Tabuthema Mundgeruch

Schlechter Atem muss nicht sein

Tabuthema Mundgeruch

Bei Mundgeruch: Zähne putzen und Mund spülen (Bildquelle: U. Leone/ Pixabay)

Stuttgart – Mundgeruch ist für Betroffene wie auch für ihr Umfeld häufig belastend. Denn für die Mitmenschen ist es schwierig, den richtigen Ton zu finden, um das Problem anzusprechen. Betroffene merken dagegen erst spät, dass sie unter Mundgeruch leiden, da sie ihn häufig selbst nicht wahrnehmen können. Eine gute Zahnhygiene und eine Überprüfung, ob gegebenenfalls Arzneimittel oder Erkrankungen den schlechten Atem auslösen, sind erste Schritte zur Problemlösung, so der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV).
Das Problem Mundgeruch ist weit verbreitet. Morgens nach dem Aufwachen leidet fast jeder Mensch unter Mundgeruch. Der Grund ist, dass die Speichelproduktion nachts zurückgefahren wird. Verstärkt wird das noch, wenn man mit geöffnetem Mund geschlafen hat. Durch den fehlenden Speichel nimmt die Bakterienkonzentration im Mund zu, erklärt Christoph Gulde, Vizepräsident des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg: „Manche dieser Bakterien produzieren schwefelhaltige, übelriechende Gase. Mit dem Zähneputzen und der ersten Mahlzeit verschwindet dieser schlechte Atem aber im Normalfall.“

Wenn dem nicht so ist, kann der Mundgeruch folgende Ursachen haben:
-Schlechte Mundhygiene: Ablagerungen in den Zahnzwischenräumen, Zahnfleischentzündungen oder auch der Zungenbelag können Mundgeruch hervorrufen. Auch die dritten Zähne, Implantate oder Zahnspangen müssen konsequent und gut gereinigt werden.
-Stark riechende Speisen wie Knoblauch, frische Zwiebeln, aber auch fett- und eiweißreiche Kost sowie Alkohol und Nikotin führen zu Mundgeruch.
-Erkrankungen wie Atemwegsinfekte, eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, Magenbeschwerden wie Sodbrennen oder übermäßiges Aufstoßen können Mundgeruch verursachen.
-Manche Arzneimittel wie einige Antidepressiva oder Mittel gegen Bluthochdruck können zu Mundtrockenheit führen, die wiederum Mundgeruch begünstigt.

Betroffene können in einem ersten Versuch immer an der Mundhygiene ansetzen, so Christoph Gulde: „Dazu muss man wissen, dass die Zahncreme beim Zähneputzen nur relativ wenig Einwirkung auf den Mundgeruch hat, da sie nur kurzzeitig wirkt. Ich rate ergänzend zu Mundspüllösungen, so können Bakterien auch an schlecht zugänglichen Stellen erreicht werden. Diese Spülungen sollten eine begrenzte Zeit – aber nicht dauerhaft – eingesetzt werden. Denn dann könnte die Mundflora gestört und auch die Schleimhaut gereizt werden.“ Solche Spülungen beinhalten oft Wirkstoffe wie Salbeiextrakt oder auch Chlorhexidin. Salbei wirkt adstringierend und desinfizierend durch seine ätherischen Öle. Chlorhexidin ist ein antibakterieller Wirkstoff. Bei anhaltendem Mundgeruch sollte aber immer der Zahnarzt oder der Hausarzt konsultiert werden.

Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V. setzt sich für die unabhängige Beratung von Patienten, Gesundheitsprävention und die sichere Abgabe von Arzneimitteln ein. In Baden-Württemberg gibt es rund 2.600 öffentliche Apotheken. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen und politischen Interessen seiner Mitglieder. Um das Wohl der Patienten kümmern sich im Land neben den approbierten Apothekerinnen und Apothekern auch rund 15.000 Fachangestellte, überwiegend Frauen, in Voll- oder Teilzeit. Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg e. V. ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001 : 2015.

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