Fällen. Medizinisch wird ein akuter, also ein plötzlich auftretender Aortenverschluss, der einen Notfall darstellt, vom chronischen Aortenverschluss durch Kalkplaque-Ablagerung im Rahmen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) unterschieden. Beide Krankheitsbilder werden in der Gefäßchirurgie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen behandelt.

Verschluss der Aorta – was ist das Leriche-Syndrom?

Auslöser für einen akuten Verschluss der distalen Aorta ist in vielen Fällen eine sogenannte kardiale Embolie als Folge einer Herzrhythmusstörung. Durch Vorhofflimmern entsteht ein Blutgerinnsel im Herzen, das sich lösen und die Aorta verschließen kann. Deutlich seltener kommt es zu einer arteriellen Thrombose der Aorta. Welche Symptome sind mit dem akuten Aortenverschluss verbunden? Es zeigen sich plötzlich starke Schmerzen in den Beinen, die das Laufen erschweren oder unmöglich machen – ein für den Patienten lebensbedrohlicher Zustand. Es kann durch Freisetzung körperschädigender Stoffe und Zellzerfall Zu Nierenversagen, Querschnittlähmung, Stuhl- und Harninkontinenz kommen. An den unteren Extremitäten ist kein Puls mehr tastbar bzw. dopplerbar. Eine Untersuchung der Blutgefäße mit Ultraschall (Duplexsonographie) zeigt keinen Blutfluss in den Beinarterien.

Risiko für einen chronischen Verschluss der Aorta

Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Rauchen, Bluthochdruck oder ein hoher Blutfettwert (Hyerlipidämie) können zur Entstehung einer chronischen Verschlusskrankheit der Aorta führen. Er geht mit einer Einschränkung der Gehstrecke, teilweise auch mit Ruheschmerzen vor allem in der Gesäßmuskulatur einher. Bei 50 bis 80 Prozent der männlichen Patienten mit chronischem Aortenverschluss kommt es in Folge der verminderten Durchblutung zu Impotenz. Diagnostiziert wird der chronische Verschluss der Aorta über eine Ultraschalluntersuchung sowie über konventionelle Angiographie, CT- oder MR-Angiographie.

Bei Dr. med. Ahmed H. Koshty, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, liegt der Schwerpunkt auf der Therapie aller Erkrankungen der Aorta. Die Klinik ist in einem Wachstumsprozess und arbeitet eng mit Ärzten, Pflegepersonal und Physiotherapeuten zusammen.

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Wann macht ein Screening der Aorta Sinn?

Patienten können zur Vorsorge ein Screening der Aorta durchführen lassen

Wann macht ein Screening der Aorta Sinn?

Eine Vorsorgeuntersuchung an der Aorta ist wichtig. (Bildquelle: © Chinnapong – Fotolia)

SIEGEN. Beim Screening der Bauchaorta handelt es sich um ein Vorsorge-Angebot, das bei Männern ab dem 65. Lebensjahr mittlerweile zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehört. Auch die Gefäßchirurgen im Diakonie Klinikum Jung Stilling in Siegen bieten diese Vorsorgeuntersuchung an. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) hat für ein Ultraschall-Screening des sogenannten abdominalen Aortenaneurysmas Leitlinien herausgegeben. Sie empfiehlt eine einmalige Ultraschall-Untersuchung der Aorta im Bauchraum bei Männern ab dem 65. Lebensjahr, insbesondere dann, wenn es sich um ehemalige oder aktive Raucher handelt. Sinnvoll ist ein entsprechendes Screening nach Angaben der DGG auch bei allen Patienten, deren Familienanamnese Erkrankungen an der Aorta ergeben hat.

Empfehlungen der DGG für ein Screening der Aorta

Die DGG empfiehlt auch Frauen ab dem 65. Lebensjahr ein Screening der Bauchaorta, wenn es sich um ehemalige oder aktive Raucherinnen handelt, außerdem wenn es eine positive Familienanamnese und Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gibt. Dabei sieht die DGG einen einmaligen Ultraschall als ausreichend an, wenn die Aorta einen Querdurchmesser von drei Zentimetern nicht überschreitet. Liegt der Querdurchmesser jedoch bei drei bis vier Zentimetern, sollte innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden. Bei höheren Querdurchmessern von vier bis 4,5 Zentimetern wird eine Ultraschall-Kontrolle nach sechs Monaten angeraten. Bei einem Querdurchmesser von 4,5 Zentimetern und mehr sollte ein Gefäßchirurg hinzugezogen werden sowie eine Angiographie unter dem Computertomographen erfolgen, um den Befund zu objektivieren und ggf. weitere Behandlungsschritte zu besprechen. Ab einem Querdurchmesser der Aorta von fünf Zentimetern sollte eine operative Therapie geplant werden, bei Frauen kann dies bereits bei einem Querdurchmesser von 4,5 Zentimetern sinnvoll sein.

Warum ist die Vorsorgeuntersuchung an der Aorta wichtig?

Typischerweise geht ein Aortenaneurysma nicht mit Symptomen einher. Oftmals wird es erst im Rahmen von anderen Untersuchungen zufällig entdeckt. In seltenen Fällen und bei schlanken Patienten lässt sich gelegentlich eine pulsierende Schwellung oberhalb des Bauchnabels ertasten. Je nach Lage des Aneurysmas an der Aorta können zudem Bauch- oder Rückenschmerzen auftreten. Die typischen Symptome, die mit einem Aneurysma einhergehen, gibt es allerdings nicht. Beschwerden gelten als unspezifisch und können deshalb fehlinterpretiert werden.

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Aorten-Zentrum in Siegen: OP-Techniken an der Aorta

Bei Erkrankungen oder Verletzungen der Aorta werden unterschiedliche OP-Verfahren angewandt

Aorten-Zentrum in Siegen: OP-Techniken an der Aorta

Es gibt unterschiedliche Verfahren bei Erkrankungen an der Aorta.

SIEGEN. Kommt es zu Erkrankungen beziehungsweise Verletzungen der Aorta, der Hauptschlagader des menschlichen Körpers, wenden die Gefäßchirurgien im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen unterschiedliche Operationsverfahren an. Die Ärzte unterscheiden dabei die offene von der endovaskulären Therapie. Am Aorten-Zentrum Südwestfalen nutzen die Gefäßchirurgen für beide Verfahren einen modern ausgestatteten Hybrid OP-Saal. Hier kann an Ort und Stelle auf verschiedene Systeme zurückgegriffen werden. Die Bildgebung erfolgt während der Operation. So ist gewährleistet, dass vom endovaskulären OP-Verfahren jederzeit auf die offen-chirurgische Technik gewechselt werden kann.

Aorten-Zentrum Südwestfalen: Hybrid Operationssaal für Eingriffe an der Aorta

Der Eingriff wird auf der Basis medizinischer Bildgebung exakt geplant und das Zielgebiet markiert. Der Gefäßchirurg kann so intraoperativ genau navigieren und das Ergebnis noch im OP-Saal überprüfen. Die medizintechnischen Geräte im Hybrid-Operationssaal sind dabei miteinander vernetzt und übertragen die Daten ins Krankenhaus-Informationssystem. Welche Vorteile das für die Patienten der Gefäßchirurgie in Siegen hat, beschreibt Chefarzt Dr. med. Ahmed Koshty: „In unserem Hybrid OP können wir auf integrierte Angiographie-Geräte zugreifen. Das unterstützt uns in unserer operativen Arbeit enorm und ist schonend für die Patienten. So konnten wir minimalinvasive Eingriffe etablieren, bei denen wir durch eine dreidimensionale Navigation unterstützt werden. Gute Voraussetzungen also sowohl für unsere medizinischen als auch für unsere Forschungsaktivitäten“, betont der Gefäßchirurg.

Gefäßchirurgische Eingriffe an der Aorta im Hybrid OP der Diakonie in Siegen

Im Hybrid-OP am Diakonie Klinikum Jung Stilling in Siegen werden sowohl sogenannte Katheter-Eingriffe als auch offene gefäßchirurgische Operationen durchgeführt. Vor allem für die endvaskulären Eingriffe an der Aorta eignet sich die medizintechnische Infrastruktur im Hybrid Operationssaal. Bei der endovaskulären Therapie wird über die Leistengefäße eine Gefäß-Stütze (Aortenstent) in die Hauptschlagader eingebracht. Die korrekte Platzierung erfolgt dank der Technik im Hybrid-OP schnell und schonend. Auch die Kontrolle auf richtigen Sitz und eventuell entstandene Undichtigkeiten der Aortenprothese (Endoleaks) erfolgt direkt im OP-Saal.

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Verschluss der Aorta – wie entsteht er?

Ein Verschluss der Aorta kann verschiedene Ursachen haben

Verschluss der Aorta - wie entsteht er?

Ursachen für Erkrankungen an der Aorta. (Bildquelle: © momius – Fotolia)

SIEGEN. Wie die deutsche Gefäßliga mitteilt, ist die Arteriosklerose bei über 90 Prozent der Patienten mit chronischen Durchblutungsstörungen die Ursache für verengte oder verschlossene Gefäße. Die Arteriosklerose ist damit eine der häufigsten Erkrankungen unserer Zeit und eine Systemerkrankung, denn sie betrifft den kompletten Organismus. Dabei kommt es zu fettreichen Ein- und Ablagerungen, sogenannten Plaques, an der Arterienwand. Davon kann auch die Aorta betroffen sein. Kommt es zu einer Einengung der Bauchschlagader an der Aufzweigung in die Beckenarterien (Aortengabel oder Aortenbifurkation), spricht man von einem sogenannten Leriche-Syndrom. Andere typische Stellen für die Entwicklung von Arteriosklerose sind die Aufzweigungen in die Halsarterien (A. carotis), in die Beckenarterien (A. iliaca), die Oberschenkel- und Kniearterien (A. femoralis, A. poplitea) sowie die Unterschenkelarterien (vordere und hintere A. tibialis, A. fibularis). Daneben kommen auch entzündliche, genetische oder traumatische Prozesse in Frage – mit zunehmendem Alter ist jedoch die Arteriosklerose die häufigste Ursache.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK): Minderdurchblutung von Arterie bzw. Aorta

Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit kommt es zu einer eingeschränkten Durchblutung der versorgenden Arterien vor allem der Beine, seltener auch der Arme. Sie kann als Einengung (Stenose) oder komplett, in Form eines Verschlussprozesses (Okklusion) ausgeprägt sein. Es handelt sich dabei um einen komplexen Krankheitsverlauf, bei dem es zu einem Gewebeuntergang (Ischämie) kommen kann, bei dem in Folge eine Amputation droht. PAVK-Patienten haben häufig nicht nur Stenosen der Bein- oder Armarterien (periphere Gefäße), sondern auch an den Herzkranz- oder hirnversorgenden Arterien (zentrale Gefäße). Sie sind demzufolge gefährdeter, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Ursachen für die arterielle Verschlusskrankheit an der Aorta bzw. anderen Arterien

Gefäßchirurgen am Diakonie Klinikum Jung Stilling in Siegen erläutern, dass Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte oder auch die sogenannte Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) sowie Niereninsuffizienz als begünstigende Faktoren für die arterielle Verschlusskrankheit gelten. Einfluss haben gleichzeitig auch nicht beeinflussbare Faktoren wie das Alter, das Geschlecht des Patienten sowie mögliche seltene genetische Erkrankungen.

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Therapieoptionen bei Erkrankungen der Aorta

Die Gefäßchirurgen des Aorten-Zentrums in Siegen nutzen verschiedene Operationsverfahren

Therapieoptionen bei Erkrankungen der Aorta

Zwei Verfahren können bei einer Operation an der Operation zur Anwendung kommen. (Bildquelle: ipopba – Fotolia)

SIEGEN. Alle Erkrankungen, die an der Aorta auftreten können, haben eines gemeinsam: Zur Therapie stehen zwei Operationsverfahren zur Auswahl. Das ist zum einen die offen-chirurgische Operation mit einem direkten Zugang zur Aorta. Hierbei eröffnet ein Gefäßchirurg die Bauchdecke beziehungsweise die Flanke des Patienten. Zum anderen gibt es das endovaskuläre, minimalinvasive Verfahren, bei dem der Chirurg über einen Leistenschnitt ein Zugang zur Aorta schafft. Über die Leiste wird dann ein sogenannter Stentgraft, also eine Gefäß-Stütze in die Aorta implantiert. Besonders der Bereich der endovaskulären Therapie hat sich in den zurückliegenden Jahren schnell weiterentwickelt. So ist die endovaskuläre Therapie von Aortenerkrankungen heutzutage meist Mittel der Wahl.

Hybrid OP: Erfolgskontrolle noch während der Operation an der Aorta

In der Gefäßchirurgie im Diakonie Klinikum Jung Stilling in Siegen werden beide Verfahren – die offene Chirurgie und die endovaskuläre Therapie – von den Operateuren angewendet. Ob offene oder endovaskuläre Therapie – beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Welches der beiden Operationsverfahren gewählt wird, hängt von den Ergebnissen der Voruntersuchungen und vom Allgemeinzustand des Patienten ab. Es ist Aufgabe der Gefäßchirurgen, dabei immer eine Abwägung zwischen dem Risiko einer Operation bzw. dem Risiko der nicht-behandelten Erkrankung zu treffen. „Unser Ziel ist es, abhängig vom Krankheitsbild und Gesamtzustand des Patienten die individuell beste Therapie auszuwählen“, betont Dr. med. Ahmed Koshty, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Diakonie Klinikum Jung Stilling in Siegen.

Offen-chirurgische bzw. endovaskuläre Therapie der Aorta – wo liegt der Unterschied?

Bei der offen-chirurgischen Therapie im Zusammenhang mit Erkrankungen an der Aorta handelt es sich um ein etabliertes Verfahren in Routine- und auch in Notfall-Situationen. Unter Vollnarkose wird dem Patienten ein Aorten-Ersatz in Form einer Rohr- oder Y-Prothese eingesetzt. Die endovaskuläre Therapie erfolgt sozusagen von innen. Dabei wird über die Leistenarterie eine Stentprothese in die Hauptschlagader eingeführt. Die Implantation sowie der Sitz der Prothese werden unter Röntgendurchleuchtung und Kontrastmitteleinsatz kontrolliert. Es stehen verschiedene Stent-Prothesen zur Auswahl. Diese richten sich nach dem betroffenen Abschnitt der Aorta. Diese Art der Operation kann sowohl unter Vollnarkose als auch unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Zugleich nutzen die Mediziner am Aorten-Zentrum einen modernen Operationssaal, den sogenannten Hybrid OP, in dem bereits während der Operation eine Erfolgskontrolle stattfinden kann.

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Wie entsteht ein Verschluss der Aorta?

Eine Minderdurchblutung der Aorta kann verschiedene Ursachen haben

Wie entsteht ein Verschluss der Aorta?

Eine Verkalkung der Blutgefäße kann auch an der Aorta auftreten. (Bildquelle: © crevis – Fotolia)

Die Arteriosklerose, also die Verkalkung eines Blutgefäßes, kann auch an der Aorta auftreten. Die Arteriosklerose gilt dabei als eine der Hauptursachen für die Entstehung eines Bauchaortenaneurysmas. Etwa fünf von hundert Männern im Alter über 65 Jahren weisen eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader, meist in Verbindung mit einer Arteriosklerose auf. Eine Arterienverkalkung entsteht durch die Ablagerung von Fetten und sogenannten Schaumzellen an der Arterienwand. Meist handelt es sich dabei um einen schleichenden Prozess, der das Gefäß zunehmend verengt und in der maximalen Ausprägung verschließt. Die Folgen können Schlaganfall und Herzinfarkt sein, mit teils gravierenden Auswirkungen auf die empfindlichen Organe Herz und Gehirn. Das sogenannte Leriche-Syndrom (Aortenbifurkations-Syndrom), benannt nach dem französischen Chirurgen Rene Leriche (1879-1955) kennzeichnet den Verschluss der Bauchschlagader ( Aorta) an den Aufzweigungen in die Beckenarterien.

Leriche-Syndrom – wenn sich die Aorta verschließt

Ein Verschluss der Aorta entwickelt sich langsam, meist über Jahre, durch fortschreitende Arteriosklerose. An der Aorta bilden sich sogenannte Umgehungkreisläufe, die als Kollateralen bezeichnet werden. Beschwerden treten dann verzögert auf, ein Leriche-Syndrom entsteht. Die Durchblutungsstörung führt dann zu krampfartigen Beinschmerzen, die nach einer kurzen Gehstrecke auftreten. Ein akuter Verschluss der Hauptschlagader durch eine thrombotische Auflagerung kann durch eine Embolie entstehen. Oft sind hiervon Patienten mit Herz-Rhythmus-Störungen oder künstlicher Herzklappe betroffen.

Wie wird ein Leriche-Syndrom an der Aorta behandelt?

Wie das Leriche-Syndrom an der Aorta behandelt wird, hängt von seiner Ausprägung ab. Bei geringer Ausprägung kann die Durchblutung durch eine Ballondilatation, also Aufdehnung der Verkalkung mittels Ballon oder mittels Stent behandelt werden. In anderen Fällen sind eine offene Operation und die Anlage eines sogenannten Y-Bypasses notwendig. Dabei handelt es sich um eine Gefäßprothese, die als Umgehungsstraße zur Bauchschlagader und der Beckenarterien verwendet wird. Bei einem vollständigen thrombotischen Verschluss der Hauptschlagader durch ein Blutgerinnsel, ist eine sofortige Embolektomie notwendig. Dabei wird das Blutgerinnsel operativ aus der Aorta entfernt. Zum Einsatz kommt dabei ein Ballon-Katheter (Fogarty-Katheter), der von der Leistenarterie aus eingeführt wird.

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Diagnostik an der Aorta

Wie lassen sich Erkrankungen an der Aorta diagnostizieren? Antworten aus der Gefäßchirurgie Siegen

Diagnostik an der Aorta

Aorta: Das Klinikum Jung-Stilling der Diakonie hat sich spezialisiert.

SIEGEN. Das Aorten-Zentrum am Klinikum Jung-Stilling der Diakonie in Siegen ist spezialisiert auf Erkrankungen an der Aorta, also der Hauptschlagader des menschlichen Körpers. Doch wie lassen sich gesundheitliche Probleme an der Aorta diagnostizieren? Ein Aortenaneurysma, also die krankhafte Gefäßaussackung an der Hauptschlagader, verursacht nicht zwingend Beschwerden, das heißt, diese Erkrankung kann sowohl asymptomatisch als auch symptomatisch sein. Bei asymptomatischen Aneurysmen an der Aorta wird die krankhafte Gefäßaussackung meist zufällig bei Routineuntersuchungen festgestellt. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung lässt sich mit hoher Sicherheit ein Aneurysma an der Aorta im Bauchraum diagnostizieren. Die Ultraschalluntersuchung spielt vor allem in der Verlaufskontrolle eine wichtige Rolle, wie auch in der Vorsorge, die bei männlichen Patienten über 65 Jahre mittlerweile Kassenleistung ist.

Erkrankungen an der Aorta mit Magnetresonanztomographie diagnostizieren

Mit Hilfe einer Magnetresonanztomographie lässt sich ein Aortenaneurysma darstellen. Diese Untersuchung lässt Rückschlüsse auf die Größe des Aneurysmas und damit auf die Notwendigkeit oder Art einer Therapie zu. Denn von der Größe der Gefäßaussackung hängt entscheidend ab, ob und wie schnell Behandlungsbedarf besteht. Die exakte Länge und der Durchmesser des Aneurysmas lassen sich jedoch mit der Magnetresonanztomographie nicht präzise bestimmen. Zur Operationsplanung setzen die Gefäßchirurgen deshalb vorwiegend die Computertomographie ein, die als derzeit bestes diagnostisches Verfahren beim Verdacht auf ein Aneurysma an der Aorta gilt.

Die CT-Diagnostik eines Aneurysmas an der Aorta dient auch der OP-Vorbereitung

Besonders vor endovaskulären Eingriffen ist die Computertomographie unverzichtbar. Die modernen Geräte, die dazu im Aorten-Zentrum der Gefäßchirurgie in Siegen verwendet werden, nutzen eine Schnittbildtechnik und lassen exakte Rekonstruktionen zu. Länge und Durchmesser des Aneurysmas beziehungsweise der aneurysmatischen Erweiterung lassen sich detailgetreu darstellen. Auch Verkalkungen und Thromben können so erkannt werden. Zudem wird die Computertomographie in der Verlaufskontrolle von endovaskulär versorgten Aneurysmen angewendet. Durch die Nutzung eines modernen Hybrid-OP können die Gefäßchirurgen am Klinikum Jung-Stilling der Diakonie in Siegen exakte endovaskuläre Operationen mittels Stentprothese unter Durchleuchtung durchführen und bereits während der Operation kontrollieren, ob das Aneurysma erfolgreich ausgeschaltet wurde.

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Aneurysma an der Aorta: Endovaskuläre Therapie

Informationen über ein minimalinvasives Verfahren bei Erkrankungen der Aorta

Aneurysma an der Aorta: Endovaskuläre Therapie

Oftmals kommen spezielle Stentprothesen für die Aorta zum Einsatz.

Zur Behandlung eines Aortenaneurysma werden zwei gängige therapeutische Verfahren angewendet. Zum einen handelt es sich dabei um eine offene Operation, zum anderen um eine endovaskuläre Aneurysma-Ausschaltung. Was ist der Unterschied zwischen beiden Verfahren, die sich in den bisherigen Studien bezüglich der Erfolgsaussichten im Langzeitverlauf als relativ gleichwertig erwiesen haben? Bei einer offenen Operation wird das Aneurysma durch eine Prothese komplett ersetzt. Dagegen setzt die endovaskuläre Therapie auf eine Behandlung innerhalb des Gefäßes. Es handelt sich also um ein minimalinvasives Verfahren. Dabei wird über die Leistengefäße eine Stent-Prothese von innen in die Hauptschlagader eingebracht. Die Gefäßchirurgen am Aorten-Zentrum der Diakonie in Siegen verwenden für die endovaskuläre Therapie von Aneurysmen einen hochmodernen Hybrid Operationssaal, der eine exakte Positionierung der Stent-Prothese unter Röntgendurchleuchtung sicherstellt und die direkte Aneurysma-Ausschaltung dokumentiert.

Aorta: Wie funktioniert die Stentprothese?

Die Stentprothese, die auch als Stentgraft beziehungsweise Gefäßstütze bezeichnet wird, besteht aus einem Metallgerüst, das mit einem synthetischen Stoff überzogen ist. Sie dient dazu, die Hauptschlagader von innen heraus zu stabilisieren und abzudichten. Liegt die Stentprothese richtig positioniert in der Hauptschlagader, kann das Blut ungehindert durchfließen, das Aneurysma wird jedoch nicht mehr mit Blut gespeist und steht somit nicht mehr unter Druck. Wie wird die Stentprothese in die Aorta eingebracht? Sie wird zusammengefaltet mit Hilfe eines speziellen Katheters in die Aorta eingeführt und dort freigesetzt. Je nach Aorten-Abschnitt und Krankheitsbild kommen unterschiedliche Stentprothesen zum Einsatz. Generell werden Rohr- von Y-Prothesen und mehrfach gebranchte Prothesen unterschieden. In bestimmten Fällen ist eine Sonderanfertigung einer Stentprothese, individuell angepasst auf den Patienten, notwendig.

Wann muss eine spezielle Stentprothese an der Aorta verwendet werden?

Je nach Lage des Aneurysmas entscheidet der Gefäßchirurg, welche Art von Stentprothese zum Einsatz kommt. Bei einem Aneurysma an der sogenannten viszeralen Aorta mit den Abzweigungen der Gefäße in Richtung Darm, Leber, Milz und Nieren werden gefensterte (fenestrierte) Stentprothesen verwendet. Ebenfalls zum Einsatz können verzweigte Prothesen mit Seitenarmen, sogenannte gebranchte Stentgrafts zum Einsatz kommen. Sie stellen die Versorgung der abzweigenden Gefäße und die Durchblutung der damit verbundenen Organe sicher. Auch im Bereich des Aortenbogens, lassen sich mittlerweile speziell angefertigte Stentprothesen endovaskulär einsetzen. Dr. Ahmed Koshty, Chefarzt in der Gefäßchirurgie am Klinikum Jung-Stilling der Diakonie in Siegen, ist einer der wenigen Gefäßchirurgen in Europa, der in der Lage ist, ein Aneurysma am Aortenbogen endovaskulär zu behandeln.

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Erkrankungen der Aorta – ein Überblick

An der Aorta, der Hauptschlagader des menschlichen Körpers, können verschiedene Krankheiten auftreten

Erkrankungen der Aorta - ein Überblick

Ein großes Blutgefäß: Die Aorta. (Bildquelle: © crevis – Fotolia)

SIEGEN. Die Aorta ist das große Blutgefäß, das aus der linken Herzkammer zunächst aufsteigend, dann in einem Bogen, dem sogenannten Aortenbogen, absteigend durch Brust und Bauch verläuft. Viele lebenswichtige Körperfunktionen hängen von einer gesunden Aorta ab. Zu den Krankheiten, die ihre Funktionsweise beeinflussen können, gehören zum Beispiel das Aortenaneurysma, die Aorten-Dissektion, die Arteriosklerose und das Leriche-Syndrom sowie ein thrombotischer Verschluss. Am Aorten-Zentrum im Klinikum Jung Stilling der Diakonie in Siegen werden Patienten mit diesen Erkrankungen behandelt. Die Klinik für Gefäßchirurgie unter der Leitung von Dr. med. Ahmed Koshty ist spezialisiert auf Erkrankungen der Aorta und nutzt für die Behandlung seit Kurzem einen neuen Hybrid-OP, mit dessen Hilfe bereits während der OP das Operationsergebnis überprüft werden kann.

Aorta: Aortenaneurysma und Aortendissektion

Der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zufolge, wurden im Jahr 2016 in deutschen Krankenhäusern 30.451 Patienten mit der Diagnose Aortenaneurysma und -dissektion gezählt. Das entspricht einer Häufigkeit von 36 Diagnosen pro 100.000 Einwohner. Ein Aneurysma an der Aorta ist eine Gefäßaussackung, also eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader durch eine Gefäßinstabilität. Sie entsteht meist durch altersbedingte Veränderungen wie Arteriosklerose, Krankheiten wie arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) oder Erbkrankheiten, die mit einer Instabilität des Gewebes einhergehen. In der Folge kann sich die Aorta erweitern. Ob eine Operation notwendig ist, hängt von der Größe und dem Wachstum des Aortenaneurysmas ab. Bei einer Aortendissektion kommt es zu einem Einriss der inneren Wandschicht der Aorta. Dabei löst sich die innere von den äußeren Schichten der Aorta. Lebensbedrohliche Folgen können damit verbunden sein, und in bestimmten Fällen kann ein rascher Eingriff erforderlich werden.

Verkalkung und Verschluss der Aorta

Wenn die Arterien verkalken, sprechen Mediziner von einer Arteriosklerose, bei der es zu Ablagerungen in den Wänden der Arterien kommt. Diese Ablagerungen können mit arteriellen Durchblutungsstörungen einhergehen, die auch die Aorta betreffen können. Meist handelt es sich bei der Arteriosklerose um einen schleichenden Prozess, der in einem vollständigen Gefäßverschluss enden kann. Dieser kann auch in Folge eines thrombotischen Verschlusses durch Blutgerinnsel z.B. aus dem Herzen oder eines vorgeschalteten Aortenabschnittes entstehen, die sich zusätzlich auf den bereits bestehenden Verkalkungen ablagern. Ein kompletter arteriosklerotischer Verschluss der Aorta im Bauchraum im Bereich der Abzweigungen in die Beckengefäße wird als Leriche-Syndrom bezeichnet.

Bei Dr. med. Ahmed H. Koshty, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, liegt der Schwerpunkt auf der Therapie aller Erkrankungen der Aorta. Die Klinik ist in einem Wachstumsprozess und arbeitet eng mit Ärzten, Pflegepersonal und Physiotherapeuten zusammen.

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Was ist eine Dissektion der Aorta (Aortendissektion)?

Symptome, Ursachen und Behandlung bei einer Aufspaltung der Wandschichten der Aorta

Was ist eine Dissektion der Aorta (Aortendissektion)?

Rasche Hilfe ist bei starken Brustschmerzen wichtig. (Bildquelle: © ipopba – Fotolia)

SIEGEN. Etwa 400 bis 500 Patienten erleiden jährlich in Deutschland in Folge einer Aufspaltung der Wandschichten der Aorta (Aortendissektion) eine Aortenruptur. Mediziner sprechen von einer Inzidenz von 2,9 bis 3,5 pro 100.000 Einwohner und Jahr. Meist tritt bei den Patienten ein als vernichtend empfundener Schmerz auf. Je nachdem, wo der Schmerz auftritt, lassen sich Rückschlüsse auf den Ort des Risses ziehen. Kommt es zu einer Aufspaltung der Wandschichten in dem aufsteigenden Bereich der Aorta, in dem die Gefäße für Kopf und Arme abzweigen, sprechen die Gefäßchirurgen von einer Aortendissektion vom Typ A. Dies tritt häufig im fünften bzw. sechsten Lebensjahrzent auf. Typ B bezeichnet eine Dissektion jenseits dieser Abzweigungen und zeigt sich am häufigsten im Alter zwischen 70 und 80 Jahren. Meist sind die Beschwerden nicht eindeutig. Es kann ein starker Brustschmerz auftreten. Zudem können Patienten bewusstlos werden oder es zeigen sich heftige Bauchschmerzen. „Wichtig ist, dass Patienten rasch ärztliche Hilfe erhalten“, betont Dr. Ahmed Koshty, Chefarzt der Gefäßchirurgie im Diakonie Klinikum Jung Stilling in Siegen.

Welche Ursachen können zu einer Dissektion der Aorta führen?

Hauptrisikofaktor für eine Aortendissektion ist die arterielle Hypertonie, weswegen eine medikamentöse Einstellung des Blutdrucks von großer Bedeutung ist. Eine Aortendissektion tritt gehäuft bei Patienten mit einer angeborenen Bindegewebsschwäche auf. Das kann zum Beispiel das Marfan- oder das Ehlers-Danos-Syndrom sein. Begünstigend auf die Aufspaltung der Wandschichten der Aorta wirkt sich zudem eine Arteriosklerose aus, die im Verlauf die Wand der Aorta schädigt. In seltenen Fällen spielen Gefäßwandentzündungen oder Dissektionen durch medizinische Eingriffe eine Rolle. Auffällig ist vor allem die Häufung bei Männern. Sie erleiden etwa doppelt bis dreimal so häufig eine Aortendissektion im Vergleich zu Frauen. Auch wenn die Dissektion häufiger bei älteren Patienten auftritt, können auch schon jüngere, vor allem mit Bindegewebserkrankungen, betroffen sein.

Wie wird eine Aortendissektion behandelt?

Während bei einer Aortendissektion Typ A eine sofortige offene Operation geboten ist, bei dem Herzchirurgen einen Teil der Aorta durch eine Gefäßprothese ersetzen, kann bei Patienten mit einer unkomplizierten Dissektion der Aorta Typ B mit Medikamenten behandelt werden. Dabei steht die Einstellung des Blutdrucks im Vordergrund. Eine Operation ist bei komplizierten Typ-B-Dissektionen, d.h. bei nicht einstellbarem Blutdruck, weiterhin bestehenden Schmerzen oder Komplikationen in Form von Minderdurchblutungen von Organen oder Extremitäten indiziert. Die Therapie erfolgt dann meist minimalinvasiv mittels Implantation einer Stentprothese.

Bei Dr. med. Ahmed H. Koshty, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, liegt der Schwerpunkt auf der Therapie aller Erkrankungen der Aorta. Die Klinik ist in einem Wachstumsprozess und arbeitet eng mit Ärzten, Pflegepersonal und Physiotherapeuten zusammen.

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Diakonie in Südwestfalen gGmbH
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