Europa Konsumbarometer 2015: Baumärkte

Gute Aussichten für die DIY-Branche

Europa Konsumbarometer 2015: Baumärkte

Einkäufe im Baumarkt: ein wichtiger Ausgabenposten der Europäer. (Bildquelle: Commerz Finanz GmbH)

– Hausumbau und Renovierungsarbeiten auf Platz zwei der Kaufabsichten
– 20 Prozent der Deutschen möchten in Heimwerker- oder Gartengeräte investieren
– Schnelle Entscheidung bei Baumarktartikeln: Nach zwei Stunden ist der Kauf abgeschlossen

München, 21. April 2015: Ausgaben für die eigenen vier Wände stehen nach wie vor hoch im Kurs. 43 Prozent der Deutschen planen in diesem Jahr, Produkte oder Dienstleistungen für Bauprojekte im Eigenheim zu erwerben. Die deutschen Verbraucher liegen damit über dem europäischen Durchschnitt (37 %). Dies bestätigt das Europa Konsumbarometer 2015 ( http://www.europa-konsumbarometer.com ), eine repräsentative Verbraucherbefragung im Auftrag der Commerz Finanz GmbH. „Sich zu Hause wohlzufühlen ist für die Europäer besonders wichtig“, so Dr. Anja Wenk, Bereichsleiterin Vertriebsmanagement. „Ob Jung oder Alt, Ausgaben für Renovierungen sind in vielen Haushaltsbudgets ein zentraler Bestandteil. Selbermachen liegt nach wie vor im Trend. Dabei kaufen die Heimwerker nicht nur im Baumarkt vor Ort. Etwa jeder dritte Deutsche bestellt Heimwerker- und Gartengeräte auch im Internet.“

Baumarktartikel: Platz zwei auf der Einkaufsliste
Hausumbau- oder Renovierungsarbeiten rangieren bei den Kaufabsichten auf Platz zwei hinter Ausgaben für Reisen und Freizeit. 37 Prozent der Europäer planen, 2015 in Umbau- und Renovierungsarbeiten zu investieren. Jeder fünfte Deutsche möchte sich in diesem Jahr ein Heimwerker- oder Gartengerät zulegen (Europa 24 %). Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Ausgabeabsichten in beiden Kategorien nur geringfügig geändert (minus einen Prozentpunkt). Die Ausgabenposten Umbau- und Renovierungsarbeiten sowie Heimwerker- und Gartenbedarf liegen dabei in allen Alterskategorien nahezu gleichauf.

Europäer entscheiden schnell
Je nach Produkt nehmen sich die europäischen Verbraucher für den Recherche- und Kaufprozess unterschiedlich viel Zeit. Bei Heimwerker- oder Gartengeräten benötigen sie im Durchschnitt 1,5 bis 2 Stunden. Insgesamt werden Baumarktartikel deutlich schneller gekauft als Einrichtungsgegenstände (2,5 Stunden) oder Elektrohaushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik (mehr als 3 Stunden). Das Internet beschleunigt die Entscheidungsfindung. 40 Prozent der Europäer geben an, dass ihnen digitale Plattformen geholfen haben, sich für ein Heimwerker- oder Gartengerät zu entscheiden. Deutsche Verbraucher sind beim Einkauf im Baumarkt besonders schnell. Nach knapp einer Stunde ist der Kauf abgeschlossen. Allerdings hat das Mehr an Informationen eine Schattenseite. Die Konsumenten fühlen sich bei der Suche nach dem richtigen Produkt von den vielen Angeboten überfordert (16 %). Dies wird auch für den letzten Kauf von Baumarktartikeln bestätigt. Der Preis ist nach wie vor der bestimmende Faktor. Etwa jeder dritte Europäer (34 %) wartet auf Schnäppchen oder spezielle Angebote. Vor allem bei DIY-Artikeln schaut der Verbraucher besonders genau hin.

Konsum in Europa: 2009-2014 – fünf Jahre der Veränderung

Europas Verbraucher konsumieren wieder stärker
2015 erholt sich der Konsum in Europa. In neun von zwölf Ländern überwiegen die Ausgabenpläne die Sparabsichten. Bei den europäischen Verbrauchern steigt die Stimmung. So beurteilen sie die allgemeine Situation ihres Landes und ihre persönliche Situation positiver als im Vorjahr. Gleichzeitig sind die Folgen der Krise für Europas Verbraucher noch deutlich spürbar. 73 Prozent sehen sich in ihrer Kaufkraft eingeschränkt. Mehr als jeder zweite Europäer empfindet seine finanzielle Situation schwieriger als vor fünf Jahren. 52 Prozent der Konsumenten geben an, weniger als vor fünf Jahren zu kaufen. Auch die Zahl an Spontankäufen nimmt deutlich ab, 56 Prozent haben ihre Impulskäufe reduziert. Die Konsumenten vergleichen die Preise stärker (83 %) und warten auf spezielle Angebote (79 %). Insgesamt nimmt der Konsum in seiner Bedeutung als sozialer Marker und Identitätsmerkmal ab. Er ist nun vielmehr ein Mittel zur Steigerung des persönlichen Wohlergehens.

Neue Konsumpraktiken
Die Mehrheit der Europäer (73 %) greift beim Kauf häufiger als vor fünf Jahren auf das Internet und mobile Technologien zurück. Der Konsument ist insgesamt reifer geworden. Fast jeder dritte Verbraucher (62 %) ist überzeugt, dass sich seine Art des Kaufens in den vergangenen fünf Jahren weiterentwickelt hat. Nicht nur der Preis entscheidet, sondern auch die Qualität der Produkte gewinnt an Relevanz. Die Verbraucher achten stärker auf Herkunft und Zusammensetzung der Ware. Gleichzeitig gewinnt der Secondhand-Markt an Bedeutung. Mehr als jeder vierte Europäer (27 %) gibt an, verstärkt auf gebrauchte Artikel zurückzugreifen. Das Leihen oder der Tausch von Geräten ist im Vergleich nicht so beliebt. Weniger als einer von zehn Verbrauchern nutzt diese Option.
Als Hauptmotiv für Online-Käufe, Gebrauchtkäufe und kollaborative Konsumpraktiken werden in erster Linie finanzielle Gründe angeführt. Jedem dritten Europäer würde ein größeres Serviceangebot im Internet (32 %) und eine persönliche Betreuung vor Ort (28 %) das Einkaufen erleichtern. Rund die Hälfte der Verbraucher wünscht sich verlängerte Öffnungszeiten an Sonntagen, abends oder früh am Morgen (49 %). Deutsche Verbraucher sind mit dem Konsumangebot weitestgehend zufrieden. Trotz der Krise assoziieren sie Konsum mit Vergnügen (89 %).

Mehr Zeit im Netz, weniger in den Geschäften
Die Studienergebnisse zeigen, dass heute mehr Zeit in Käufe investiert wird als vor fünf Jahren. Dies ist vor allem auf das Internet zurückzuführen. Jeder Zweite recherchiert noch ausgiebiger vor dem Kauf. Die im stationären Handel verbrachte Zeit nimmt dagegen weiter ab. Knapp zwei von fünf Europäern geben an, weniger Zeit in Geschäften zu verbringen (37 %). Dr. Susanne Wigger-Spintig, Professorin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München, erklärt: „Das Stöbern in Onlineshops hat sich zu einer Art digitaler Freizeitbeschäftigung entwickelt. Hersteller und Händler vermarkten nicht mehr nur ihre Produkte, sondern auch dazugehörige Hintergrundinformationen. Mit steigendem Konsumbewusstsein gehen demzufolge auch zeitlich intensivere Such- und Bewertungsprozesse einher.“ Der Preis und besondere Angebote wie Schnäppchen oder Rabattverkäufe beschleunigen die Kaufentscheidung. Das Warten auf besondere Angebote und der Wunsch, die richtige Kaufentscheidung zu treffen, verlangsamen dagegen den Prozess. Obwohl sich die Verbraucher mehr Zeit für den Einkauf nehmen, möchte die Mehrheit ihre Käufe so schnell wie möglich abschließen. Dies gilt sowohl im Internet (50 %) als auch im Geschäft (61 %). Besonders beim „Click & Collect“ und bei Neukäufen im Internet steht für die Konsumenten der Zeitgewinn im Vordergrund. Über 40 Prozent der Europäer nutzen diese Optionen für einen schnellen und einfachen Einkauf.

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Über die Studie:
Das Europa Konsumbarometer wird jährlich von der Commerz Finanz GmbH herausgegeben. Traditionell befasst sich die Studie mit dem Verbraucherverhalten in Europa sowie den Entwicklungen und Trends in verschiedenen Konsumgüterbranchen. Alle Untersuchungen und Prognosen wurden im November 2014 in Zusammenarbeit mit dem internationalen Marktforschungsunternehmen BIPE auf Basis einer Internetumfrage realisiert.
Die aktuelle Ausgabe richtet den Fokus auf die Auswirkungen der Krise seit 2009 und wie sich parallel dazu die Konsummuster der Europäer verändert haben. Zentrale Studienfrage: Welche Rolle spielt der Faktor Zeit beim Einkaufen? Die Verbraucher wurden nach der Bedeutung des Konsums und ihren Kaufgewohnheiten in den vergangen fünf Jahren befragt. Einschätzungen der Konsumenten zu neuen Praktiken wie kollaborativer Konsum oder „Click & Collect“ sowie zu Serviceleistungen im stationären als auch onlinebasierten Handel runden die Studienergebnisse ab.
Die Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 8.700 Europäern (über 18 Jahre) in den zwölf teilnehmenden Ländern: Belgien (BE), Deutschland (DE), Frankreich (FR), Großbritannien (GB), Italien (IT), Polen (PL), Portugal (PT), Rumänien (RO), Slowakei (SK), Spanien (ES), Tschechische Republik (CZ) und Ungarn (HU). Das Europa Konsumbarometer 2015 kann über www.markt-studie.de erworben werden.

Über die Commerz Finanz GmbH:
Die Commerz Finanz GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der BNP Paribas Personal Finance S.A. und der Commerzbank AG. Im Unternehmensfokus steht die Vergabe von Konsumentenkrediten, insbesondere die Absatzfinanzierung im stationären Handel sowie im E-Commerce. Das Produktportfolio umfasst Ratenkredite, Kartenprodukte mit Verfügungsrahmen und endfällige Kredite. Vertriebspartner sind Handelsunternehmen jeder Größe, Banken und Versicherungen. Die Commerz Finanz GmbH vereint die langjährige Erfahrung und Tradition ihrer Anteilseigner mit Innovationskraft und Flexibilität.

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